17.02.2026 | 05:45
Rücksetzer nutzen und zukaufen – Aspermont, Carl Zeiss Meditec, Palantir
Die USA bauen ihre Präsenz im Nahen Osten in den letzten Wochen verstärkt aus, um sich auf einen Angriff auf den Iran vorzubereiten. Die Logistik läuft derzeit auf Hochtouren, was durch eine massive Zunahme des Flugverkehrs von und zu dem militärischen Stützpunkt in Ramstein indirekt auch in Deutschland nachvollzogen werden kann. Damit ist der Angriff der USA nicht eine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann, was entsprechend deutliche Auswirkungen auf die Börsen und damit auf die Preise für Aktien, Anleihen und Rohstoffe haben dürfte. Daher sollten sich Investoren bereits jetzt die Frage stellen, welche Sektoren von einem Angriff profitieren und welche davon negativ betroffen sein dürften. Interessant dürften somit Rücksetzer bei diesen Aktien sein, die eher auf der Gewinnerseite stehen dürften:
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
AU000000ASP3 , DE0005313704 , US69608A1088
Aspermont erfolgreiche XaaS mit Everything as a Service
Nach der Strategieanpassung des Unternehmens und den darauf folgenden Übergangsjahren 2024 und 2025, konnte das australische Medienunternehmen Aspermont (WKN: A0NGFS | ISIN: AU000000ASP3 | Ticker: 00W) seine digitale Transformation erfolgreich fortsetzen. Die digitalen Produkte sind als Everything as a Service (XaaS) etabliert und die Abonnentennachfrage steigt beständig von Quartal zu Quartal an. Das liegt für den Marktführer im B2B Medienbereich des globalen Rohstoffsektors natürlich auch an dem wachsenden Interesse von Investoren an Rohstoffen und Rohstoffunternehmen, über die Aspermont über seine elf verschiedenen Medienmarken seit knapp zwei Jahrhunderten berichtet.
Ablesbar ist die Entwicklung am stetig wachsenden Abonnentenumsatz, der bereits in 37 aufeinanderfolgenden Quartalen gesteigert werden konnte. Die Umsatzwachstumsrate war in den letzten neun Jahren mit über 10 % p. a. sehr hoch, aber die Wachstumskurve schwächte sich im letzten Jahr auf 4 % im Vergleich zu 2024 ab. Insgesamt macht das Segment ca. 66 % der Unternehmensumsätze aus und ein neuer Servicebereich wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Rohstoffkonzern Rio Tinto eingeführt. Mit einer Investitionssumme von 550.000 AUD beteiligt sich der Rohstoffriese an den Kosten der Digitalisierung aller Bohrdaten, die in den letzten 190 Jahren der Unternehmensgeschichte der heutigen Aspermont-Medienmarken veröffentlicht worden sind.
Gleichzeitig baut Aspermont mit der Digitalisierung seiner Unternehmensdaten eine Such- und generative KI-Plattform basierend auf einem Large Language Model (LLM) auf, dessen Beta Version im August 2025 eingeführt wurde. Darauf erhielt Rio Tinto im Zuge der Investition das Erstzugriffsrecht und erhofft sich somit einen strategischen Wissensvorsprung bei anstehenden Investitionsentscheidungen, sei es bei Unternehmensbeteiligungen oder Unternehmensübernahmen. Aspermont selbst bezeichnet die Plattform als Mining-IQ Version 1 und diese wird Tag für Tag und Woche für Woche mit den digitalisierten Daten weiter auf- & ausgebaut. In 2026 soll die Plattform weiter vermarktet werden und etliche große Bergbauunternehmen zeigten z. B. auf der Bergbaumesse Future of Mining Australia deutliches Interesse an dem Zugriff auf diese Datenbank. Dieses Interesse sollte sich daher an weiter zunehmenden Umsätzen des Unternehmens zeigen, sodass die derzeitige Marktkapitalisierung von ca. 20,4 Mio. AUD (12,14 Mio. EUR) als günstige Einstiegschance bei diesem Wachstumswert anzusehen ist.
