23.04.2026 | 05:45
Kursrücksetzer vor Kurssprung genutzt? Desert Gold, Droneshield, Plug Power
Nach wie vor ist die Situation an den Börsen angespannt und hoch volatil. Jede Nachricht wird auf die Goldwaage gelegt und es wird entweder sofort gekauft und verkauft. So schwankte der DAX allein am Dienstag um über 600 Punkte an einem Tag. Im Fokus stehen neben den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran der anstehende Wechsel an der Spitze der FED sowie die Auszahlungsmodalitäten der unrechtmäßig erhobenen Zölle der Trump-Regierung in Höhe von 166 Mrd. USD. Was ebenfalls von Belang ist und welche Aktien im Fokus stehen, erfahren Sie hier:
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA25039N4084 , AU000000DRO2 , US72919P2020
Desert Gold - Vier Monate bis zur Goldproduktion
Der kanadische Goldexplorer Desert Gold Ventures Inc. (WKN: A14X09 | ISIN: CA25039N4084 | Ticker-Symbol: QXR2) hat seit Jahresanfang einen radikalen Strategiewechsel vollzogen. Dieser kommt zunehmend positiv bei den alten und neuen Investoren an, denn der Wandel bringt das Unternehmen viel schneller zur Produktion als bisher angenommen. Bis zum Jahresanfang war das kanadische Unternehmen ausschließlich mit der Exploration und der Entwicklung von Mineralressourcengrundstücken in Mali und der Elfenbeinküste beschäftigt.
Doch der hohe Goldpreis und die guten Bohrergebnisse mit im Tagebau abbaufähigen Goldgehalten hat die Unternehmensführung um CEO Jared Scharf dazu veranlasst, die Unternehmensstrategie anzupassen. In Rücksprache mit alten und neuen Investoren stellte er ein Konzept vor, wie das unternehmenseigene SMSZ-Goldprojekt bis zum dritten Quartal 2026 zur Produktion gebracht werden kann. Das Planvorhaben kam gut an; Desert Gold sammelte im Februar 2026 deutlich überzeichnete 7,22 Mio. CAD ein und setzte den Plan in die Tat um. Die nötigen Bestellungen wurden getätigt, sind auf dem Weg und sollen bereits im Mai 2026 auf der SMSZ-Liegenschaft ankommen. Die entsprechenden Vorbereitungen der Baustelle auf dem Grundstück beim Goldvorkommen „Barani-East“ laufen bereits, damit nach dem Ankommen der Schwerkraftverarbeitungsanlage und der weiteren Ausrüstungsgegenstände sofort mit dem Aufbau begonnen und dieser zeitnah abgeschlossen werden kann.
Anfänglich wird laut der letzten vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (PEA) „nur“ ca. 68 % des Goldes aus dem goldhaltigen Erz mittels der Schwerkraftverarbeitungsanlage gewonnen werden können. Der anfallende Abraum soll separiert und gelagert werden, denn mit dem kommenden Cashflow und der Erweiterung der Anlage um das Kohlenstofflaugungsverfahren (CIL) kann das restliche Gold größtenteils noch gewonnen werden. Durch dieses zusätzliche Verfahren könnte die gesamte Goldextraktion auf bis zu 92 % anwachsen. Um die bisherigen Aktionäre nicht unnötig verwässern zu müssen, soll der weitere Ausbau der Produktionskapazitäten erst durch den generierten Cashflow finanziert werden. So soll die Verarbeitungskapazität von anfänglich 350 t sukzessive auf bis zu 1.200 t goldhaltiges Gestein pro Tag ausgebaut werden. Über die nächsten zehn Jahre sollen so über 113.100 Unzen Gold abgebaut werden. Da die Gewinnmarge je Unze Gold aktuell bei über 3.000 USD liegt, würde das einen Kapitalrückfluss von über 339 Mio. USD bedeuten, was mehr als der 12-fachen aktuellen Marktkapitalisierung entspricht.
Plug Power – Was steckt hinter dem 16-%-Kurssprung?
