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01.07.2026 | 05:45

Neubewertung - 200 % Kurspotenzial bei diesem Konzern? Bayer, Lufthansa, Strategic Resources

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Bildquelle: Pixabay

Die aktuelle Börsendynamik wird maßgeblich von abnehmenden Risiken und sinkenden Kosten getrieben. Ein aufstrebender Rohstoff-Explorer für Batteriemetalle bietet hierbei als stark unterbewerteter Small-Cap hohes Kurspotenzial. Parallel nutzt eine führende Airline gesunkene Ölpreise für einen starken charttechnischen Ausbruch nahe des Jahreshochs. Ein globaler in Deutschland ansässiger Konzern komplettiert den heutigen Bericht und rundet das Chartbild ab, denn nach einem historischen US-Gerichtsurteil findet nun bereits eine massive Erleichterungsrallye statt, die in neue Allzeithochs münden könnte:

Lesezeit: ca. 7 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE000BAY0017 , DE0008232125 , CA86277X4093


 

Lufthansa-Aktie: 52-Wochen-Hoch – 10-EUR-Marke rückt in den Fokus!

Die Lufthansa-Aktie (WKN: 823212 | ISIN: DE0008232125 | Ticker: LHA) hat sich in den vergangenen Wochen eindrucksvoll zurückgemeldet. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei rund 11,8 Mrd. EUR, der Kurs notiert bei etwa 9,90 EUR und damit knapp unter der 10-EUR-Marke. Seit Jahresanfang steht ein Plus von rund 17 % auf der Kurstafel, auf 52-Wochen-Sicht sogar etwa 37 %. Damit hat die Aktie nicht nur die kurzfristigen Hochs um 8,50 EUR hinter sich gelassen, sondern auch die Februar-Hochs im Bereich von 9,40 bis 9,50 EUR überwunden. Charttechnisch ist das ein klares Signal der Stärke.

Besonders auffällig ist, dass die Aktie seit dem 12. Juni deutlich an Dynamik gewonnen hat. Der Kurs liegt inzwischen wieder klar über dem 100- und 200-Tage-Durchschnitt. Damit hat sich das technische Bild stark aufgehellt und nach oben rückt die psychologisch wichtige 10-EUR-Marke in den Fokus. Darüber könnte der Blick sogar in Richtung des Hochs aus März 2023 gehen, das bei 11,16 EUR lag. Vom aktuellen Niveau wären das noch rund 12 % Kurspotenzial.

Der Rückenwind kommt aber nicht nur aus dem Chart. Ein wichtiger Faktor ist der Ölpreis. Der Light-Crude-Oil-Future notiert wieder im Bereich von rund 70 USD je Barrel und nähert sich damit dem Niveau vor der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt an. Für Airlines ist das zentral, denn Kerosin bleibt einer der größten Kostenblöcke jeder Fluggesellschaft. Lufthansa selbst bezifferte die Treibstoffkosten allein in 2025 auf rund 7,3 Mrd. EUR, daher bessern sinkende Ölpreise direkt die Stimmung für die gesamte Branche.

Auch fundamental ist Lufthansa nicht mehr die schwache Corona-Story von früher. 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 39,6 Mrd. EUR, ein angepasstes EBITDA von 4,3 Mrd. EUR und ein angepasstes EBIT von knapp 2,0 Mrd. EUR. Der Nettogewinn lag bei 1,34 Mrd. EUR, der bereinigte freie Cashflow bei 1,19 Mrd. EUR. Das ist solide, auch wenn die Nettoverschuldung mit rund 6,4 Mrd. EUR weiter im Blick bleiben muss. Ein Schönheitsfehler bleibt aber trotzdem. Die Aktie ist nach dem starken Lauf kurzfristig nicht mehr so günstig. Wer jetzt kauft, kauft nahe am 52-Wochen-Hoch und kurz vor der 10-EUR-Marke. Dazu kommt, dass der Analystenkonsens für 2026 mit rund 43,0 Mrd. EUR Umsatz und 1,88 Mrd. EUR angepasstem EBIT zwar stabile, aber keine euphorischen Erwartungen aufzeigt.

Strategic Resources: Wann kommt die Neubewertung der Aktie?

