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15.06.2026 | 05:40

Wann erfolgt der Ausbruch? Desert Gold, Gea Group, Hensoldt AG

  • Desert Gold
  • Gea Group
  • Hensoldt AG
Bildquelle: Pixabay

Die Märkte zeigen sich Mitte Juni 2026 nach wie vor in einer starken Verfassung. Die EZB hat aufgrund von Inflationsrisiken in der vergangenen Woche erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins erhöht. Dagegen signalisiert die US-Notenbank Fed bei einer Inflation von ca. 3 % und einer noch robusten US-Konjunktur eine Zinspause. Trotz bestehender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten ist der DAX nur noch 840 Punkte von einem neuen Rekordhoch entfernt. Auch die folgenden Unternehmen sind einen Blick wert, denn ein charttechnischer Ausbruch dürfte hier in Kürze bevorstehen:

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA25039N4084 , DE0006602006 , DE000HAG0005


 

Desert Gold vor der ersten Goldproduktion

Vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken, die den Goldpreis auf über 4.000 USD je Unze getrieben haben, erreicht das bisherige Explorationsunternehmen Desert Gold (WKN: A14X09 | ISIN: CA25039N4084 | FWB: QXR2) einen operativen Wendepunkt. Das Management forciert auf dem SMSZ-Projekt in der Grenzregion von Mali zu Senegal den Start der Goldproduktion im Tagebau. Die Inbetriebnahme der Produktion ist auf den 19. Juli 2026 terminiert. Die nötige Schwerkraftanlage soll in Kürze den Hafen von Dakar im Senegal erreichen und dann via LKW zum Produktionsstandort gebracht werden. Finanziert wurde Desert Gold und damit der Sprung zum Goldproduzenten angestoßen und derzeit umgesetzt, durch eine überzeichnete Eigenkapitalerhöhung, die dem Unternehmen 7,18 Mio. CAD einbrachte.

Diese Transformation wird vom Kapitalmarkt aber im Zuge der Goldkorrektur noch nicht honoriert. Diese Lücke zwischen Börsenwert und Ertragspotenzial ist dadurch hoch und bietet Investoren mit 6 bis 12 Monaten Anlagedauer ein deutliches Wertsteigerungspotenzial. Bei einer Marktkapitalisierung von 43 Mio. CAD (27 Mio. EUR) weist die PEA bei einem Goldpreis von 4.100 USD einen Nachsteuer-Kapitalwert von 124 Mio. USD bei 101 % IRR aus. Zudem wird Desert Gold mit lediglich 9 USD pro Unze Gold im Boden bewertet, wohingegen historische Übernahmeprämien bei rund 66 USD und letzte Übernahmen sogar oberhalb der 100 USD je Bodenunze Gold lagen. Ebenfalls passte das Unternehmen im Zuge der Kostendisziplin seine Finanzberichterstattung auf halbjährlich an, um die Ersparnisse in den weiteren Minenausbau und die Exploration investieren zu können.

Parallel treibt das Unternehmen bereits das Ressourcenwachstum durch ein 4.250-Meter-Bohrprogramm voran. Erste veröffentlichte Bohrergebnisse mit hohen Resultaten von 12,41 g/t Gold auf 45 Metern unterstreichen die Investmentopportunität bei Desert Gold. Zusätzliches Potenzial bietet das Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste als vielversprechendes zweites Explorationsgebiet. Angesichts der anstehenden Goldproduktion und der damit einhergehenden ersten Umsätze sieht das Researchunternehmen GBC massive Bewertungsabschläge bei der Aktie von Desert Gold. Sie empfehlen die Aktie zum „Kauf“ und sehen ein Kursziel von 0,93 CAD (0,59 EUR) als gerechtfertigt an. Bei einem derzeitigen Aktienkurs von 0,075 EUR liegt das Aufwärtspotenzial bei 786 %.

GEA Group Aktie: solide Zahlen, aber technisches Bild bleibt schwach

Die GEA Group (WKN: 660200 | ISIN: DE0006602006 | Ticker: G1A) steht aktuell wieder im Fokus der Anleger. Die kanadische Bank RBC hat die Aktie auf „Sector Perform“ belassen und das Kursziel bei 57 EUR bestätigt. Bei einem aktuellen Aktienkurs von knapp 55 EUR ergibt sich daraus nur ein Kurspotenzial von rund 3,5 %. RBC sieht GEA damit nicht negativ, aber auch nicht als Aktie mit starkem Aufwärtspotenzial. Der Spezialmaschinenbauer kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 8,9 Mrd. EUR. Seit Jahresanfang liegt die Aktie etwa 4,4 % im Minus und das technische Bild sieht noch nicht wirklich stark aus. Die Aktie liegt zwar leicht über dem 20-Tage-Durchschnitt, notiert aber weiterhin unter dem 100- und 200-Tage-Durchschnitt.

