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22.05.2026 | 05:45

Was Anleger wissen müssen – Bayer, MustGrow Biologics, Nemetschek, Uniper

  • MustGrow Biologics
  • Bayer
  • Nemetschek
  • Uniper
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

In einer Welt, in der Krisen und wirtschaftliche Umbrüche an der Tagesordnung sind, sind biologische Agrarlösungen besonders in der westlichen Welt im Aufwind, zumal der Regulierungsdruck weltweit zunimmt. Währenddessen ist ein Softwarespezialist auf der Suche nach der Bodenbildung, nachdem ein monatelanger Kursrückgang den Aktienkurs fast halbierte. Auch ein Energieriese legte zuletzt einen Turnaround hin, nachdem eine historische Krise ihn fast zur Insolvenz geführt hätte. Diese drei Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Branchen zeigen exemplarisch, wo jetzt wieder interessante Einstiegschancen entstehen und frühe Investoren in den kommenden Monaten kräftig verdienen könnten.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA62822A1030 , DE0006452907 , DE000UNSE026


 

MustGrow Biologics - Zulassungen, Zahlen, Potenzial

Über 460 Pestizide wurden weltweit in 162 Ländern verboten und der Regulierungsdruck nimmt weltweit zu. Das kanadische Agrarbiotech-Unternehmen MustGrow Biologics (WKN: A2PNS7 | ISIN: CA62822A1030 | Ticker-Symbol: 0C0) füllt diese durch Verbote entstandene Lücke mit biologischen Pflanzenschutz- und Bodenpflegeprodukten auf Senfsamen-Basis. Rund 110 Patente sichern die Technologie des Unternehmens ab.

Die Zahlen des Unternehmens zeigen dabei eine klare Richtung. Im Geschäftsjahr 2025 stiegen die Gesamterlöse auf 8,3 Mio. CAD nach 0,4 Mio. CAD im Vorjahr. Das Kernprodukt TerraSante legte nach Einstieg auf dem US-Markt um +377 % auf CAD 0,6 Mio. zu und erzielte eine Bruttomarge von 20 %. Die Nachfrage übertraf dabei das verfügbare Angebot deutlich, so dass TerraSante im zweiten Halbjahr 2025 zeitweise ausverkauft war. Die Expansionsstrategie führte im Jahr 2025 zu einem Nettoverlust in Höhe von 7,3 Mio. CAD. Ende Januar 2026 lag die Liquidität bei ca. 2,9 Mio. CAD, wovon 2,0 Mio. CAD eine Kapitalerhöhung im Januar 2026 beisteuerte.

Erst im April 2026 erteilte der US-Bundesstaat Georgia dem Unternehmen die Registrierung für TerraSante inklusive OMRI-Biozertifizierung. Georgia war innerhalb der USA laut letzter Daten der Nummer 1 Produzent bei Erdnüssen und Pekannüssen und auf Platz 2 bei der Blaubeerenernte. Damit ist TerraSante nun in sieben US-Bundesstaaten zugelassen. Das adressierbare Potenzial verteilt sich auf rund 2,27 Mio. Hektar Spezialanbaufläche. Sollte hier nur eine Marktdurchdringung von 3,3 % erreicht werden, bedeutet das ein Umsatzpotenzial von 100 Mio. USD p. a.

Den Ritterschlag haben die Kanadier bereits durch die Bayer AG erhalten. Auf den Märkten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika kooperiert das aufstrebende Agrarbiotech-Unternehmen mit dem deutschen Konzern. Dieser übernimmt auch die entsprechenden Registrierungskosten für die drei Absatzregionen, die allein auf 35–40 Mio. USD geschätzt werden. Bayer muss zudem vereinbarte Meilenstein- und Lizenzzahlungen an MustGrow Biologics entrichten. Damit stehen die Ampeln in der Landwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes auf Grün und der Unternehmensname dürfte für die kommenden Jahre Programm sein.

Nemetschek-Aktie mit erstem Bodenbildungsversuch?

Die Nemetschek (WKN: 645290 | ISIN: DE0006452907 | Ticker: NEM) Aktie konnte zuletzt kräftig zulegen und um mehr als 11 % ansteigen. Damit kommt wieder etwas Leben in einen Titel, der in den vergangenen zehn Monaten stark unter Druck stand. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei etwa 7,5 Mrd. EUR, aber trotz der letzten Erholung liegt die Aktie seit Jahresanfang weiterhin mehr als 30 % im Minus, auf 52-Wochen-Sicht sogar rund 46 %. Charttechnisch wird die Aktie damit wieder interessanter. Der Kurs notiert aktuell im Bereich von rund 64 EUR und damit am exponentiellen 50-Tagesdurchschnitt. Das ist noch kein Aufwärtstrend, aber zumindest ein erstes positives Signal. Wichtig bleiben jetzt die Widerstandszonen bei 73,85 EUR und die Unterstützungszone bei 54,85 EUR. Innerhalb dieses Bereichs spricht vieles für einen ersten Bodenbildungsversuch. Ein Ausbruch der Aktie aus dieser Zone würde entweder das Chartbild deutlich verbessern oder den nächsten stärkeren Abverkauf einleiten.