Strategic Resources (WKN: A3D7HW | ISIN: CA86277X4093 | Ticker Frankfurt: UI8) hat sich als Explorer und Entwickler von Vanadium-, Titan- und Magnetit (VTM)-Vorkommen spezialisiert. Mit einer ausgewiesenen Marktkapitalisierung von knapp 10 Mio. EUR sind die Kanadier klar im Small-Cap Bereich auszuweisen, was durch die Marktenge bei entsprechenden News zu deutlichen Kursbewegungen führen kann. Gerade dies macht Unternehmen für Anleger und Spekulanten gerade attraktiv, wenn sie engmaschig die Unternehmensentwicklung ihres Portfolios verfolgen.

So konnte das Unternehmen am 26. Mai 2026 die formale Beantwortung der letzten Rückfragen des Umweltministeriums in Quebec vermelden. Dies geschah durch die formelle Einreichung der Antworten für den Genehmigungsprozess der geplanten 4 Mio. t/Jahr Pelletieranlage am Standort Port Saguenay. Der dortige Standort zeichnet sich gleich durch mehrere positive Bedingungen aus. Vor allem die sehr günstige Energie aus Wasserkraft mit nur 0,04 CAD je kWh macht das 470-Millionen-USD-Projekt international wettbewerbsfähig. Dadurch werden die operativen Kosten der Produktion bei rund 16 USD pro t liegen. Da der durchschnittlich zu realisierende Marktpreis derzeit zwischen 50 und 55 USD je t schwankt, ist die Eisenproduktion nebst Titan- und Vanadiumanteilen mehr als auskömmlich. Durch den zehnjährigen Abnahmevertrag der Produktion mit Javelin Global Commodities ist zudem ein wichtiger Bestandteil für den Aufbau einer Finanzierungsstruktur bereits gegeben. Da die Pelletieranlage zudem durch das unternehmenseigene Hauptprojekt BlackRock mit einer Ressource (der Kategorien nachgewiesen und wahrscheinlich) von 127,8 Mio. t an Vanadium-Magnetit- und Titanium-Vorkommen (VMT) gespeist werden soll, will Strategic Resources Teile der Wertschöpfungskette selbst kontrollieren.

Auch in Europa ist das kanadische Unternehmen aktiv und will in Finnland die ehemalige Mustavaara-Mine reaktivieren. Diese hat eine Vanadium-Ressourcenbasis von ca. 100 Mio. Tonnen. Für die europäischen Lieferketten würde die Wiederaufnahme der Vanadium-Produktion in Finnland die Rohstoffabhängigkeit von außereuropäischen Importen massiv senken. Erst gestern, am 30. Juni 2026, wurde Strategic Resources von dem finnischen Forschungskonsortium mit der Universität von Oulu und dem schwedischen Stahlkonzern SSAB als Industriepartner für das 17-Mio.-EUR-Forschungsprojekt FutSteel ausgewählt. Die Kanadier sollen aus der Mustavaara-Mine das nötige Erz an das Raahe-Stahlwerk von SSAB liefern, um in dem auf drei Jahre angesetzten Projekt, fossilfreien Stahl aus Wasserstoff im Elektrolichtbogenofen zu erzeugen.

Parallel kooperiert Strategic Resources mit Tyfast Energy, um einen strategischen „Von der Mine zur Batterie“-Ansatz in Nordamerika zu etablieren. Das Ziel ist, eine vollständig geschlossene Wertschöpfungskette vom Roherz bis hin zur Lithium-Vanadium-Oxid-Anode (LVO) in Kanada zu schaffen. Diese Batterien werden u. a. für den Schwerlast- und Verteidigungssektor benötigt und sind entscheidend für Superschnelllade-Anwendungen. Batterien mit dieser Beschaffenheit können in unter 10 Minuten geladen und dieser Ladeprozess kann über 10.000-mal wiederholt werden.

Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt gerade einmal 15 Mio. CAD (ca. 9,5 Mio. EUR) bei einem Kurs von 0,26 CAD. Diese Marktkapitalisierung berücksichtigt weder im Ansatz die Vorkommen in Kanada und Finnland noch die vorhandene Mineninfrastruktur noch die strategische Qualität dieses Infrastrukturprojektes in Port Saguenay. Durch die letzte Kapitalmaßnahme über 10 Mio. CAD zu 0,25 CAD je Aktie, sind die laufenden Projekt- und Entwicklungskosten über dieses Jahr hinaus solide abgedeckt. Entsprechend interessant ist das Chance-Risiko-Profil des Unternehmens.

Bayer-Aktie: Glyphosat-Befreiungsschlag – neue Allzeithochs in Sicht?

