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24.02.2025 | 05:45

Kursrücksetzer nutzen - Buy the Dip? Almonty Industries, Baidu, Glencore

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  • Baidu
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Bildquelle: pixabay.com

Die ungebremste Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte zeigte zuletzt erste Ermüdungserscheinungen. So wurden die drei großen Indizes der USA mit Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq in den letzten beiden Handelstagen abverkauft und auch der DAX konnte sich dem nicht widersetzen. Beim DAX dürfte nach der Bundestagswahl zudem der Unsicherheitsfaktor zur anstehenden Koalitionsbildung für erhöhte Volatilität in den kommenden Wochen sorgen. Das wird aber bei ausgewählten Titeln die Chance geben, Kursrücksetzer zum Einstieg oder Nachkauf zu nutzen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: CA0203981034 , US0567521085 , JE00B4T3BW64


 

Almonty Industries - Gewinnmitnahme = Kaufchance

Südkoreas größte Wolframressource, die Sangdong-Wolfram-Mine, wird für internationale Investoren immer interessanter. Die Mine wird vom kanadischen Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker-Symbol: ALI) auf- und ausgebaut und gehört zu den größten und hochgradigsten Wolframminen der Welt. Der Aufbau der ersten Ausbaustufe soll in den nächsten beiden Monaten abgeschlossen werden, so dass im Anschluss mit dem Beginn der Wolframproduktion zu rechnen ist.

Die Mine beherbergt ein nachgewiesenes und wahrscheinliches Vorkommen von über 7,89 Mio. Tonnen wolframhaltigen Erz und befindet sich ca. 170 km ost-südöstlich von der Hauptstadt Seoul. Sie ist so reichhaltig an Wolfram, dass die Ausbeutung der Mine bis ins nächste Jahrhundert andauern wird. Aktuell sollen die Vorkommen für 90 Jahre reichen, doch zukünftige Bohrprogramme dürften die Ressource noch erweitern.
Für Südkorea könnte die Mine wieder zu einem größeren Devisenbringer werden. Diese machte in den 50er Jahren - nach dem Koreakrieg - teils über 50 % der Exportumsätze aus. War das Land seinerzeit jedoch noch wirtschaftlich rückständig, so soll durch die Vertiefung der Wertschöpfungskette die Veredlung des Erzes nun in Südkorea erfolgen. Dafür soll ein hochmoderner Industriekomplex im Umfeld der Mine aufgebaut werden, um einen höheren Mehrwert für die Region zu erwirtschaften. Staatliche Steueranreize unterstützen die Ansiedlung neuer Unternehmen in dem Verwaltungsbezirk zudem.

Durch die Zoll- & Sanktionspolitik der USA ist die Aktie von Almonty Industries bereits in den Fokus langfristig orientierter Investoren gerückt. Die Gegenmaßnahmen Chinas zu den aufgerufenen Zöllen der USA sehen unter anderem vor, dass chinesisches Wolfram ab sofort unter strengeren Ausfuhrbedingungen steht. Das befeuerte den Aktienkurs von Almonty Industries nochmals, welches Investoren der ersten Stunde zum „Kasse machen“ genutzt haben könnten. Diese Frühphaseninvestoren werden nun durch strategische Investoren ersetzt, welche die Rücksetzer als Kaufgelegenheit (Buy the dip) nutzen.

Glencore enttäuscht kurzfristig

Das in der Schweiz ansässige Rohstoffunternehmen Glencore (WKN: A1JAGV | ISIN: JE00B4T3BW64 | Ticker: 8GC) hat in der vergangenen Woche seine Geschäftszahlen zum abgelaufenen Quartal vorgestellt. Diese fielen schwach aus und die Aktie kam unter Druck. Die Erwartungen der Analysten an das operative Ergebnis wurden klar verfehlt und auch die Aktienrückkäufe fielen geringer aus als erwartet. Belastend wirkt sich auch die derzeit hohe Nettoverschuldung des Unternehmens aus.

