Menü

20.01.2021 | 05:45

Medien- und Datenkraken an der Börse - Aspermont, Palantir Technologies, ProSiebenSat.1 Media

  • prosiebensat
  • Aspermont
  • Palantir
Bildquelle: pixabay.com

Nicht nur angewandtes Wissen ist Macht, sondern auch Daten und die richtige Auswertung der Datensätze. Dass damit sehr viel Geld verdient werden kann, zeigen Unternehmen wie Facebook, Google, Amazon & Co. mit hunderten von Milliarden USD an Marktkapitalisierung. Doch welche Unternehmen haben einen ähnlichen Datenschatz und fangen erst an diesen sukzessive zu heben? Bei den folgenden börsennotierten Unternehmen sollte einmal genauer hingeschaut werden, ob darunter nicht die ein oder andere Perle zu finden ist.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: US69608A1088 , DE000PSM7770 , AU000000ASP3 , US48251W1045 , US30303M1027


 

Aspermont - 185 Jahre Historie werden digitalisiert

Das australische Medienunternehmen Aspermont (WKN: A0NGFS ISIN: AU000000ASP3 Ticker: 00W) war ein über 185 Jahre altes Offline-Unternehmen, das mit Printausgaben und Werbeanzeigen sein Geld verdiente. Mit seiner Fokussierung auf die globale Rohstoffindustrie ist Aspermont der weltweit führende Mediendienstleister in dieser Nische. Das Who is Who des Rohstoff-, Banken-, Industrie- und Beratungssektors gehört zum Kundenstamm von Aspermont. Diese nutzen das Unternehmen nicht nur für Veröffentlichungen und Eigenwerbung, sondern verwenden auch intensiv das exklusive Datenmaterial der unternehmenseigenen Datenbank. Diese Datenbank des Unternehmens geht dabei auf das seit über 185 Jahre in London publizierte Mining Journal und das seit über 110 Jahren publizierte Mining Magazine zurück. Solche historischen Daten hat sonst niemand so gebündelt auf der Welt. Mittlerweile und teilweise gezwungener Maßen ist auch Aspermont in der digitalen Welt angekommen. Der schmerzhafte Anpassungsprozess der letzten 12 Jahre hin zur Digitalisierung von Anwendungen schlägt sich jetzt aber in steigenden Umsätzen und Gewinnen nieder. 3,7 Millionen Nutzer erreicht Aspermont im Jahr und erzielt einen Umsatz von 15,2 Millionen AUD (9,6 Millionen Euro). Mit einer Marktkapitalisierung von 34,6 Millionen AUD (22,0 Millionen Euro) und einem Cash Bestand von 4,4 Millionen AUD (2,8 Millionen Euro) ist das schuldenfreie Unternehmen aktuell sehr günstig bewertet.
Wer sich von den Lesern noch an die wallstreet:online Story von vor 2 bis 3 Jahren zurück erinnert, fühlt sich bei Aspermont ein wenig in der Zeit versetzt und sollte diese zweite Chance ergreifen. (Anm.: Mit 0,015 AUD (0,0085 Euro) je Aktie sollte bei der Order-/Limiteingabe aber kein Fehler gemacht werden).

Palantir - Die Datenkrake schlechthin

Die US-amerikanische Datenkrake Palantir Technologies (WKN: A2QA4J ISIN: US69608A1088 Ticker: PTX) konnte seit November 2020 bereits 7 neue Verträge mit Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor schließen. Die Kundenliste ist beeindruckend und auch das Pentagon nutzt die Softwareplattform für Geheimdienste zur Unterstützung von „Terrorismusbekämpfungsmaßnahmen“. Die Software von Palantir ermöglicht es, den Endanwendern Datensätze aus allen Quellen einzuspeisen (Facebook, WhatsApp, Instagram, Xing, LinkedIn, …), diese zu analysieren und die Datensätze zu verknüpfen und darin Muster zu erkennen. Ob das datenschutzrechtlich alles richtig ist, mag bezweifelt werden, aber wenn auch die EU als Kunde dazu gehört, dann wird das mit „Sicherheit“ alles seine Richtigkeit haben.
Wenn wir die datenschutzrechtlichen Bedenken beiseitelegen und die Bewertung von Facebook betrachten, dann ist zu erkennen, dass bereits die „Facebook Welt“ aufgrund gesammelter Daten sehr hohe Umsätze & Margen generiert. Palantir selber schätzt seinen adressierbaren Markt im Regierungssektor allein in den USA auf 26 Milliarden USD pro Jahr. Da Palantir zudem bereits in vielen Bereichen der kritischen Infrastruktur in den USA eingesetzt wird, ist es unwahrscheinlich, dass diese Software zeitnah ausgetauscht wird. Im Gegenteil. Die Effektivität und Effizienz ist so hoch, dass zu den bestehenden Verträgen immer auch Folgeverträge unterzeichnet worden sind. Das spricht sich rum.

