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06.05.2026 | 05:45

Profiteure der Nahost-Eskalation - A.H.T. Syngas Technology, BP, Harbour Energy

  • A.H.T Syngas Technology
  • BP
  • Harbour Energy
Bildquelle: Pixabay

Nach dem Waffenstillstand im Angriffskrieg von Israel und den USA gegen den Iran ist seit dieser Woche wieder eine erneute eskalative Phase entstanden. Die Börsen reagierten sofort und nach den Allzeithochs von Nasdaq und S&P 500 in der letzten Woche sind diese kurzfristig in einen Abverkaufsmodus übergegangen. Am gestrigen Handelstag wurden diese Kursrücksetzer aber schon wieder komplett aufgekauft. Der Ölpreis ist im Zuge dessen ebenfalls angesprungen, befürchten die Marktteilnehmer doch eine weiter anhaltende Unterbrechung der Lieferrouten durch die Straße von Hormus. Damit verpuffte auch an deutschen Tankstellen die steuerliche Senkung der Benzin- und Dieselpreise der Bundesregierung um 0,17 EUR nur drei Tage nach der Einführung der auf zwei Monate begrenzten Maßnahme. Profitieren können aber diese börsennotierten Unternehmen:

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: NL0010872388 , GB0007980591 , GB00BMBVGQ36


 

A.H.T. Syngas Technology – Transformation mit Kurspotenzial

Das niederländische Technologieunternehmen A.H.T. Syngas Technology (WKN: A12AGY | ISIN: NL0010872388 | Ticker-Symbol: 3SQ1) rückt durch die operative Energiewende in den europäischen Industrieunternehmen und bei den kommunalen Versorgern immer stärker in den Fokus der Anleger. Das auf dezentrale Biomassekraftwerke spezialisierte Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren einen spannenden Transformationsprozess durchlaufen. Vom klassischen Anlagenbauer wurde das Geschäftsmodell hin zum Eigenbetrieb von Energieanlagen verändert, um den langfristigen Cashflow durch wiederkehrende Einnahmen durch den Verkauf der produzierten Energie und Abwärme zu steigern.

Der Strategiewechsel wurde dabei Ende 2025 durch die Platzierung einer Wandelschuldverschreibung über 2 Mio. EUR eingeleitet. Mit diesem Kapital ausgestattet, konnte die Geschäftsführung um CEO Gero Ferges gezielt das Contracting-Geschäft des Unternehmens ausbauen und so die Grundlage der kommenden Skalierung legen. Auf dem polnischen Markt arbeitet A.H.T. Syngas Technology mit INNOTEC zusammen, wo derzeit 17 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien bearbeitet werden. Befeuert wird der dortige Markt nicht nur von den aktuell hohen Energiepreisen, sondern auch von der grundsätzlichen Abkehr des Landes von der Kohle. Dafür müssen alternative Energiequellen aufgebaut werden, wovon A.H.T. Syngas Technology mit seinem Partnerunternehmen seinen wachsenden Anteil leisten will. Aus dieser Kooperation werden noch im laufenden Geschäftsjahr ca. 10 Mio. EUR Umsatz erwartet, der bis 2029 auf jährlich 25 Mio. EUR gesteigert werden soll.

Spannend in der Anwendung und damit ein starker Pluspunkt im Verkauf ist die modulare und dezentrale Technologie des Unternehmens. Das macht die Nutzung und Anwendung besonders für Industrieparks und für kommunale Versorger interessant. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise wächst die Nachfrage nach autarken Energielösungen rasant an. Und mit dem BiDroGen-Projekt und der Weiterentwicklung einer containisierten Umwandlungslösung von Restholz zu hochreinem Wasserstoff , wird nun auch die Kommerzialisierung hin zum Wasserstoffsegment vorgenommen. Mit einem Aktienkurs von 2,85 EUR und einer Marktkapitalisierung von ca. 7,36 Mio. EUR wird das Unternehmen jedoch derzeit an der Börse - trotz des starken Wachstums - noch kaum wahrgenommen. Da das Unternehmen aber dieses Jahr mit 9,2 Mio. EUR Umsatz den Break-even erreichen und den Umsatz bis 2028 auf über 23 Mio. EUR mehr als verdoppeln will, stufen die Analysten der GBC AG die Aktie als „Kauf“ mit einem Kursziel von 8,50 EUR ein.

Harbour Energy mit LLOG als Wachstumsmotor

Die Jahreszahlen 2025 des britischen Erdöl- und Erdgasproduzenten Harbour Energy (WKN: A3CRBA | ISIN: GB00BMBVGQ36 | Ticker-Symbol: PQQ0) sprechen eine klare Sprache. Der Umsatz stieg von 6,2 Mrd. USD in 2024 auf 10,3 Mrd. USD deutlich an. Das EBITDA legte von 4,1 auf 7,2 Mrd. USD zu und der bereinigte Nachsteuergewinn stieg um 60 % auf 0,6 Mrd. USD an. Damit ist der Turnaround nach der Wintershall-Dea-Übernahme eindrucksvoll gelungen.