Die Aktie von Plug Power (WKN: A1JA81 | ISIN: US72919P2020 | Ticker: PLUG) ist am Montag, den 20. April 2026, um mehr als 16 % gestiegen. Durch den starken Anstieg setzt sich der positive Trend der Aktie im April weiter fort. Anfang April hatte Plug Power bereits einen wichtigen Erfolg gemeldet, der bei den Investoren scheinbar hervorragend ankam. Das Unternehmen bekam den Zuschlag für ein 275-MW GenEco-PEM-Elektrolyseur-System für das „Courant“-Projekt von HY2GEN in Baie-Comeau, Québec, Kanada. Bei dem Projekt geht es um ein großes industrielles Elektrolyseur-System, bei dem Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Da die verwendete Energie aus erneuerbaren Quellen kommt, wird in diesem Fall „grüner Wasserstoff“ produziert werden. Durch diesen 275 MW-Auftrag zeigt Plug Power, dass es nach wie vor bei großen Industrieprojekten mitspielt.
Dennoch bleibt Plug Power ein hochspekulativer Wert, zumindest wenn nur die Fundamentaldaten angeschaut werden. Das Unternehmen konnte in 2025 seinen Umsatz von 628 Mio. USD in 2024 auf 709 Mio. USD in 2025 steigern. Dennoch ist das Umsatzniveau von 2023 noch nicht erreicht und im operativen Geschäft kommt das Unternehmen nicht aus den roten Zahlen. In 2025 wurde ein Nettoverlust von rund 1,6 Mrd. USD eingefahren. Der war zwar niedriger als 2024, als ein Nettoverlust von 2,1 Mrd. USD erreicht wurde, von der Profitabilität ist das Unternehmen aber noch meilenweit entfernt.
Positiv ist immerhin, dass das Unternehmen laut Jahresbericht zum Jahresende 2025 über rund 1,0 Mrd. USD an liquiden Mitteln inkl. verfügbaren Barmitteln verfügte. Das verschafft Plug Power zunächst Luft vor der nächsten Kapitalerhöhung, aber lange hinausgeschoben werden, kann sie nicht mehr. Im Endeffekt bleibt Plug Power ein spannender, aber sehr riskanter Turnaround- und Zukunftswert. Der neue Großauftrag aus Kanada ist ohne Frage ein bedeutendes Signal und zeigt, dass das Unternehmen technologisch und kommerziell weiterhin relevant ist. Genau deshalb ist die Aktie interessant – aber eben auch hochspekulativ.
Umsatzsprung bei DroneShield
Der Umsatz bei DroneShield (WKN: A2DMAA | ISIN: AU000000DRO2 | Ticker-Symbol: DRH) wächst rasant an und kann auch in den Kennzahlen zum ersten Quartal 2026 nachgelesen werden. Trotz dass das erste Quartal in der Regel das Schwächste ist, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um über 121 % auf 74,1 Mio. AUD an. Das ist der zweitstärkste Quartalsumsatz in der Unternehmensgeschichte. Noch stärker als der Umsatz stiegen nur noch die Zahlungen der Kunden, die einen Rekordwert von 77,3 Mio. AUD erreichten. Der Kassenbestand stieg auf 222,8 Mio. AUD und der operative Cashflow betrug 24,1 Mio. AUD.
Immer wichtiger für das Unternehmen wird das margenstarke Softwaregeschäft. Wenngleich noch ein geringer Teil des Gesamtumsatzes, stieg dieser Bereich um 205 % auf 5,1 Mio. AUD im abgelaufenen Quartal an. Die wiederkehrenden Softwareeinnahmen machen so bereits 7 % des Gesamtumsatzes aus. Wenn es der Unternehmensführung gelingt, den Anteil bis 2030 auf 30 % auszubauen, dürften auch höhere Bewertungsansätze bei den Aktien möglich sein.
Fazit
Desert Gold befindet sich derzeit im Aufbau der Produktionskapazitäten und wird bei einem weiterhin hohen Goldpreis über hohe Gewinnmargen verfügen. Die Neubewertung der Aktie hat bereits eingesetzt und der Wert stieg in den letzten beiden Monaten um ca. 60 % an. Das klingt auf den ersten Blick viel, doch bei den kommenden Gewinnmargen besitzt die Aktie noch mehrere 100 % Kurspotenzial. Weiteres Anstiegspotenzial sehen die Investoren auch bei Plug Power, wenngleich dieser Wert nach wie vor nicht profitabel ist und weiterhin hohe Verluste erzielt. Im Gegensatz dazu profitiert Droneshield von anhaltend starker Nachfrage und ist mit einem hohen Kassenbestand für die weitere Expansion gut ausgestattet.