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09.10.2020 | 05:45

Hilft nur noch die Fusion und wer macht Gewinn? Deutsche Bank, Wallstreet:Online, Commerzbank, Deutsche Commerz Bank

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Bildquelle: pixabay.com

Viele Finanzinstitute sind nicht erst seit der Finanzkrise schwer angeschlagen. Statt aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und das bisherige Geschäftsmodell radikal zu hinterfragen, wurde oftmals „nur“ das Personal ausgedünnt und Filialen geschlossen.
Das führt aber nur zu einer Verbesserung der Finanzkennzahlen, wenn mit dem bisherigen Geschäftsmodell auch Geld verdient wird und weiter verdient werden kann. Daher ist für Anleger immer die Frage zu stellen; Ist das Geschäftsmodell von heute auch noch in der Zukunft profitabel? Hilft eine Fusion wenn das Geschäftsmodell krankt?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE000CBK1001


 

Deutsche Bank – Mit Kunstwerken das Image aufpolieren?

Eine mit vielen Skandalen belastete Deutsche Bank (WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Ticker: DBK) hat in den letzten Jahren viele unterschiedliche Unternehmensstrategien ausprobiert. Wie erfolgreich die Unternehmenslenker und Vorstände dabei gewesen sind, lässt sich am besten am Aktienkurs ablesen. Seit Mai 2007 ging es bis heute (09.10.2020) um über 93 Prozent abwärts. Die Talfahrt des Aktienkurses verringerte sich erst ca. ein Jahr nachdem Christian Sewing den Vorstandsvorsitz übernommen hatte. Scheinbar fassten die Investoren wieder mehr Vertrauen in die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden und dessen Art und Weise der Kommunikation und Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen. Seit dem Corona-Tief vom 16.03.2020 konnten die Aktien der Deutschen Bank bereits um über 85 Prozent steigen. Eine aktuelle imagefördernde Kampagne der Deutschen Bank ist die Auflösung von Teilen der Kunstsammlung. Mit 55.000 Werken von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts gehört die Kunstsammlung der Deutschen Bank zu den größten Unternehmenssammlungen der Welt. In den nächsten drei Jahren könnten ca. 1.000 Stück der Sammlung versteigert und ca. 20 Millionen eingenommen werden. Das Geld soll jedoch für den Ankauf neuere Kunstwerke aktueller Künstler verwendet werden. Desweiteren hat die Deutsche Bank am gestrigen Donnerstag (08.10.2020) einen digitalen Versicherungsmakler gestartet. Wie erfolgreich die Kooperation mit dem Insurtech Friendsurance wird, dürfte frühestens Ende des vierten Quartals 2020 sichtbar werden.

Wallstreet:Online - klare Fokussierung bringt den Erfolg

Seit dem letzten Tief vom März 2020 ist bei der Wallstreet:Online AG der Knoten geplatzt.
Der Kurs konnte bereits im Juli 2020 das zusammenziehende Dreieck verlassen und hat gestern (08.10.2020) wieder ein neues Allzeithoch ausgebildet.
Die Entscheidung des Unternehmens, den SmartBroker seiner riesigen Finanzcommunity als neuen Absatzkanal zu etablieren und die Umsätze nebst Gewinnmargen hoch zu fahren, ist voll aufgegangen. Mit den Halbjahreszahlen 2020 von letzter Woche konnte der Umsatz im ersten Halbjahr um über 50% gesteigert werden. Kein Wunder, denn bereits 83.000 Leser der verschiedenen Finanzportale des Konzerns haben das verlockende Angebot des Smartbrokers genutzt. Der größte Vorteil für die Börseninteressierten ist, dass sie ggf. eine Aktienstory im Finanzportal gut finden und direkt aus der News heraus die entsprechenden Aktien oder Derivate kaufen können. Und das bei einem kaum zu schlagenden Gebührenmodell. Dass Wallstreet-Online trotz der niedrigen Gebühren Geld verdient, zeigt die nochmalige Anhebung der Jahresprognosen für 2020. Damit hat Wallstreet-Online vorgemacht, was mit Fokussierung auf den Kunden alles erreichbar ist.

Commerzbank – 150 Jahre Tradition und nun?

Während junge Unternehmen wie Wallstreet:Online mit dynamischen Entscheidungen ohne Altlasten im Gepäck frei agieren und von Allzeithoch zu Allzeithoch schwingen können, sieht es bei der 150 Jahre alten Commerzbank deutlich schlechter aus. Erst am 14. Mai 2020 wurde ein neues Allzeittief bei 2,81 Euro je Aktie erreicht. Doch seitdem konnte sich die Aktie der Commerzbank wieder erholen. Dies liegt sicherlich an den Zukäufen der neuen Hauptaktionärin Capital Group, die ihren Anteil auf 5,31 Prozent ausbaute.
Aus US-amerikanischer Sicht macht der Ausbau der Anteile sogar noch mehr Sinn, sind doch die europäischen Bankaktien im Vergleich zu den US-amerikanischen Banken deutlich billiger. Charttechnisch wird für den heutigen Wochenschluss ein Kurs oberhalb der 4,80 Euro Marke benötigt. Dies könnte den nächsten Zielbereich bis Jahresende von ca. 6,15 Euro freischalten. Durch den feststehenden Wechsel von CEO Martin Zielke hin zu Manfred Knof könnte die Marke von 6,00 Euro sogar relativ zügig erreicht werden, denn auch an der Börse gilt: „Neue Besen kehren gut“, zumindest kurzfristig. Aber vielleicht plant die Hauptaktionär Capital Group zusammen mit Cerberus mit dem Wechseln des CEO hin zum Ex-DeutschBanker und Allianz Manager Manfred Knof auch etwas ganz anderes. Auch Deutsche Bank Chef Christian Sewing verkündete im Laufe der Woche, dass eine Übernahme oder ein Fusionsdeal schon bald ins Visier kommen könnte.
Gibt es also in 2021 schon die D-C-B Deutsche Commerz Bank?

Schon von den hohen Kosten beim Aktienkauf befreit? Bei Smartbroker sind Aktien ab 0,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.

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Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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