150 Prozent für ProSiebenSat.1 Media

Die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777 ISIN: DE000PSM7770 Ticker: PSM) kannte seit März 2020 nur eine grobe Richtung – steil aufwärts. 150 Prozent Kurszuwachs bis zum 08.01.2021 verbuchten Investoren, die den Corona-Crash erfolgreich für sich zum Einstieg nutzen konnten. Doch dann kam letzte Woche die Mitteilung von dem Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR), dass sich dieser von einem Großteil seiner Anteile getrennt hat. Die Beteiligung wurde von 6,61 Prozent auf 0,28 Prozent reduziert. Die Aktie von ProSiebenSat.1 Media fiel seitdem von 14,33 Euro auf 13,36 Euro zum heutigen Mittwoch, den 20.01.2020 zurück. Das ist nur leicht unter dem von KKR geforderten Mindestpreis von 13,42 Euro je Aktie. Dass ein Finanzinvestor wie KKR nicht ewig an Bord bleibt, war sicherlich zu erwarten. Viel interessanter ist aber die Beteiligung von Mediaset, des größten kommerziellen TV Senders von Italien, an der ProSiebenSat.1 Media. Rund 24 Prozent soll der direkte und indirekte Anteil via Derivate der Italiener an dem deutschen Privatsender & Beteiligungsunternehmen sein. Es halten sich daher hartnäckig die Gerüchte, dass Mediaset mit dem Ausbau der Anteile an ProSiebenSat.1 Media einen europaweiten Medienkonzern schaffen will.


Interessenskonflikt

Gemäß § 85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Ita Joka S. A. sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Ita Joka S. A. (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Ita Joka S. A. behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Ita Joka S. A. sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Ita Joka S. A. für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Ita Joka S. A. bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf derfinanzinvestor.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Ita Joka S. A. und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Ita Joka S. A. und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Weitere Kommentare zum Thema:


Gefahr gebannt, Chance erkannt - Almonty Industries, Palantir, Siltronic

Gefahr gebannt, Chance erkannt - Almonty Industries, Palantir, Siltronic

Kommentar vom 23.01.2026 | 05:45

Der Streit zwischen den EU-Staaten und den USA um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland sowie die angedrohten Zölle der USA an acht Staaten Europas, konnten bei mehreren Treffen in Davos vorerst beigelegt werden. Der NATO-Generalsekretär Rutte bestätigt eine grundsätzliche Einigung, aber auch, dass noch weitere Verhandlungen folgen und diese schriftlich festgehalten werden müssen. Diese Nachricht sorgte nach den Kursrücksetzern zu Beginn der Woche für Entspannung an den amerikanischen und europäischen Indizes. Nun kann der Fokus wieder geändert und der Blick auf folgende Unternehmen gelegt werden:

Zum Kommentar


Rohstoffe bewegen die Welt – Aspermont, Baidu, Chevron, Kunlunxin Aktie

Rohstoffe bewegen die Welt – Aspermont, Baidu, Chevron, Kunlunxin Aktie

Kommentar vom 07.01.2026 | 05:45

Wieder einmal mischen sich die USA in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes ein, greifen kurzerhand den souveränen Staat Venezuela an und entführen dessen Präsidenten. Dabei geht es nicht um Demokratie oder Menschenrechte, sondern rein um wirtschaftliche und geopolitische Interessen. Zum einen wollen sich die USA den Zugriff auf die Ressourcen des Landes, allen voran Erdöl, sichern und zum anderen die zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt, China, von diesem Ressourcenzugriff fernhalten. Bisher saugte China mehr als 30 % aller Exporte von Venezuela auf, doch durch den völkerrechtswidrigen Angriff der USA stehen die massiven Investitionen des Reichs der Mitte sowie die bisherigen Importe infrage.

Zum Kommentar


Jetzt geht es los - Almonty Industries, Hensoldt, Palantir

Jetzt geht es los - Almonty Industries, Hensoldt, Palantir

Kommentar vom 18.12.2025 | 05:45

Ein Frieden in der Ukraine ist derzeit trotz laufender Gespräche nicht absehbar. Der 28-Punkteplan der USA als Friedensvorschlag wäre für Russland akzeptabel gewesen und hat in weitesten Teilen der vorherrschenden Realität am Boden Rechnung getragen. Doch die ukrainische Führung unter Präsident Selenskyj und der Beeinflussung durch die EU verschließt sich nach wie vor den Tatsachen der militärischen Erfolge Russlands und will nur einen vorläufigen Waffenstillstand erreichen. Für Rüstungs- wie auch Zulieferer- und Rohstoffunternehmen bedeutet dies weiter anhaltende Nachfrage nach deren Gütern und entsprechend auch nach den dazugehörigen Aktien.

Zum Kommentar