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01.06.2026 | 05:45

Renditeturbo aktiviert? Basler AG, Desert Gold, Puma AG

  • Basler AG
  • Desert Gold
  • Puma
Bildquelle: Pixabay

Auch wenn der Iran-Konflikt nach wie vor nicht gelöst ist und die Friedensverhandlungen seit Anfang April andauern, konnte der deutsche Leitindex bereits die psychologische Marke von 25.000 Punkten überwinden. Viel dominanter waren aber die Kurszuwächse der Technologiebörse NASDAQ. Diese stieg von Allzeithoch zu Allzeithoch und in der abgelaufenen Woche wurde erstmalig die 30.000 Punktemarke überwunden. Der Nahost-Konflikt scheint keine Rolle mehr an den Börsen zu spielen und auch der Ölpreis ist wieder unter die 100 USD Marke gefallen. Welche Unternehmen aktuell davon profitieren, erfahren Sie hier:

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE0005102008 , CA25039N4084 , DE0006969603


 

Der Desert Gold - Produktionsstart in Q3 2026

Angesichts eines Goldpreises, der sich in den letzten acht Monaten oberhalb der Marke von 4.000 USD je Unze etabliert hat, stellt die aktuelle Entwicklung bei Desert Gold (WKN: A14X09 | ISIN: CA25039N4084 | FWB: QXR2) einen entscheidenden Wendepunkt für Investoren des Unternehmens dar. Das kanadische Explorationsunternehmen agiert auf seinem 440 Quadratkilometer umfassenden SMSZ-Projekt im Westen Malis und forciert sein fundamentales Wachstum. Die Unternehmensführung fährt dabei strategisch zweigleisig. Zum einen wird sich auf den bevorstehenden Start der Goldproduktion im Tagebau-Verfahren fokussiert und zum anderen soll das Ressourcenwachstum mittels zielgerichteter Bohrprogramme forciert werden. Diese operative Dynamik mit Produktionsstart im 3. Quartal 2026 veranlasste die Analysten der GBC AG in ihrer jüngsten Research-Note dazu, die bestehende Kaufempfehlung für das Papier mit einem ambitionierten Kursziel von 0,93 CAD (entspricht ca. 0,59 EUR) ausdrücklich zu bestätigen.

Der zentrale Kurstreiber für das anstehende Quartal steht bereits fest und ist die Schwerkraftanlage für das Goldprojekt Barani East. Diese ist ausgelegt auf eine Verarbeitungskapazität von 200 Tonnen pro Tag und wurde Anfang April 2026 technisch abgenommen und am 26. April 2026 offiziell verschifft. Die logistische Planung sieht die Ankunft der Anlage im Hafen von Dakar für Mitte Juni 2026 vor. Der anschließende Transport zum Produktionsstandort soll bis Ende Juni 2026 erfolgt sein. Der verbindliche Termin der Inbetriebnahme der Produktionsstätte ist bereits auf den 19. Juli 2026 festgesetzt.

Zu den logistischen Meilensteinen treibt das operative Team von Desert Gold vor Ort die Erschließung der essenziellen Wasserversorgung voran und definierte erfolgreich 15 neue geophysikalische Messlinien. Aus diesen Datenreihen wurden die ersten 13 priorisierten Bohrziele festgelegt, welche das goldhaltige Gestein systematisch bis in Tiefen von 60 bis 90 Metern ergründen werden. Um die Effizienz weiter zu steigern und Kapital primär in die Exploration und Produktion fließen zu lassen, hat das Management parallel eine wichtige administrative Optimierung vollzogen. Wie das Unternehmen Ende Mai 2026 bekannt gab, wechselt Desert Gold zur halbjährlichen Finanzberichterstattung (Semi-annual Reporting). Durch den bewussten Verzicht auf die Erstellung der Zwischenberichte für das erste und dritte Quartal reduziert das Unternehmen seine administrativen und finanziellen Aufwendungen erheblich.

Basler AG: Aktie setzt starke Rallye fort

Die Aktie der Basler AG (WKN: 510200 | ISIN: DE0005102008 | Ticker: BSL) gehört seit Ende März 2026 zu den auffälligeren Nebenwerten am deutschen Aktienmarkt. Seit dem 31. März 2026 wurde der Schalter von Bär auf Bulle umgelegt und die Aktie legte sogar einen Turbo ein. Um 154 % ging es in den letzten zwei Monaten aufwärts und auf Jahressicht sogar um 222 %. Damit hat sich das Chartbild deutlich aufgehellt und die Aktie notiert klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der kurzfristige wie mittelfristige Ausblick ist damit klar bullish.

Als deutscher Spezialist für Computer-Vision-Technologie, also für Kameras, Bildverarbeitungskomponenten und dazugehörigen Softwarelösungen, gewinnt das Unternehmen durch Automatisierung, Robotik, Logistik, Halbleiterproduktion und künstliche Intelligenz wieder deutlich an Bedeutung. Nach mehreren schwierigen Jahren scheint das Unternehmen operativ wieder in eine bessere Phase einzutreten.

