21.04.2026 | 05:45
Marktdruck und Marktpotenzial - Alstom, Antimony Resources, Deutsche Telekom
Der DAX bewegt sich nach einer hochvolatilen Phase der letzten sechs Wochen wieder auf dem Niveau von Anfang Februar. Bei den Investoren im Fokus stehen dennoch die geopolitischen Entwicklungen, insbesondere die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten. Dies sorgte zuletzt für den deutlichen Kursanstieg der letzten drei Handelswochen. Gleichzeitig belasten die steigenden Energiepreise die Inflationserwartungen in Deutschland und der Eurozone, was die Zinspolitik der EZB wieder stärker in den Vordergrund rückt. Die Anleger agieren daher eher selektiv und sektorenabhängig, wo ausgewählte Werte teils deutlich zulegen konnten, aber auch einige Abverkäufe stattfanden.
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
FR0010220475 , CA0369271014 , DE0005557508 , US8725901040
Alstom stürzt um mehr als 27 % ab
Die Aktie von Alstom (WKN: A0F7BK | ISIN: FR0010220475 | Ticker: AOMD) ist am Freitag, den 17. April 2026, um mehr als 27 % eingebrochen. Was ist bei dem französischen Zug- und Schienenhersteller passiert? Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 7 Milliarden Euro und über 80.000 Mitarbeitern sind die Franzosen das zweitgrößte Unternehmen der Welt im Bereich Bahntechnik. Doch nach Vorlage des vorläufigen Ergebnisses für das am 30.03. endende Geschäftsjahr 2025/26 waren die Anleger enttäuscht. Zwar ist die Auftragslage und der Umsatz gut, aber bei der Profitabilität hapert es. Der Umsatz stieg von 18,4 Mrd. EUR auf 19,2 Mrd. EUR und der gesamte Auftragsbestand für die nächsten Jahre liegt oberhalb von 100 Mrd. USD. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten davon neue Aufträge im Gegenwert von 27,6 Mrd. EUR akquiriert werden.
Doch die Herausforderung des Unternehmens lag im Bereich der EBIT-Marge, denn diese sank im Vergleich zum Vorjahr von 7 % auf 6 %. Auch der freie Cashflow reduzierte sich von 502 Mio. EUR auf 330 Mio. EUR. Hier zeigen sich die Probleme des Unternehmens, denn es kämpft mit Verzögerungen und Schwierigkeiten bei einigen Projekten, die sich entsprechend belastend auswirken. Für das neue Geschäftsjahr 2026/27 hat sich Alstom vorsichtig geäußert und geht von einem Umsatzwachstum von ca. 5 % aus. Die EBIT-Marge soll oberhalb der 6 % liegen, weicht aber deutlich von den früheren Zielen von 8 bis 10 % ab. Das machte die Marktteilnehmer skeptisch und verkauften die Papiere.
Antimony Resources deutliches Kurspotenzial
Infolge der US-Handelssanktionen gegen China hat sich der Antimonpreis in Nordamerika von ca. 14.500 USD je Tonne Anfang 2024 auf zuletzt über 49.000 USD je Tonne mehr als verdreifacht. Davon profitierte das Explorationsunternehmen Antimony Resources (WKN: A414DM | ISIN: CA0369271014 | Ticker-Symbol: K8J0) mehr als deutlich und der Aktienkurs konnte sogar noch stärker zulegen als der Rohstoff selbst.
Im Zentrum des kanadischen Unternehmens steht das Bald-Hill-Projekt in New Brunswick in Kanada. Dieses Projektgebiet wurde seinerzeit per Optionsvertrag von dem Royaltyunternehmen Globex Mining übernommen. Die ersten neuen Bohrergebnisse belegen weiterhin ein hochgradiges Vorkommen mit durchschnittlichen Antimongehalten von 3–4 %. Stellenweise reichen Teilabschnitte sogar bis auf einen Gehalt von 30 % Antimonanteilen heran. Das derzeit laufende 10.000 m - Bohrprogramm ist bereits zur Hälfte abgeschlossen und bislang bestätigten sich die geologischen Erwartungen an das Gebiet.