Konkret wurde ein EBITDA von 14,36 Mrd. USD erzielt, während die Analysten im Schnitt 14,55 Mrd. USD erwartet hatten. Im Vergleich zum Vorjahr fiel das Ergebnis daher statt um 15 % sogar um 16 %. Verantwortlich für den starken Rückgang war das Kohlegeschäft des Konzerns, da der Kohlepreis im Laufe des Jahres 2024 auf niedrigem Niveau weiter fiel. Der Konzern gab daher für 2025 auch nur einen verhaltenen Ausblick und erwartet ein EBITDA von 15,5 Mrd. USD. Analysten hatten hier aber eher 16,85 Mrd. erwartet und entsprechend mussten auch sie ihre Prognosen anpassen.

Auch die Produktionserwartungen bei Kupfer für die Jahre 2025 bis 2027 wurden aufgrund niedriger Fördermengen um 5 % bis 8 % reduziert. Besonders ins Auge fallen hier die Minenpläne in Südamerika. Bei der Zinkproduktion sind die Fördermengen noch schlechter zu kalkulieren und könnten zwischen 2 % bis 14 % niedriger ausfallen. Belastend im abgelaufenen Quartal waren zudem Sonderabschreibungen in Höhe von 3,6 Mrd. USD im zweiten Halbjahr. 1,5 Mrd. USD entfielen dabei auf Wertminderungen bei Schmelzbetrieben sowie 900 Mio. USD für Umweltauflagen an stillgelegten Standorten.

Übertriebener Abverkauf bei Baidu

Als chinesisches Pendant zu Google wird Baidu (WKN: A0F5DE | ISIN: US0567521085 | Ticker-Symbol: B1C) gerne bezeichnet, doch das trifft nicht in Gänze auf den Techkonzern zu. Baidu ist z. B. auch stark im Bereich der autonomen Elektromobilität aktiv und kooperiert mit Unternehmen wie Geely Auto. Gemeinsam wurde die neue Premium-Marke JI YUE geschaffen und aufgebaut. Die vollelektrischen Autos sind in der Preisklasse des VW-Golfs angesiedelt und eine klare Kampfansage an die chinesischen und internationalen Automobilhersteller.

Die breite Diversifizierung des Unternehmens macht sich aber noch nicht bei den Umsätzen bemerkbar. So fiel der Quartalsumsatz im vierten Quartal um 2 % zum Vorjahr auf ca. 4,675 Mrd. USD zurück. Das operative Ergebnis fiel zum Vorjahr sogar um 27 % auf ca. 537 Mio. USD zurück und der freie Cashflow betrug nur noch 3,15 Mio. USD. Hintergrund für die Rückgänge ist vor allem das schwache Geschäft mit Online-Werbung, das durch das starke Wachstum im Bereich des KI-Cloudgeschäftes noch nicht kompensiert werden konnte. Das beschleunigt sich aber und mit dem im Januar vorgestellten DeepSeek, dürfte die Nachfrage im Reich der Mitte im Cloudgeschäft weiter anziehen. Im vierten Quartal stieg der Umsatz in diesem Segment bereits auf knapp 1 Mrd. USD bzw. 27 % an.

Daher rechnen Analysten mit einer zunehmenden Dynamik in diesem Bereich und im Cloudgeschäft mit einem Anstieg in 2025 in Höhe von 21 % und in 2026 von 15 %. Die Analysten von HSBC hoben z. B. das Kursziel auf 94 USD an.

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Fazit

Die Aktie von Almonty konnte trotz Gewinnmitnahmen in den letzten zwei Handelswochen auf Jahressicht um 180 % zulegen. Kursrücksetzer sollte langfristig orientierte Anleger zum Einstieg nutzen. Die Trendwende erreicht haben sollte die Aktie von Baidu die nahe am Dreijahrestief notiert. Von einer Trendwende träumen derzeit die Aktionäre von Glencore die nach dem letzten Unternehmensbericht auf ein Vierjahrestief gefallen ist.



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