Fundamental ist Nemetschek solide aufgestellt. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 19,7 % auf 1,19 Mrd. EUR und damit überschritt das Unternehmen erstmals die Umsatzmarke von 1 Mrd. EUR. Das EBITDA lag bei 371,1 Mio. EUR, nach 301,0 Mio. EUR im Vorjahr. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 30,2 % auf 31,2 % und auch der Jahresüberschuss stieg deutlich auf 217,2 Mio. EUR, nach 175,4 Mio. EUR im Jahr 2024.

Besonders zu beachten ist die Entwicklung der wiederkehrenden Umsätze. Diese lagen 2025 bei 1,10 Mrd. EUR und machten damit 92,2 % des Gesamtumsatzes aus. Subskription und SaaS bleiben der große Wachstumstreiber. Genau das macht das Geschäftsmodell plan- und kalkulierbarer, weil Nemetschek dadurch weniger abhängig von einmaligen Lizenzverkäufen wird. Auch der operative Cashflow war stark und stieg 2025 auf 402,9 Mio. EUR. Gleichzeitig wurde die Nettoverschuldung von 294,6 Mio. EUR deutlich auf 107,5 Mio. EUR reduziert. Die Eigenkapitalquote stieg im Zuge dessen zum Jahresende auf 45,6 %.

Im ersten Quartal 2026 setzte sich das Wachstum fort und der Umsatz stieg um 10,7 % auf 313,1 Mio. EUR. Das EBITDA erhöhte sich um 22,0 % auf 98,4 Mio. EUR, die EBITDA-Marge lag bei 31,4 %. Der Quartalsüberschuss stieg sogar um 34,5 % auf 60,4 Mio. EUR. Damit wuchs nicht nur der Umsatz, sondern auch das Ergebnis deutlich schneller. Der operative Cashflow lag im ersten Quartal 2026 bei 140,4 Mio. EUR und blieb damit auf hohem Niveau.

Für das Gesamtjahr 2026 bleibt das Management optimistisch. Nemetschek erwartet ein organisches, währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 % bis 15 %. Die EBITDA-Marge soll auf 32 % bis 33 % steigen. Zusätzlich wurde im April 2026 die Übernahme von HCSS angekündigt, einem US-Softwareanbieter für den schweren Baubereich. Der Abschluss wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

Uniper-Aktie mit dem Turnaround?

Die Uniper-Aktie (WKN: UNSE02 | ISIN: DE000UNSE026 | Ticker: UN0) konnte seit Dienstag um mehr als 21 % ansteigen und setzt damit ihren starken Lauf der letzten sieben Monate fort. Seit Ende 2025 befindet sich der Titel wieder klar im Aufwärtstrend; besonders seit März 2026 hat sich die Bewegung noch einmal beschleunigt. Charttechnisch hellt sich das Bild immer deutlicher auf und der Turnaround seit dem Absturz von Dezember 2021 scheint sich zu bestätigen.

Trotzdem bleibt der Blick auf den Langfristchart brutal. Das frühere Allzeithoch vom Dezember 2021 lag bei 849 EUR. Um dieses Niveau wieder zu erreichen, müsste die Aktie vom aktuellen Kursbereich aus noch um mehr als 1.600 % steigen. Das zeigt, wie tief der Absturz nach der Energiekrise wirklich war. Gleichzeitig ist Uniper heute kein kleiner Turnaround-Wert mehr. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen wieder bei 22 Mrd. EUR und seit Jahresanfang steht die Aktie etwa 57 % im Plus.

Fundamental sieht Uniper heute deutlich stabiler aus als noch während der Krise. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 17,3 Mrd. EUR. Das war weniger als die 21,2 Mrd. EUR im Vorjahresquartal, der Nettogewinn lag aber bei 327 Mio. EUR und damit deutlich höher als die 82 Mio. EUR vom ersten Quartal 2025. Genau das ist der wichtige Punkt: Der Umsatz ist niedriger, aber im Endeffekt bleibt mehr übrig. Auch der operative Cashflow war im ersten Quartal 2026 mit 1,59 Mrd. EUR stark positiv. Der Barmittelbestand und die Barmitteläquivalente lagen Ende März 2026 bei 5,69 Mrd. EUR, nach 4,77 Mrd. EUR Ende 2025, und das trotz Rückzahlung von 2,55 Mrd. EUR an die Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit Rückforderungsansprüchen der Staatshilfen.

Fazit

MustGrow Biologics ist im Kommerzialisierungsmodus und die aktuelle Marktkapitalisierung von rund CAD 19,5 Mio. erscheint gemessen am weiteren Wachstumspotenzial sehr gering zu sein. Die Nemetschek-Aktie ist nach dem starken Kursverlust nicht automatisch billig, aber sie wird nun wieder deutlich interessanter für Investoren. Uniper ist nicht mehr das Krisenunternehmen von 2022, denn der Nettogewinn, der Cashflow vor Sondereffekten und der Cash-Bestand sprechen für eine deutlich stabilere Lage.



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