Gleich zum Jahresanfang 2026 setzte die Geschäftsführung unter CEO Linda Cook den nächsten strategischen Akzent. Am 11. Februar 2026 wurde die LLOG-Akquisition für rund 3,2 Mrd. USD komplettiert, mit dem sich Harbour Energy das Tor nach Nordamerika über die LLOG-Bohranlagen im Golf von Mexiko aufstieß. Entsprechend erwartet das Unternehmen nun eine auf 475.000 – 500.000 Barrel Öläquivalent ansteigende Tagesproduktion (BOEPD). Gegenüber der ursprünglichen Prognose entspricht das einem Anstieg von knapp zehn Prozent. Dies geht ausschließlich auf die effizienten Tiefseebohranlagen von LLOG zurück.

Der Preis für das Wachstum ist bekannt. Die überwiegend fremdfinanzierte Transaktionsstruktur erhöht die Zinsabhängigkeit des Konzerns spürbar. Sollte der Ölpreis strukturell bei der Beendigung des Irankriegs wieder unter Druck geraten, verlängert sich die Schuldentilgungsphase entsprechend. Das Unternehmen kalkuliert in der letzten Präsentation mit einem Ölpreis von nur 65 USD je Barrel und für 2026 mit einem konservativen Cashflow von 600 Mio. USD. Das „Deleveraging“ dürfte bei einem Ölpreis oberhalb der 110 USD je Barrel der Sorte Brent aber nun auch deutlich schneller vonstatten gehen. Des Weiteren soll die LLOG-Produktion pro Jahr um ca. 25 % wachsen, sodass der Ölausstoß bis Ende 2028 von derzeit 35.000 BOEPD auf 65.000 – 70.000 BOEPD ansteigen soll. Das macht Harbour Energy sukzessive unabhängiger von dem strukturell schrumpfenden britischen Nordseeöl, aber auch der extrem hohen Steuerbelastung der dortigen Produktion von ca. 78 %.

Youtube

BP mit operativer Stärke

Die Geschäftsführung des börsennotierten Ölunternehmens BP (WKN: 850517 | ISIN: GB0007980591 | Ticker-Symbol: BPE5) hat am 29. April 2026 den neuesten Quartalsbericht veröffentlicht. Der britische Energieriese BP hat mit seinen Ergebnissen für das erste Quartal 2026 ein klares Signal an den Markt gesendet. Trotz des volatilen Rohstoffumfelds und der wachsenden Anzahl geopolitischer Unsicherheiten liefert das Unternehmen operativ ab. Der bereinigte Nettogewinn lag in Q.1 2026 mit 3,2 Mrd. USD mehr als doppelt so hoch wie mit 1,5 Mrd. USD im Vorquartal (Q4 2025). Dieser Ergebnissprung hat viele Marktbeobachter positiv überrascht.

Der operative Cashflow überzeugt mit 2,9 Mrd. USD und das obwohl mehr als 6,0 Mrd. USD als Working-Capital durch höhere kurzfristige Lagerbestände zurückgestellt worden sind. Den durch das Management im letzten Jahr eingeleitete Transformationsprozess wieder hin zu mehr Erdöl- und Erdgasproduktion hat die Führungsriege durch Kostendisziplin und klarer Strategie im Griff. Unter CEO Murray Auchincloss hat der Konzern den Kurs des Vorgängers korrigiert und zwar wieder weg von einer zu kapitalintensiven Energiewende-Strategie hin zu den fossilen Ertragsquellen mit nur noch selektiven Investitionen im erneuerbaren Energiesegment.

Für die alte BP-Strategie und unter Vorgänger Bernard Looney wurde die Aktie lange Zeit abgestraft, da der Renditefokus verloren worden ist. Das hat sich unter dem neuen Management geändert und nun profitiert BP sogar durch die anziehenden Erdöl- und Erdgasnotierungen. Durch den anziehenden Cashflow will das Unternehmen die aktuell bei ca. 4,3 % p. a. rentierende Dividende jedes Jahr um mind. 4 % anheben. Weitere freie Mittel verwendet das Unternehmen zum Ausbau seiner Produktionskapazitäten, aber auch zur Rückführung der auf 25,3 Mrd. USD angewachsenen Verschuldung.

Fazit

Für den mittel- bis langfristig orientierten Investor ergibt sich damit ein Bild, das selten so klar ist: A.H.T. Syngas Technology ist kein spekulativer Hoffnungswert, sondern ein Unternehmen mit konkreter Technologie und wachsender Auftragspipeline. Auch Harbour Energy hat durch die Zukäufe der letzten Jahre einen transformativen Prozess durchlaufen, der nun, bei hohen Erdöl- und Erdgaspreisen, beginnt, seine Cashflow-Wirkung zu zeigen. Für den geduldigen Investor bietet auch BP ein vernünftiges Chancen-Risiko-Verhältnis (CRV). Die neue strategische Ausrichtung dürfte den zukünftigen Cashflow deutlich stärken und damit der Ausschüttungspolitik des Unternehmens noch mehr Spiel für Dividendenerhöhungen geben.



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