Das zeigte sich bereits im Geschäftsjahr 2025. Die Basler AG erzielte einen Umsatz von 224,5 Mio. EUR nach 183,7 Mio. EUR im Vorjahr, was einem Wachstum von 22 % entspricht. Das Bruttoergebnis stieg auf 106,4 Mio. EUR, die Bruttomarge verbesserte sich auf 47,4 %. Besonders wichtig: Nach einem Verlustjahr kehrte die Basler AG wieder klar in die Gewinnzone zurück. Das Konzernergebnis lag bei 11,6 Mio. EUR, während im Vorjahr noch ein Verlust von 14,2 Mio. EUR ausgewiesen wurde. Auch der operative Cashflow war mit 30,1 Mio. EUR deutlich positiv.

Noch stärker fiel der Start in das Jahr 2026 aus. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 30 % auf 77,3 Mio. EUR. Die Auftragseingänge legten sogar um 64 % auf 85,6 Mio. EUR zu. Das ist besonders positiv, weil der Auftragseingang ein wichtiger Frühindikator für die kommenden Quartale ist. Gleichzeitig erreichte die Basler AG im abgeschlossenen 1. Quartal eine Bruttomarge von 51,5 %, ein EBIT von 17,6 Mio. EUR und eine sehr starke EBIT-Marge von 22,7 %. Das Konzernergebnis lag bei 13,0 Mio. EUR nach 4,8 Mio. EUR im Vorjahresquartal.

Aufgrund der starken Entwicklung hat das Management die Prognose für 2026 bereits angehoben. Statt 232 bis 257 Mio. EUR Umsatz erwartet die Basler AG nun 247 bis 270 Mio. EUR. Auch die erwartete EBIT-Marge wurde von 6,5 bis 10 % auf 9,5 bis 13 % angepasst. Das ist ein klares Signal, dass die operative Erholung nicht nur ein kurzfristiger Effekt sein könnte. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 900 Mio. EUR nähert sich die Basler AG der Marke von 1 Mrd. EUR an. Entscheidend wird nun sein, ob das Unternehmen die hohen Margen aus dem 1. Quartal halten kann und, ob die starke Nachfrage in China, der Halbleiterindustrie, Elektronik und Logistik weiter anhält.

Puma-Aktie springt um über 5 % - Trendwende?

Die Aktie der Puma SE (WKN: 696960 | ISIN: DE0006969603 | Ticker: PUM) gehörte in den letzten Monaten zu den stärkeren Papieren am deutschen Aktienmarkt. Das Papier stieg seit Ende November 2025 um über 105 % an und das bringt die Aktie wieder stärker in den Fokus der Anleger. Die Marktkapitalisierung liegt bereits wieder bei knapp 4,3 Mrd. EUR. Der starke Anstieg ist bemerkenswert, denn die vergangenen Jahre waren für die Aktionäre von Puma alles andere als einfach. Vom früheren Allzeithoch bei rund 115,40 EUR ist die Aktie mit aktuell 29,00 EUR weiterhin sehr weit entfernt. Um diese alten Höchststände wieder zu erreichen, müsste der Kurs noch ungefähr 297 % steigen.

Die Aktie hat eine seit März 2025 andauernde Seitwärtsphase nach oben verlassen und die wichtige Widerstandszone bei 25 Euro überwunden. Gleichzeitig notiert sie damit über wichtigen gleitenden Durchschnitten wie der 100 und 200 Tagelinie. Das Chartbild hat sich demnach deutlich verbessert und der alte Widerstand von 25 EUR ist nun als Unterstützungszone umfunktioniert.

Fundamental bleibt das Bild aber eher gemischt. Im 1. Quartal 2026 erzielte Puma einen Umsatz von 1,86 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lag der Rückgang nur bei 1,0 %, aber effektiv sank der Umsatz um 6,3 %. Positiv war, dass die Bruttomarge auf 47,7 % anstieg und das EBIT auf 51,9 Mio. EUR verbessert werden konnte. Auch das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten lag mit 26,5 Mio. Euro wieder klar im positiven Bereich. Ein wichtiger Punkt ist zudem der Lagerabbau. Puma konnte die Vorräte im 1. Quartal 2026 um 8,6 % auf 1,90 Mrd. EUR reduzieren. Das ist wichtig, weil zu hohe Lagerbestände in den vergangenen Jahren auf Margen, Rabatte und Cashflow gedrückt haben. Der freie Cashflow blieb mit minus 201 Mio. EUR zwar negativ, war aber deutlich besser als im Vorjahr, als er noch bei minus 738 Mio. EUR lag.

Für 2026 spricht das Management selbst von einem Übergangsjahr. Der Ausblick bleibt vorsichtig: Der währungsbereinigte Umsatz soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zurückgehen und beim EBIT erwartet Puma weiterhin einen Verlust zwischen minus 50 Mio. und minus 150 Mio. EUR. Die Aktie läuft also aktuell deutlich besser als die Fundamentaldaten. Genau darin liegt die Spannung. Der Markt preist offenbar eine mögliche Trendwende ein, die sich charttechnisch durch den Abschluss der Bodenbildungsphase und dem Ausbruch über die besprochenen Widerstandszonen bereits gezeigt hat.

Fazit

Desert Gold transformiert sich derzeit mit hoher Geschwindigkeit von einem reinen Explorationsunternehmen zu einem aktiven Goldproduzenten. Die Basler AG glänzt mit rasantem Kurswachstum dank starkem operativen Turnaround, hohem Auftragseingang und angehobener Prognose. Trotz schwacher Fundamentaldaten und eines vorsichtigen Ausblicks preist der Markt bei der Puma SE charttechnisch eine Trendwende ein.



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