26.02.2026 | 05:45
Kursexplosion bei afrikanischen Goldaktien geht weiter! B2Gold, Desert Gold, Endeavour Mining
Die Edelmetallrally geht nach dem drastischen Abverkauf von Ende Januar in die nächste Runde und damit weiter. Der Goldpreis notiert mit 5.180 USD je Unze nur knapp 8 % unter dem Allzeithoch, während das deutlich volatilere Silber noch über 33 % ansteigen müsste, um den bisherigen Rekordpreis von 121,67 USD wieder zu erreichen. Währenddessen haben die Goldaktien ihre Januarhochs bereits wieder übertroffen und holen die Schwäche der letzten Jahre zum Goldpreis durch eine nun laufende Überrendite wieder auf. Welche Aktien davon profitieren, erfahren Sie hier:
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA11777Q2099 , CA25039N4084 , GB00BL6K5J42
Desert Gold bis zum Sommer zum Goldproduzenten
Der kanadische Goldexplorer Desert Gold Ventures Inc. (WKN: A14X09 | ISIN: CA25039N4084 | Ticker-Symbol: QXR2) konnte zuletzt für Schlagzeilen sorgen, die aber bei Outsidern des weniger bekannten Unternehmens noch nicht zur Geltung gekommen sind.
Bisher waren die Kanadier mehr mit dem Erwerb, der Exploration und der Entwicklung von Mineralressourcengrundstücken in Mali und der Elfenbeinküste beschäftigt.
Doch der bisherige Explorer will bis zum Sommer dieses Jahres den Sprung zum Produzenten schaffen. Dieser Schritt wurde im Zuge der Kapitalerhöhung Ende Januar 2026 verkündet und führte zu einer starken Nachfrage nach der Platzierung. Entsprechend war die geplante Eigenkapitalbeschaffung von 5 Mio. CAD schnell erreicht und konnte schlussendlich mit 7,18 Mio. CAD überplatziert geschlossen werden.
Mit diesem Geld will Desert Gold u. a. das unternehmenseigene SMSZ-Goldprojekt, welches im Westen von Mali gelegen ist, in den nächsten sechs Monaten zur Goldproduktion entwickeln. Das ist möglich, weil die dortigen Goldoxidlagerstätten Barani und Gourbassi auf dem SMSZ-Projektgebiet oberflächennah im Tagebau abgebaut werden können. Dies zeigte das Unternehmen bereits in der im Dezember 2025 vorgelegten vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (PEA). Durch den hohen Goldpreis und die Gesamtkosten der Goldproduktion von ca. 1.150 USD je Goldunze amortisiert sich das Projekt in weniger als zwei Jahren. Mit dem erwarteten Cashflow soll das Projekt kontinuierlich bis zu einer Verarbeitungskapazität von 1.200 t goldhaltiges Gestein am Tag weiterentwickelt werden. Insgesamt sollen so über 113.100 Unzen Gold in den nächsten zehn Jahren abgebaut werden.
Da die bisherigen Goldfunde auf dem gesamten SMSZ-Projektgebiet sogar deutlich höher sind, wird ein Teil des Cashflows genutzt werden, um die bereits nachgewiesenen und angedeuteten Ressourcen (M&I) signifikant zu erweitern. Die Geologen vermuten in insgesamt 27,16 Mio. Tonnen Gestein noch mind. 879.900 weitere Goldunzen, die aber von der Kategorie „vermutete Ressource“ in die Kategorie „nachgewiesen“ überführt werden müssen. Gelingt dem Unternehmen dies, würde sich die Minenlaufzeit entsprechend verlängern und/oder die Verarbeitungskapazität deutlich erhöht werden können.
Endeavour Mining mit neuem 18-Jahreshoch
Mit einem neuen 18 Jahreshoch raketiert die Aktie Endeavour Mining (WKN: A3CSCF | ISIN: GB00BL6K5J42 | Ticker-Symbol: 6E2) in den letzten 14 Monaten um über 275 % wie ein Strich gen Norden. Kein Wunder, denn der ebenfalls in Westafrika tätige Goldkonzern erreichte im Gesamtjahr 2025 seine geplante Goldproduktion und konnte insgesamt 1,209 Mio. Unzen Gold produzieren. Die Gesamtkosten lagen mit durchschnittlich 1.435 USD je Unze ebenfalls im Planbereich und durch den hohen Goldpreis konnte die Verschuldung um 518 Mio. USD auf 611 Mio. USD reduziert werden.
Ebenfalls konnten an die Aktionäre im abgelaufenen Jahr 350 Mio. USD an Dividenden ausgekehrt und durch 85 Mio. USD Aktienrückkäufen auch die ausstehende Aktienanzahl reduziert werden. Sollte der Goldpreis auch in den Jahren 2026 bis 2028 über 3.000 USD bleiben oder sogar weiter steigen, wird das Unternehmen die Mindestrendite der Aktionäre von derzeit 225 Mio. USD auf 333 Mio. USD pro Jahr anpassen. Wenngleich die Zusatzausschüttung nicht verpflichtend ist, kamen im letzten Jahr noch einmal 93 % der Mindestausschüttung über Aktienrückkäufe und Sonderdividenden hinzu.
B2Gold bricht aus
Einen Turbo konnte in diesem Monat auch die Aktie des Goldproduzenten B2Gold (WKN: A0M889 | ISIN: CA11777Q2099 | Ticker-Symbol: 5BG) einlegen und ein neues 5-Jahreshoch erreichen. Durch den deutlichen Anstieg der letzten Tage auf 6,18 USD (5,28 EUR) fehlt der Aktie nur noch ein weiterer Kursanstieg, um 1,37 USD (1,12 EUR) bzw. 22 % um das bisherige Allzeithoch bei 7,55 USD (6,40 EUR) aus dem Markt zu nehmen.
Den Aktienkurs befeuerte in den letzten Tagen u. a. die Mitteilung der Gesamtjahresproduktion 2025 und die deutliche Produktionssteigerung zum Vorjahr. Nach 785.000 Unzen in 2024 stieg die Goldproduktion um 194.600 Unzen bzw. 24,8 % auf 979.600 Goldunzen in 2025 an. Noch stärker war - durch den starken Goldpreisanstieg - die Steigerung des Jahresumsatzes und des Gewinns. Der Jahresumsatz stieg um 61 % von 1,9 Mrd. USD auf 3,06 Mrd. USD und aus einem 626 Mio. USD Verlust in 2024 wurde in 2025 ein Gewinn von 427 Mio. USD.
Da die Otjikoto Mine von B2Gold in Namibia erweitert werden soll, wird in 2026 eine geringere Goldproduktion als im letzten Jahr erwartet. Da aber der durchschnittliche Goldverkaufspreis in 2025 bei „nur“ 3.299 USD lag, dürfte der Gewinn in 2026 die Schallmauer von 1 Mrd. USD durchbrechen, sofern der Goldpreis oberhalb der 5.000 USD verbleiben sollte. Davon scheint die Mehrheit der Marktteilnehmer auszugehen und sie kauften die Papiere von B2Gold in den letzten Tagen zu immer höheren Preisen auf.
Fazit
Wer dachte, die Rally bei Gold und den Goldaktien war nach dem Crash vom Ende Januar und Anfang Februar 2026 vorbei, der irrte gewaltig und verpasste die Rallye der letzten Tage. Doch aufgrund des weiter anziehenden Goldpreises und der weiter stark steigenden Gewinne bei den vorgestellten Aktien, dürfte die laufende Bewegung erst der Anfang einer kompletten Neubewertung eines ganzen Sektors sein.