11.08.2026 | 05:45
Profiteure des Wandels: KI-Boom, Infrastruktur und der Hunger nach Rohstoffen - Deutsche Telekom, Power Metallic Mines, Siemens
Die globalen Finanzmärkte stehen im Zeichen weitreichender Transformationen. Egeal ob der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz, der massive Ausbau digitaler Netze oder die geopolitisch getriebene Sicherung von Lieferketten - langfristig orientierte Investoren und smarte Anleger suchen nach den Profiteuren dieser Megatrends. Der folgende Bericht beleuchtet drei fesselnde Börsenwerte aus unterschiedlichen Sektoren, die aktuell durch Rekordzahlen, strategische Positionierungen und frische Kaufsignale überzeugen. Entdecken Sie, welche Unternehmen das Fundament für die technologische Wirtschaft von morgen legen.
Lesezeit: ca.
6 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
DE0005557508 , CA73929R1055 , DE0007236101
Deutsche-Telekom-Aktie: Quartalszahlen sorgen für ein neues Kaufsignal
Die Deutsche-Telekom-Aktie (WKN: 555750 | ISIN: DE0005557508 | Ticker: DTE) ist nach den Quartalszahlen deutlich angesprungen. Vom Schlusskurs des 5. August bis zum Handelsende am 10. August legte das Papier um 4,5 % zu. Dabei überwand der Kurs die 200-Tage-Linie bei etwa 28,50 EUR und das zuvor angeschlagene Chartbild hat sich wieder deutlich aufgehellt. Allerdings wartet bereits die nächste Widerstandszone bei 29,50 EUR. Diese Zone hatte den Kurs schon im April und Mai 2026 ausgebremst. Für ein nachhaltiges Kaufsignal müsste die Aktie zunächst 29,50 EUR überwinden und anschließend auch über 30 EUR steigen. Dann wäre der Weg in Richtung der früheren Hochs wieder offener. Fällt der Kurs dagegen unter die 200-Tage-Linie zurück, würde das neue bullische Signal an Stärke verlieren.
Die Deutsche Telekom kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 139 Mrd. EUR. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 2,5 % im Plus, auf 52-Wochen-Basis jedoch rund 3,6 % im Minus. Über fünf Jahre beträgt der Kursgewinn etwa 63 %. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 34,30 EUR, das Tief vom Juni 2026 bei 23,53 EUR. Fundamental lieferte der Konzern ein solides zweites Quartal. Der Umsatz stieg organisch um 3,3 % auf 29,9 Mrd. EUR. Das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen und nach Leasingkosten erhöhte sich organisch um 7,3 % auf 11,8 Mrd. EUR. Der Free Cashflow verbesserte sich um 3,1 % auf 5,0 Mrd. EUR, während der bereinigte Nettogewinn um 11,1 % auf 2,8 Mrd. EUR zulegte.
Wichtigster Wachstumstreiber bleibt T-Mobile US. Dort stiegen die Serviceumsätze um 8,9 % und das operative Ergebnis um 12,1 %. Auch Europa entwickelte sich mit jeweils 4,1 % Wachstum bei Serviceumsätzen und operativem Ergebnis erfreulich. In Deutschland wuchs der Umsatz um 3,7 %, allerdings verlor die Telekom 20.000 Breitbandkunden. Das Management führt dies hauptsächlich auf Preiserhöhungen zurück. Positiv entwickelten sich die Glasfaseranschlüsse. Die Zahl der neuen Glasfaserkunden stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 %. Im zweiten Halbjahr erwartet der Vorstand eine Verbesserung im Breitbandgeschäft.
Schwächer war der ausgewiesene Konzerngewinn, der wegen Integrationskosten bei T-Mobile US um 6,3 % auf 2,5 Mrd. EUR sank. Der Vorstand hält die Telekom-Aktie dennoch für unterbewertet. Deshalb wurde das Aktienrückkaufprogramm um bis zu 3 Mrd. EUR auf insgesamt bis zu 5 Mrd. EUR erhöht. Konzernchef Tim Höttges erklärte, dass Aktienrückkäufe derzeit attraktiver seien als eine noch schnellere Glasfaserexpansion. Gleichzeitig sollen Netzführerschaft, Kreditrating und finanzielle Flexibilität nicht gefährdet werden.
Bereits 2025 hatte die Telekom mit 119,1 Mrd. EUR Umsatz und 19,5 Mrd. EUR freiem Cashflow ein stabiles Fundament gelegt. Für 2026 wurde die freie Cashflow-Prognose auf rund 20 Mrd. EUR angehoben. Fundamental überzeugt die Entwicklung. Charttechnisch bleibt nun der Ausbruch über 29,50 bis 30 EUR entscheidend.