Der entscheidende Kurstreiber für die Aktie wird in den nächsten Wochen erwartet. Bis Anfang Mai 2026 soll die erste offizielle Mineralressourcenschätzung (MRE) nach dem NI-43-101-Standard durch SRK-Consultants aus Toronto vorgelegt werden. Der letzte technische Bericht schätzt das Antimonvorkommen auf 70.000 t bis 123.700 t in den rund 2,7 Mio. t Erz. Die nun kommende MRE könnte dieses Vorkommen ggf. noch deutlich erweitern.
Für das Researchhaus GBC AG ist die Aktie jedenfalls eine Empfehlung zum „Kauf“ mit einem Kursziel von 3,00 CAD (1,90 EUR). Da der Kurs der Aktie derzeit bei 1,16 CAD (0,70 EUR) notiert, ergebe sich bei Eintreten des Kurszieles ein Aufwärtspotenzial von ca. 158 %.
Deutsche Telekom Aktie brach deutlich ein - Was ist passiert?
Am Montag, den 13. April 2026, hat die Aktie der Deutschen Telekom (WKN: 555750 | ISIN: DE0005557508 | Ticker: DTE) an nur einem einzigen Handelstag mehr als 6 % verloren. Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 140 Mrd. EUR und knapp 200.000 Mitarbeitern ist so ein Kursverlust schon erheblich. Daher stellt sich die Frage, was bei der Nummer 5 von Deutschlands größtem börsennotierten Unternehmen passiert ist. Auslöser für den Abverkauf dürfte die Marktskepsis seitens JPMorgan gegenüber dem US-amerikanischen Mobilfunkmarkt sein. Wettbewerber wie AT&T haben ihre Preise deutlich gesenkt und gehen in einen aggressiven Wettkampf bei der Kundengewinnung über. Das setzt aber die Preise bei der Telekomtochter T-Mobile US (WKN: A1T7LU | ISIN: US8725901040 | Ticker-Symbol: TM5) unter Druck, was zu geringeren Margen und niedrigeren Gewinnen führen dürfte.
Durch den Abverkauf ist auch die Aktie wieder unter ihren 200-Tage-Durchschnitt gefallen, was besonders von größeren Investoren als kritische Schwelle angesehen wird und zur Vorsicht mahnt. Da die Telekom mittlerweile rund 60 % des gesamten Umsatzes im US-Geschäft erzielt, schlagen Umsatz- und Gewinnrückgänge entsprechend in der Bilanz deutlich durch. Bereits im ersten Halbjahr 2025 trennte sich Warren Buffett von seiner kompletten Position an T-Mobile US. Das zeigte bereits an, dass die Investorenlegende nur noch wenig Potenzial für weiteres nachhaltiges Wachstum sah, denn sonst hätte dieser die Anteile behalten.
Mitte Mai will das Unternehmen die Kennzahlen zum ersten Quartal 2026 veröffentlichen und dann wird man besser einschätzen können, ob dieser mögliche Preiskampf in den USA bereits Spuren hinterlassen hat. Nach den finalen Zahlen für 2025 ist die Deutsche Telekom aber sehr solide aufgestellt. Beim Umsatz ging es von 115 Mrd. EUR im Jahr 2024 auf 119 Mrd. EUR im Jahr 2025 leicht nach oben. Das Eigenkapital lag bei 92 Mrd. EUR, aber das EBITDA lag 2025 bei 48. Mrd. EUR und damit unter dem Vorjahreswert von 50,3 Mrd. EUR. Noch klarer sieht man das beim Gewinn nach Steuern. Der lag 2025 bei 14,9 Mrd. EUR und damit spürbar unter den 17,6 Mrd. EUR aus dem Jahr 2024.

Fazit
Die Bahntechnik-Aktie von Alstom ist durch sinkende Margen deutlich unter Druck geraten und die Marktteilnehmer sind derzeit skeptisch für die Zukunft. Wer indirekt vom steigenden Antimonpreis profitieren möchte, der schaut sich den Antimon-Explorer Antimony Resources an, denn dessen Antimonvorkommen bilden einen interessanten Hebel auf den Preis von Antimon. Unter Druck geraten sind neben den Alstom-Aktien auch die Aktien der Deutschen Telekom. Hier erwarten Investoren einen Preiskampf, welcher zu Lasten der Gewinnmargen des Unternehmens gehen dürfte.