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26.08.2020 | 05:45

Milliarden Markt, Trendwende, Kosmetik und Debt to Equity – Aurora Cannabis, EXMceuticals Inc., BASF SE

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Die letzten 36 Monate waren für die BASF Aktionäre sehr hart und sie büßten bis zur Woche vom 16 März 2020 ca. 62% ihres Aktienwertes ein. Das klingt freilich nach hohen Verlusten, aber es lebt sich angenehmer als Aktionär von BASF, wenn sich bei der Kursentwicklung mit noch schlechteren Aktien verglichen wird.
Aurora Cannabis zum Beispiel verlor von der Spitze vom 15. Oktober 2018 bis hin zur ersten Maiwoche 2020 über 96% des gesamten Börsenwertes. Dieses im Vergleich, beruhigt den ein oder anderen Marktteilnehmer, denn somit hat es andere Investoren noch schlimmer getroffen. Aber nach jedem Abschwung besteht immer die Option, dass sich der negative Trend umkehrt.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann


 

Aurora Cannabis – Bodenbildungsphase und Trendwende

Circa 1 ½ Jahre, von Oktober 2017 bis März 2019, dauerte der Cannabis Hype um Aurora Cannabis (ISIN: CA05156X8843 WKN: A2P4EC Ticker: 21P1) und viele Investoren konnten, sofern sie Kasse gemacht haben, ihren Einstiegskurs vervielfachen. Doch wer zu spät aus den Medien von dem deutlichen Anstieg im Cannabissektor erfuhr und zu den Hochzeiten der Cannabis-Aktien-Blase einstieg, der hatte vom Allzeithoch im Oktober 2018 bis schließlich Mitte Mai 2020 insgesamt 96,15% seiner Investitionen verloren. Erst am 14. Mai 2020 wurde das bisherige Allzeittief bei Aurora Cannabis mit 7,50 CAD je Aktie ausgebildet.
Zum Vergleich: das Hoch lag am 16. Oktober 2018 bei 194,88 CAD.
Die Bodenbildungsphase könnte bei Aurora Cannabis seit dem 14. Mai 2020 abgeschlossen sein, denn an diesem Tag setzte mit Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen die Trendwende ein und der Kurs stieg bis zum 19. Mai 2020 auf 26,79 CAD und damit um den Faktor 3,5. Dieser Anstieg wurde bis heute, den 26. August 2020 bis auf 12,47 CAD je Aktie abverkauft, jedoch könnte der nächste Kursschub zu den anstehenden Quartalszahlen einsetzen und dann die diesjährigen Hochs wieder aus dem Markt nehmen.
Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt noch 1,418 Mrd. CAD und in der Spitze lag dieser bei 22,16 Mrd. CAD.

EXMceuticals Inc. – Cannabiskosmetik und Debt to Equity

Das junge Cannabisunternehmen EXMceuticals Inc. (ISIN: CA30207T1049 WKN: A2PAW2 Ticker: 9OM1) hat sich in den letzten Wochen umstrukturiert und auf den europäischen Wachstumsmarkt für pharmazeutische und nutrazeutische Cannabisprodukte fokussiert.
Spannend bei der Umstrukturierung ist vor allem die deutliche Verringerung der Schulden von EXMceuticals Inc., und dass diese Umwandlung von Schulden in Aktien (Debt to Equity) seitens der Insider erfolgt ist (siehe News vom 21. August 2020).
Das zeugt von Vertrauen seitens der Beteiligten in die Substanz und das Potential der Firma, gerade vom Vorsitzenden und CEO Jonathan Summers.
Auch die gestrige Nachricht vom 25. August 2020 lässt aufmerken. Unter dem Projektnamen SkanABility wird das Unternehmen die Wirtschaftlichkeit von Cannabis-Wirkstoffen in kosmetischen Produkten und Aromatherapieprodukten überprüfen. Außerdem soll aus den Fasern und Wachsen der Cannabispflanze, welche klassischerweise Abfallprodukte bei der Erzeugung von Cannabinoiden sind, biologisch abbaubares Verpackungsmaterial entstehen.
Damit könnte eine vollständige und nachhaltige Verwertung der Cannabispflanze sichergestellt werden, indem die Kosmetika für Gesichtsreinigungsprodukten bei Akne im Karton aus den Resten der Cannabispflanze an die großen Pharmafirmen verschickt werden.
Das bereits laufende Projekt I&D COVID-19-Initiative, bei dem die virusabtötende Wirkung von Cannabis- und Terpenmolekülen im Hinblick auf die Bekämpfung des COVID-19-Erregers SARS-CoV-2 erforscht werden soll, ist bereits als Förderungsantrag bei der portugiesischen Regierung eingereicht. Sollte die Wirksamkeit dieser Moleküle nachgewiesen werden, dann könnten die zentralen Komponenten zur Bekämpfung von weltweiten Virusausbreitungen verwendet werden. Eine Bestätigung der Förderungsbewilligung liegt seitens der portugiesischen Behörden jedoch noch nicht vor.

BASF – Zulassung Balaya - Milliardenmarkt

Nachdem die Bayer AG (ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001 Ticker: BAYN) mit dem Kauf von Monsanto und dem höchstwahrscheinlich krebserregenden Mittel Glyphosat über 45 Milliarden an Marktkapitalisierung verloren hat, konnte die BASF (ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11 Ticker: BAS) gestern, den 25. August 2020, mit richtig guten Nachrichten aufwarten.
Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen hat die Zulassung für das Pflanzenschutzmittel Balaya, welches als Fungizid gegen Pilzbefall bei Getreide helfen soll, erhalten.
Das ist bereits das dritte zugelassene Mittel von BASF mit dem 2019 eingeführten Wirkstoff Revysol und soll in wenigen Jahren einen Umsatz von über einer Milliarde Euro p.a. für den Konzern erwirtschaften. Weitere Produkteinführungen sind geplant und im Laufe von diesem Quartal soll auch noch der neu entwickelte Unkrautvernichter Luximo auf den Markt gebracht werden.

Fazit

Solange Aurora Cannabis über dem Tiefstkurs von Mai 2020 bleibt, könnte mit den Ergebnissen des nächsten Quartalsberichtes der Turnaround abgeschlossen sein und ein nächster Kursschub anstehen.
EXMceuticals Inc. hat sich in den letzten Monaten umstrukturiert, den Verschuldungsgrad runtergefahren und sich auf den europäischen Markt für pharmazeutische und nutrazeutische Cannabisprodukte ausgerichtet. Die Nachfrage nach hochreinen Cannabinoiden mit pharmazeutischer Zulassung ist sehr hoch und damit sehr lukrativ. Schafft es EXMceuticals Inc. sich in diesem Markt zu etablieren und sich weitere Märkte wie den Kosmetikmarkt aufzuschließen, sollte die aktuelle Bewertung Spott billig gewesen sein.
Der Chemieriese BASF profitiert von der Krise des Bayer Konzern und versucht, sich sukzessive im lukrativen Pflanzenschutzmittelmarkt festzusetzen und sich mit neuen Produkten ein großes Stück dieses Marktes langfristig zu sichern.
Für langfristig orientierte Anleger dürfte eine aktuelle Dividendenrendite von über 6% p.a. ein interessantes Kaufargument sein, zumal die Aktie genau an der 61,8er Rücklaufzone von 38,26 Euro gedreht und nur auf Tagesbasis diesen Bereich mit 37,35 Euro pro Aktie kurzzeitig am 16 März 2020 unterschritten hatte.

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