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06.11.2019 | 05:45

Kraft Heinz – Trendwende für Warren Buffett/Berkshire Hathaway eingeläutet & Antizykliker Michael Jagersbacher

  • Kraft Heinz
  • Warren Buffett
  • Berkshire Hathaway
Bildquelle: pixabay.com

Das Unternehmen Kraft Heinz, ein Zusammenschluss der beiden Lebensmittelkonzerne Kraft Foods und H. J. Heinz Company im Juli 2015, ist der fünftgrößte Lebensmittelproduzent der Welt. Bekannte Marken in Deutschland sind neben Capri Sonne und Philadelphia Frischkäse natürlich auch Heinz Ketchup. Doch hat die schiere Größe des Unternehmens den Aktionären nicht viel gebracht. In den letzten 2 ½ Jahren war die Aktie einer der größten Verlierer der Lebensmittelbranche, zumindest was die Marktkapitalisierung angeht. Über 74% Kursverluste in der Spitze durften Aktionäre wie Warren Buffet und 3G Capital seit Februar 2017 im Depot verbuchen. Doch was änderte sich im Jahr 2019?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

2019 – Umstrukturierung, Abschreibung, Dividendenkürzung

Am 22. April 2019 verkündete das Unternehmen, nachdem der Börsenwert seit Februar 2017 bereits um 66% eingebrochen ist, dass ab 1. Juli 2019 ein neuer CEO das Unternehmen leiten wird. Miguel Patricio würde zum Start des dritten Quartals den bisherigen Chief Executive Officer Bernardo Hees ablösen. Bernardo Hees musste gehen, weil er im Februar 2019 Wertberichtigungen an verschiedenen Marken des Unternehmens in Höhe von 15,4 Mrd. USD für das vierte Quartal 2018 vornahm und die Dividende um 1/3 reduzierte. Dadurch musste das Unternehmen einen schmerzlichen Nettoverlust von 10,3 Mrd. USD ausweisen. Dieses Vorgehen legte aber auch gleichzeitig die Grundlage für eine potentielle Bodenbildung im Laufe das Jahres 2019.

Unzufriedenheit der Hauptinvestoren Warren Buffet und 3G Capital

Warren Buffet/ Berkshire Hathaway als Hauptinvestor bei Kraft Heinz mit 27% und 3 G Capital mit 24% der Unternehmensanteile waren mit den Abschreibungen nicht einverstanden, denn Warren Buffet und 3G Capital übernahmen das Unternehmen Heinz im Jahr 2013 und bewerteten in 2015 für den Zusammenschluss mit dem Konzern Kraft Foods, diesen mit $ 63 Milliarde. Durch die Abschreibung von 15,4 Mrd. USD musste eingestanden werden, dass die Bewertung zu hoch angesetzt war und damit fühlten sich Warren Buffet und 3G Capital getäuscht. Um den Gesichtsverlust auszugleichen, passte der Wechsel in der Führungsebene nahezu perfekt und legte einen weiteren Grundstein, verloren gegangenes Vertrauen an den Kapitalmärkten zurück zu gewinnen.

Warren Buffet macht 1,2 Milliarden Dollar wett

– Aktie steigt nach Quartalszahlen zweistellig

So lautet die Überschrift bei einem bekannten Börsenportal und könnte suggerieren, dass der Super-erfolgreiche Warren Buffet an einem Tag so viel Geld verdient hätte. Doch dem ist nicht so. Ein kurzes Rechenbeispiel:
Warren Buffet und 3 G Capital übernahmen Heinz 2013 für 23,2 Mrd. USD. Nach dem Zusammenschluss zu Kraft Heinz gehörten Warren Buffet ca. 27% und 3G Capital ca. 24% und damit 51% des neuen Unternehmens. Aktuell wird das Unternehmen an der Börse bei einem Aktienkurs von 32,75 USD je Aktie mit ca. 40 Mrd. USD bewertet. Ohne die Berücksichtigung von Dividenden und möglichen Aktienverkäufen würde das Investment erst wieder bei ca. 45,5 Mrd. USD bzw. ca. 37,30 USD je Aktie dem ursprünglichem Einstandswert entsprechen. Damit wäre noch etwas Luft nach oben, ehe die Langfristinvestoren wieder etwas glücklicher mit der Entwicklung von Kraft Heinz werden könnten.

Antizyklisches Investment - Hat Michael Jagersbacher Heinz Ketchup im Blut?

Der mehrfache Buchautor und Sympathieexperte Michael Jagersbacher beschäftigt sich seit den Recherchen zu seinem Buch "ERFOLG - Was Sie von den Super-Erfolgreichen lernen können" amzn.to/2rc8FGN vertiefend mit dem Thema antizyklisches Investment.
Nach dem dynamischen Abverkauf durch die hohen Abschreibungen und der Dividendenkürzung im Februar 2019 rückte die Aktie von Kraft Heinz in seinen Fokus. Die titulierte Unterüberschrift - Hat Michael Jagersbacher Heinz Ketchup im Blut?(') ist mit Nein zu beantworten (bitte ' am Ende des Kommentares beachten), aber nach seinen Gesprächen mit erfolgreichen & bekannten Unternehmern und aus den Erfahrungen der Presselandschaft wusste er, dass Trendwenden an den Börsen oftmals durch starke Medienfokussierung einhergehend sind, sei es bei Untertreibungen wie auch Übertreibungen.

Antizyklisches Überraschungspotential

Wenn viele Medien den sprichwörtlichen Weltuntergang verkünden, beginnt oftmals an der Börse die Zeit des Kursanstiegs und damit günstige langfristige Kaufgelegenheiten. Die Aktien steigen dann an der sogenannten Mauer der Angst hoch.
Wenn dagegen tituliert wird - JETZT unbedingt Aktien oder den Bitcoin oder … kaufen, weil man (als Kleinanleger) bereits so-und-soviel Prozente Gewinn verpasst hat (Gier wecken), dann erfolgt regelmäßig kurze Zeit später das Abbröckeln des entsprechenden Kurses.
Genau dieses antizyklische Überraschungspotential könnte die Aktie von Kraft Heinz nun liefern.
Die meisten Analysten der verschiedenen Bankhäuser der Welt sehen bei Kraft Heinz ein mittleres Kursziel von 29,33 USD. Der Ausreißer für einen Anstieg liegt bei 35 USD und für den Kursrücksetzer bei 24 USD. Damit liegt das Überraschungspotential der Aktie nach über 70% Kursverlust derzeit oberhalb der 36 USD. Dies sollte bei einem Kursschluss über dieser Marke zu prozyklischen Analysteneinschätzungen der Bankhäuser führen. Das wiederum würde die Trendwende befeuern und die vorher eher kritisch bewerteten Kennzahlen werden nun medial positiv begründet. Als Beispiel wäre genannt, "die Tendenz des Marktes zum Kurslückenschluß".
Quelle vom 01.11.2019: https://www.finanzen.net/schaetzungen/kraft_heinz

Charttechnik

Als erstes wichtiges Indiz für einen weiteren Anstieg wäre ein Tagesschlußkurs oberhalb der 33,80 USD. Als nächsten Schritt des Marktes wäre dann der Schluss der Kurslücke bis 48,18 USD zu favorisieren. Das alleine wäre ein Anstieg von 45 Prozent und könnte bei weiter anhaltender Marktstärke sogar bis Ende Januar 2020 erreichbar sein.

(')Der Buchautor Michael Jagersbacher wettete gegen den Autor dieses Artikels, dass sein Name niemals mit Warren Buffet oder Ketchup in Verbindung gebracht werden könnte.


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