Der in Düsseldorf ansässige DAX-Konzern konnte im Geschäftsjahr 2025 den Umsatz nach 5,4 Mrd. EUR im Jahr 2024 auf 5,5 Mrd. EUR leicht steigern. Das entspricht einem Wachstum von 1,4 %. Noch besser entwickelte sich aber die Profitabilität. Das EBITDA stieg von 776,7 Mio. EUR auf 859,0 Mio. EUR und damit um mehr als 10 % an. Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen lag sogar bei 907,4 Mio. EUR. Auch der Gewinn entwickelte sich positiv und stieg um 7,5 % von 385 Mio. EUR auf 414 Mio. EUR an. Der operative Cashflow war mit 726,7 Mio. EUR klar positiv, wovon 511,8 Mio. EUR als freier Cashflow zur Verfügung standen. Im ersten Quartal 2026 setzte sich das Wachstum weiter fort. Der Umsatz stieg um 10 Mio. EUR auf 1,27 Mrd. EUR leicht an. Das EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen verbesserte sich auf 205,9 Mio. EUR und der Gewinn stieg im selben Zeitraum um 5,7 % auf 99,7 Mio. EUR an.

Hensoldt AG: Rüstungswert zwischen Wachstum und Stagnation

Hensoldt (WKN: HAG000 | ISIN: DE000HAG0005 | Ticker: HAG) profitiert als technologischer Spezialist für Sensorik, Optronik, Drohnenabwehr und Radar maßgeblich von den konsequent steigenden Verteidigungsausgaben. Trotz dieser exzellenten makroökonomischen Positionierung und rund 8,7 Mrd. EUR Börsenwert verharrt die Aktie in einer zähen Seitwärtsphase zwischen 65 und 90 EUR. Aktuell fehlt den Papieren das entscheidende Momentum, das wohl erst bei einem Ausbruch über 90 EUR zurückkehren dürfte. Ein Fall unter die charttechnische Marke von 65 EUR würde das Chartbild hingegen stark eintrüben und wahrscheinlich zu deutlichen Anschlussverkäufen durch Stop-Loss-Order führen.

Fundamental spiegelt sich die historisch hohe Nachfrage im Konzernumsatz wider, der im Geschäftsjahr 2025 solide von 2,24 Mrd. EUR in 2024 auf knapp 2,46 Mrd. EUR kletterte. Der operative Cashflow fiel mit 450 Mio. EUR robust aus und sichert die Liquidität für kapitalintensive Investitionen in neue Rüstungsprogramme. Gleichzeitig sank der Nettogewinn jedoch von 106 auf 86 Mio. EUR, was auf gestiegene Kostenstrukturen und hohe Vorleistungen hindeutet. Parallel stieg die Bilanzsumme auf 5,43 Mrd. EUR und das Eigenkapital auf 1,0 Mrd. EUR an.

Diese von solidem Umsatzwachstum und spürbarem Margendruck geprägte Dynamik setzte sich im ersten Quartal 2026 nahtlos fort. Die Erlöse stiegen zwar auf 496 Mio. EUR, doch unter dem Strich musste nun ein Nettoverlust von 20 Mio. EUR ausgewiesen werden. Angesichts der auf zuletzt 2,46 Mrd. EUR gestiegenen kurzfristigen Verbindlichkeiten muss das Management die Profitabilität künftig stärker unter Beweis stellen. Für strategische Anleger bleibt Hensoldt ein spannendes Investment, aber charttechnisch innerhalb der Seitwärtsbewegung noch nicht als interessant genug. Wer daher auf steigende oder fallende Kurse setzen will, sollte den Ausbruch über bzw. unter die Marke von 65 bzw. 90 EUR abwarten.

Fazit

Desert Gold will Ende Juli die Goldproduktion starten und bietet laut Analysten von GBC ein massives Kurspotenzial von 786 %. Bei der GEA Group bremst ein schwaches Chartbild trotz 10 % EBITDA-Wachstum das Kurspotenzial derzeit aus. Hensoldt steigert den Umsatz, kämpft aber mit Margendruck und verharrt charttechnisch im 65 EUR bis 90 EUR Korridor.



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