Die Bayer Aktie (WKN: BAY001 | ISIN: DE000BAY0017 | Ticker: BAYN) steht nach dem Urteil des US Supreme Court wieder klar im Fokus der Anleger. Am 25. Juni explodierte der Kurs zeitweise um mehr als 19 % und auch nach der ersten Abkühlung konnte die Aktie das neue Niveau halten. Aktuell notiert Bayer bei etwa 47,10 EUR, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 46 Mrd. EUR. Seit Jahresanfang steht ein Plus von etwa 28 % auf der Tafel, auf 52-Wochen-Sicht sogar rund 74 %. Der Auslöser ist klar, denn Durnell-Fall entschied der Supreme Court mit 7 zu 2 Stimmen zugunsten von Monsanto/Bayer. Der Kern der Entscheidung: Wenn die US-Umweltbehörde EPA für Roundup keine Krebswarnung auf dem Etikett verlangt, können einzelne Bundesstaaten Bayer nicht nachträglich wegen fehlender Warnhinweise haftbar machen. Damit wird der jahrelange Glyphosat-Komplex nicht vollständig ausgelöscht, aber ein zentraler juristischer Bremsklotz deutlich kleiner.

Fundamental zeigt sich, warum diese Rechtsfrage so wichtig war. Bayer erzielte 2025 zwar einen Umsatz von 45,6 Mrd. EUR, wegen hoher Sonderbelastungen lag das EBITDA aber nur bei 1,7 Mrd. EUR. Unter dem Strich stand wegen hoher Rückstellungen ein Nettoverlust von 3,6 Mrd. EUR in den Büchern. Im ersten Quartal 2026 sah das Bild bereits besser aus. Der Umsatz lag bei 13,4 Mrd. EUR, das EBITDA bei 4,8 Mrd. EUR und beim Nettogewinn wurden 2,8 Mrd. EUR ausgewiesen. Gleichzeitig wurde der freie Cashflow mit minus 2,3 Mrd. EUR durch Vergleichszahlungen negativ belastet. Genau deshalb ist das Urteil so entscheidend. Es nimmt Druck vom deutlichen Risikoabschlag, löst aber nicht automatisch die letzten Cashflow-Probleme.

Charttechnisch hat sich das Bild stark aufgehellt. Die Aktie notiert wieder über den gleitenden Durchschnitten von 100 und 200 Tagen. Noch wichtiger ist aber die deutliche Rückeroberung der 40-EUR-Marke. Damit ist der mittelfristige Trend deutlich konstruktiver als noch vor wenigen Wochen. Kurzfristig wird es jetzt spannend, denn wird der Bereich der 48 EUR überwunden, rückt die runde 50-EUR-Marke in den Fokus. Anleger sollten jetzt aber nicht blind dem Kurs hinterherrennen. Nach einem solchen Sprung wäre eine Konsolidierung normal und sogar gesund. Für Neueinsteiger wäre ein Rücksetzer in Richtung 42 bis 44 EUR sicherlich attraktiver, aber dennoch kann eine erste Position trotz Rallye bereits aufgebaut werden. Wer bereits investiert ist, kann den Bereich um 48 EUR als nächsten Prüfstein sehen.

Zusammenfassung

Der Genehmigungsfortschritt bei der Pelletieranlage am Port Saguenay sowie die Reaktivierung der finnischen Mustavaara-Mine bieten für spekulative Investoren ein interessantes Chancen-Risiko-Verhältnis beim Aktienkauf von Strategic Resources. Ein Rücksetzer auf 0,25 CAD bzw. 0,15 EUR bietet ein attraktives Einstiegsniveau, um einen nächsten Anstieg auf neue Jahreshochs oberhalb der 0,40 CAD (0,24 EUR) mitzunehmen, während ein enger Stoppkurs bei 0,22 CAD (0,13 EUR) zu setzen wäre.
Die Bayer-Aktie hat durch das Urteil des obersten Gerichts der USA einen echten Befreiungsschlag bekommen und könnte damit die bereits stattgefundene Bodenbildungsphase abgeschlossen haben. Wenn dem so ist, dürften mittelfristig neue Allzeithochs oberhalb der 144 EUR locken, was einen Anstieg von über 200 % bedeuten würde.
Die Lufthansa-Aktie sieht charttechnisch wieder bullisch aus. Über 10 EUR könnte sich der Weg Richtung neuer Drei-Jahres-Hochs oberhalb der 11 EUR öffnen. Nach dem schnellen Anstieg wäre ein Rücksetzer aber auch keine Überraschung. Wer bereits investiert ist, kann den Trend laufen lassen, sollte aber wie aktuelle Neueinsteiger bei 7 EUR abgesichert werden.



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