14.05.2026 | 05:45
Mit Vollgas voraus - Desert Gold, IONOS Group, Salzgitter
Die Situation im DAX ist nach wie vor angespannt und volatil. Der Iran-Konflikt belastet die Stimmung der deutschen Investoren und der Leitindex tänzelte zuletzt um die psychologische Marke von 24.000 Punkten. Ganz unbeeindruckt dagegen ist die Stimmung an der Technologiebörse NASDAQ, wo die Kurse von Allzeithoch zu Allzeithoch steigen. Hier spielen geopolitische Risiken, Zollspannungen und der Nahost-Konflikt scheinbar keine Rolle. Was ebenfalls wichtig ist, erfahren Sie hier:
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA25039N4084 , DE000A3E00M1 , DE0006202005
Der Desert Gold Countdown – Vom Explorer zum Produzenten
Der Goldmarkt befindet sich wieder auf Kurs Richtung neuer Rekorde und Desert Gold (WKN: A14X09 | ISIN: CA25039N4084 | FWB: QXR2) steht an einem strategischen Wendepunkt. Das kanadische Explorationsunternehmen, das auf seinem 440 km² großen SMSZ-Projekt im Westen Malis operiert, treibt die Unternehmensentwicklung gleich an zwei Fronten voran. Das ist zum einen der Start der Goldproduktion im Tagebau und zum anderen das Ressourcenwachstum durch gezielte Bohrprogramme. Die Analysten der GBC AG haben dies in ihrer letzten Unternehmenseinschätzung berücksichtigt und ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 0,93 CAD (0,59 EUR) bekräftigt.
Der wohl wichtigste Kurstreiber der kommenden Monate ist bereits gesetzt. Die 200-Tonnen-pro-Tag verarbeitende Schwerkraftanlage für das Goldprojekt Barani East wurde bereits zwischen dem 25. März und dem 3. April 2026 technisch abgenommen und am 26. April 2026 verschifft. Die Ankunft über den Hafen nach Dakar ist für Mitte Juni 2026 geplant und die Ankunft am zukünftigen Produktionsstandort für Ende Juni 2026 avisiert. Der Inbetriebnahmetermin steht ebenfalls schon fest und ist verbindlich auf den 19. Juli 2026 terminiert. Parallel erschließt die Mannschaft von Desert Gold vor Ort die Wasserversorgung und konnte zudem 15 geophysikalische Messlinien bestimmen. Hiervon wurden 13 priorisierte Bohrziele identifiziert, die das goldhaltige Gestein bis zu einer Tiefe von 60 bis 90 Metern erkunden sollen.
Neben dem Fokus auf die erste Produktion sollen über ein RC-Bohrprogramm insgesamt 4.250 Meter auf insgesamt fünf vorrangigen Zielgebieten erbohrt werden. CEO Jared Scharf erklärte dazu: „Diese Bohrphase wird sich auf fünf Gebiete konzentrieren – drei davon enthalten bereits Goldressourcen, bei denen wir in der Tiefe und neigungsabwärts bohren wollen, um Erweiterungen bestehender Goldlinsen zu erproben.“ Konkret stehen die Zonen Koussili mit 900 m und 18 Bohrlöchern, Gourbassi West North mit 1.190 m und 8 Bohrlöchern, Mogoyafara South mit 825 m, Barani Gap mit 545 m sowie Kolon-Soa mit 790 m im Fokus.

IONOS Group mit klarer Trendwende
Die IONOS Group (WKN: A3E00M | ISIN: DE000A3E00M1 | Ticker-Symbol: IOS) ist stark in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal 2026 steigerte der im MDAX und TecDAX gelistete Konzern den Umsatz um 5,7 % auf 348,4 Mio. EUR. Auch das bereinigte EBITDA legte dabei spürbar zu. Besonders stark wuchs die Anzahl der Kunden. Diese stiegen um rund 180.000 auf 6,81 Millionen und damit mehr als doppelt so deutlich wie im Vorjahresquartal, denn in Q. 1 2025 waren es „nur“ 80.000 Neukunden.
Der Markt reagierte entsprechend und die Aktie der United-Internet-Tochter sprang um bis zu 8,7 % und überwand mit 31,56 EUR erstmals seit November 2025 die psychologisch wichtige 30-Euro-Marke. In diesem Zuge konnte auch die 200-Tage-Linie überwunden werden, was für technisch orientierte Anleger ein bullisches Signal ist. Der europäische Cloud- und Hosting-Anbieter profitiert deutlich von der wachsenden Nachfrage nach digitaler Infrastruktur, was die starken Quartalszahlen bestätigen.
Salzgitter AG mit Tochterbonus
Die Salzgitter AG (WKN: 620200 | ISIN: DE0006202005 | Ticker-Symbol: SZG) hat die Finanzmärkte diese Woche positiv überrascht. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Stahlkonzern ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 280 Mio. EUR und ein EBIT vor Sondereinflüssen von 179 Mio. EUR. Das ist mehr als der Markt erwartet hatte, zumal der Umsatz bei rund 2,3 Mrd. EUR in etwa so hoch ausfiel wie im Vorjahr. Besonders hebt das Unternehmen das Transformationsprogramm „P28" hervor. Hier erzielte der Konzern Einsparungen in Höhe von 43 Mio. EUR und stärkt die operative Effizienz des Unternehmens deutlich.
Die Beteiligung an der Aurubis AG leistete ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnisanstieg, wie auch JPMorgan explizit hervorhebt. Der starke Kupfermarkt bescherte der Tochter ein sehr gutes Quartal, welches sich direkt positiv im Salzgitter-Konzernergebnis niederschlug.
Infolgedessen hob das Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 an und signalisiert dem Kapitalmarkt ein klares Vertrauen für die kommenden drei Quartale.
Die Börse reagierte entsprechend und die Aktie stieg in den letzten beiden Handelstagen um über 10 % auf zuletzt 52,85 EUR an. Damit nähert sich der Kurs wieder spürbar dem 52-Wochen-Hoch, was bei einem Ausbruch ein positives technisches Signal liefert.
Fazit
Desert Gold bekommt vom hohen Goldpreis Rückenwind, von dem das Unternehmen ab Juli 2026 auch mit eigener Goldproduktion profitieren will. Dazu soll das laufende Bohrprogramm weitere Goldvorkommen entdecken bzw. erschließen und das am besten in unmittelbarer Minennähe. Die Salzgitter AG profitiert deutlich von den positiven Effekten seiner Tochter Aurubis und steht kurz vor einem neuen 52-Wochenhoch. Auch die IONOS Group könnte das Tal der Tränen durchschritten haben, zumindest deuten die Kennzahlen zum ersten Quartal darauf hin, was die Börse über die Kursanstiege der letzten zwei Monate teilweise aber bereits vorweggenommen hat.