Palantir Technologies im Crashmodus
Das Analyse- und Überwachungsunternehmen Palantir Technologies (WKN: A2QA4J | ISIN: US69608A1088 | Ticker-Symbol: PTX) erreichte im vierten Quartal 2025 mit 179,98 EUR sein bisheriges Allzeithoch. Doch seitdem setzten Gewinnmitnahmen dem Kurs deutlich zu und die Shortangriffe von Leerverkäufern befeuerten zuletzt den Abverkauf deutlich. Kein Geringerer als Star-Investor Michael Burry hält einen weiterlaufenden Crash von bis zu 65 % des Kurses für möglich. Bekannt geworden ist der auch als „Big-Short“ bezeichnete Investor wegen seiner Wette gegen die Immobilienblase von 2008.
Dieses Mal zweifelt der ehemalige Hedgefonds-Manager die Qualität des Unternehmensgewinns von Palantir an. Besonders die signifikante Verwässerung der Aktionäre durch die hohen Kosten von aktienbasierten Kompensationszahlungen an das Management sind ihm ein Dorn im Auge. Auch die hohen Erwartungen der Marktteilnehmer an das bereits eingepreiste starke Unternehmenswachstum dürfte auf Dauer nicht haltbar sein. Entsprechend drastisch ist sein Kursziel von 46 USD, was vom aktuellen Kurs von 131 USD (110 EUR) noch einem weiteren Crash um 65 % entsprechen würde.
Carl Zeiss Meditec nach 87 % Kursverfall
Das in Jena ansässige Medizintechnikunternehmen Carl Zeiss Meditec (WKN: 531370 | ISIN: DE0005313704 | Ticker-Symbol: AFX) kämpfte in den letzten Jahren mit Umsatzrückgängen. Über die vergangenen Jahre wurde die Lage immer angespannter und zuletzt rutschte das Unternehmen sogar in die Verlustzone. Diese trostlos scheinende Lage und der Kurssturz der Aktie in den letzten viereinhalb Jahren von 195,40 EUR um über 86 % auf zuletzt 26,12 EUR zwingt die Konzernleitung zu einem einschneidenden Strategiewechsel.
Die zurückhaltende Nachfrage im globalen Gesundheitssektor, aber vor allem auch die geringe Nachfrage von chinesischen Kliniken, die einst für das starke Wachstum verantwortlich waren, veranlasst Carl Zeiss Meditec zu Kostensenkungen und stärkeren Produktionsverlagerungen. Ziel der Verlagerung ist dabei China selber und das Unternehmen will nun die dortige lokale Wertschöpfungskette weiter ausbauen. Der Anpassungsdruck wird dabei zu Lasten der europäischen Standorte gehen, was mittelfristig aber die Gewinnmargen stabilisieren und die Marktposition festigen sollte.
Fazit
Die Aktie von Aspermont konnte sich seit dem Allzeittief von März 2025 wieder deutlich erholen und plant für März 2026 einen Aktiensplit von 250 zu 1. Damit verlässt das Unternehmen nicht nur den Pennystock Bereich, sondern bestätigt auch den vor über drei Jahren erfolgreich durchgeführten Strategiewechsel. Eine ähnliche Transformation will die Unternehmensführung bei Carl Zeiss Meditec mit Produktionsverlagerung erreichen, was aber kurzfristig noch nicht zu einer Stabilisierung des Aktienkurses geführt hat. Diese Stabilisierung sollten potenzielle Investoren derzeit noch abwarten. Ebenfalls zurückhaltend ist derzeit die Nachfrage nach Aktien von Palantir, besonders nachdem Star-Investoren wie Michael Bury vermehrt auf weitere Kursverluste hinweisen. Das bietet aber antizyklischen Investoren die Chance, bei weiteren Kursrücksetzern in die Zweistelligkeit hinein bei der Aktie wieder einzusteigen.