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04.02.2026 | 05:45

Strategische Rohstoffreserve für Industrie - Almonty Industries, Aurubis, Lynas Rare Earths

  • Almonty Industries
  • Aurubis
  • Lynas Rare Earths
Bildquelle: pixabay.com

Der Präsident der USA, Donald Trump, hat am vergangenen Wochenende angekündigt, einen strategischen Vorrat an kritischen Mineralien in den USA aufbauen zu wollen. Dafür sollen im ersten Schritt 12 Mrd. USD bereitgestellt werden, um diese strategische Reserve aufzubauen. Ziel der neuen Politik der Vorratshaltung ist es, die US-Industrieunternehmen vor kurzfristigen Lieferschocks zu bewahren. Diese Erfahrung musste die USA nämlich im vergangenen Jahr nach ihren einseitigen Zollanhebungen gegenüber China machen, denn das Reich der Mitte ergriff mit Exportkontrollen und Exportstopps von Rohstoffen gezielte Gegenmaßnahmen, welche die USA zum Einlenken ihres eingeleiteten Zollkrieges bewegte. Über das Project Vault sollen US-Unternehmen 1,67 Mrd. USD an privatem Kapital und die US-Export-Import-Bank ein Darlehen von 10 Mrd. USD bereitstellen, damit kritische Mineralien für Technologieunternehmen wie auch für Autohersteller und andere Unternehmen beschafft und gelagert werden können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: CA0203981034 , DE0006766504 , AU000000LYC6


 

Almonty Industries neues Allzeithoch

Die Veränderungen bei den internationalen Beziehungen verschiedener Staaten untereinander sind nicht mehr zu übersehen. Neue Kooperationen und Bündnisse sind entstanden und Länder und Unternehmen, die dies in ihren Planungen berücksichtigen, können - wie ihre Bewohner und Eigentümer - von dem Wandel profitieren. Umgekehrt gilt dies aber auch, denn wer den Wechsel in der geopolitischen Machtordnung nicht wahrhaben will, der wird zu den Verlierern gehören.

Zu den Gewinnern gehört das Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker ALI). Der Wolframproduzent baute in den vergangenen Jahren die größte Wolframmine außerhalb Chinas in Südkorea wieder auf. Seit Sommer 2025 ist der Minenaufbau abgeschlossen und kurz vor Weihnachten 2025 wurde mit dem Hochfahren der Minenproduktion begonnen. Almonty Industries profitierte in den letzten Jahren von den Spannungen zwischen China und den USA sowie von den Exportbeschränkungen von kritischen Mineralien seitens Chinas. Denn unter die Exportbeschränkungen fiel auch das Metall Wolfram, dessen Preis allein in 2025 um 160 % zulegte. Zum Jahresanfang wurde zudem die 1.000 USD/t übersprungen und in den USA werden Anfang Februar 2026 bereits Preise von 1.250 USD/t verlangt.

In 2026 plant das Unternehmen 640.000 t Wolframerz abzubauen und damit sowohl den USA, als auch Europa Ersatz für ausgefallene Lieferungen aus China zu beschaffen. Durch die hohen Abbaukapazitäten der Sangdong-Mine könnten bereits in diesem Jahr ca. 40 % des nicht in China produzierten Wolframerzes aus dieser südkoreanischen Mine stammen.

Die Aktie von Almonty Industries stieg in den letzten Monaten von Allzeithoch zu Allzeithoch und markiert dieses zuletzt in der vergangenen Woche bei 17,50 CAD bzw. 10,66 EUR. Durch den nun anziehenden Cashflow des Unternehmens, soll die zweite Ausbaustufe der Mine geplant und im Anschluss umgesetzt werden. Für den Analysten Peter Thilo Hasler von Sphene Capital ist die Aktie ein klarer „Kauf“ und das Kursziel wurde gestern deutlich von 13,50 CAD um knapp 49 % auf 20,10 CAD für die nächsten 36 Monate angehoben.

Aurubis mit Kursrücksetzer

Nach einer Kursrally von über 140 % innerhalb der letzten 12 Monate legte die Aktie der in Hamburg ansässigen Aurubis AG (WKN: 676650 | ISIN: DE0006766504 | Ticker-Symbol: NDA) am Montag eine kurze Zwischenpause ein. Der Kupferpreis hatte im Zuge des Gold- und Silbercrashes vom Freitag auf Montag ebenfalls nachgegeben und entsprechend fiel auch die Aktie des Hamburger Kupferkonzerns zumindest kurzfristig. Diesen kurzen Rücksetzer nutzten Investoren, um die Aktie sogar im Tief zu 153,30 EUR einzusammeln, ehe sich diese bis gestern wieder auf 167,20 EUR erholen konnte. Damit notiert der Wert nur noch knapp unter dem letzten Allzeithoch von 170,90 EUR.

Analysten erwarten jedoch eine Abschwächung bei den operativen Ertragskennzahlen des Unternehmens. Am Donnerstag, den 05.02.2026 sollen die Kennzahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 mit Stichtag 31.12.2025 vorgelegt werden. Es wird derzeit mit einem Umsatzanstieg um 21 % auf 5,13 Mrd. EUR gerechnet, aber das EBITDA soll um 8,2 % auf 169 Mio. EUR fallen. Bei dem Konzernergebnis wird daher mit einem Rückgang um 25 % auf 74 Mio. EUR gerechnet, weil planmäßige Wartungsarbeiten im abgelaufenen Quartal die Kostenbelastung erhöhten.

Lynas Rare Earths profitiert von strategischer Reserve der USA

Der australische Seltene-Erden-Produzent Lynas Rare Earths (WKN: 871899 | ISIN: AU000000LYC6 | Ticker: LYI) wird zunehmend als westliche Alternative zu Chinas Produktion von Seltenen Erden angesehen. Auch die Ankündigung der USA, eine strategische Reserve aufzubauen, wurde zu Wochenanfang von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen und die Aktie stieg seitdem um 7,5 % in den beiden vorangegangenen Tagen an. Da Seltene Erden u. a. zur Herstellung von leistungsstarken Magneten benötigt werden, will die US-Regierung weitere Abkommen mit anderen Staaten abschließen, um die Versorgungssicherheit der USA mit Rohstoffen sicherzustellen.

Bereits im abgelaufenen Quartal verdiente das australische Unternehmen gut und konnte den Bruttoumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 43 % auf 201,9 Mio. USD steigern. Die Gesamtproduktion an Seltenem Erdoxid lag bei 2.382 t, wovon Neodym-Praseodym mit 1.404 t den größten Anteil einnahm. Der Bargeldbestand sowie die kurzfristigen Einlagen konnten auf 1.030,9 Mio. USD gesteigert werden, was ca. 10 % der aktuellen Marktkapitalisierung von 11,19 Mrd. USD entspricht.

Fazit

Der Fokus der Investoren richtet sich immer stärker Richtung Rohstoffe und die Produzenten der verschiedenen Mineralien. Entsprechend profitieren die vorgestellten Aktien im Allgemeinen. Ein Ende dieser Rohstoffrallye ist derzeit nicht in Sicht; vielmehr zeigen die Maßnahmen der US-Regierung auf, dass die Entwicklung erst der Anfang einer massiven Investitionswelle in westlich orientierte Rohstoffunternehmen ist.



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