Power Metallic Mines: Kupferassets vor einer Neubewertung
Die anhaltenden geopolitischen Verwerfungen, zuletzt verschärft durch den Konflikt am Persischen Golf, zwingen die Volkswirtschaften zur konsequenten Neuausrichtung ihrer internationalen Lieferketten. In diesem Umfeld rücken verlässliche Rohstoffjurisdiktionen zunehmend in den Fokus, insbesondere bei kritischen Elektrifizierungsmetallen wie Kupfer. Power Metallic Mines (WKN: A40S32 | ISIN: CA73929R1055 | Ticker-Symbol: IVV1) positioniert sich mit dem 330 km² großen Nisk-Projekt im ressourcenreichen kanadischen Québec als essenzieller Baustein dieser neuen Versorgungssicherheit. Parallel diversifiziert der Entwickler sein Portfolio durch ein Explorationsprojekt in Saudi-Arabien, welches auch vom Wüstenkönigreich finanziell gefördert wird. Die strategische Relevanz dieser Assets wird durch das finanzielle Engagement von Branchengrößen im Rohstoffsektor wie Robert Friedland, Rob McEwen und Gina Rinehart untermauert.
Operativ konzentriert sich das Management auf die Lion-Zone des Nisk-Projekts, die den Markt regelmäßig mit außergewöhnlich hochgradigen Bohrkernen überzeugt. Einen nächsten Höhepunkt des Winterbohrprogramms markierte kürzlich das Bohrloch 26-116, welches über eine Länge von 36,42 Metern starke 2,83 % Kupferäquivalente (CuEq) durchteufte. Darin enthalten ist ein herausragender Kernabschnitt von 6,00 Metern mit sensationellen 12,38 % CuEq, der wieder einmal die hohe geologische Qualität der Lagerstätte belegt. Frühere Resultate zeigten bereits, dass die oberflächennahe Mineralisierung voraussichtlich einen anfänglich kosteneffizienten Tagebau mit moderaten Investitionsausgaben (CAPEX) ermöglicht. Um diesen Übergang zur Projektentwicklung wirtschaftlich zu steuern, hat Power Metallic den erfahrenen Bergbauingenieur Christopher Beal als Vizepräsidenten für den Betrieb berufen.
Die finanzielle Basis für diese richtungsweisende Phase wurde im Juni 2026 durch eine stark nachgefragte Kapitalerhöhung über 28,2 Mio. CAD gestärkt. Der kanadische Milliardär und Rohstoffinvestor Eric Sprott kaufte hierbei weitere 1,6 Mio. Aktien zu je 1,25 CAD und beweist auch sein tiefgreifendes Vertrauen in das Projekt. Diese Liquidität sichert die laufenden Arbeiten und garantiert u. a. die Veröffentlichung der ersten NI 43-101-konformen Mineralressourcenschätzung (MRE), die nun offiziell für Ende August erwartet wird. Eine darauffolgende Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) wird die geologischen Bohrerfolge der letzten Quartale erstmals in ein greifbares ökonomisches Bewertungsmodell überführen. Die Analysten von GBC Research sehen bereits jetzt ein Kursziel von 3 CAD (1,87 EUR), was angesichts der charttechnischen Bodenbildung und steigender Kupferpreise fundamentales Aufwärtspotenzial signalisiert.
Siemens-Aktie nach Rekordquartal: Reicht der KI-Boom für neue Höchststände?
Die Siemens-Aktie (WKN: 723610 | ISIN: DE0007236101 | Ticker: SIE) hat Anlegern 2026 bisher rund 16 % Kursgewinn gebracht und liegt auf 52-Wochen-Sicht etwa 23 % im Plus. Mit einem Börsenwert von ungefähr 213 Mrd. EUR ist Siemens derzeit der wertvollste DAX-Konzern und liegt noch vor dem Softwareunternehmen SAP. Nach dem Rekordhoch bei rund 291,50 EUR am 5. August geriet die Aktie zunächst unter Druck, zeigt aber zum Wochenanfang wieder Erholungstendenzen und notiert bei 279,90 EUR. Vom schwachen Eröffnungskurs des 6. August aus beträgt das Plus bis zum aktuellen Stand rund 3,7 %.
Wichtig für die Einordnung der Zahlen: Das Siemens-Geschäftsjahr läuft vom 1. Oktober bis zum 30. September. Das nun gemeldete dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 umfasst daher die Monate April, Mai und Juni 2026. Operativ lieferte Siemens ein Rekordquartal. Der Umsatz stieg ohne Wechselkurs- und Zu- oder Verkaufseffekte um 8 % auf 20,8 Mrd. EUR. Der Auftragseingang wuchs auf derselben Basis um 14 % auf den Rekordwert von 27,9 Mrd. EUR. Noch stärker entwickelte sich das Ergebnis des Industriegeschäfts: Es legte um 25 % auf 3,5 Mrd. EUR zu, während die Gewinnmarge von 14,9 % auf 17,3 % stieg. Der Nettogewinn erhöhte sich um 15 % auf 2,6 Mrd. EUR. Auch der freie Mittelzufluss überzeugte mit einem Sprung um 42 % auf 4,1 Mrd. EUR.
Besonders stark war der Bereich Smart Infrastructure. Der Auftragseingang der Sparte sprang um 42 % auf 8,0 Mrd. EUR. Ein zentraler Treiber waren Rechenzentren: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sammelte Siemens dort Aufträge von rund 6 Mrd. EUR ein. Nach Unternehmensangaben arbeitet Siemens bereits mit neun der zehn größten Rechenzentrumsbetreiber zusammen. Digital Industries steigerte den Umsatz um 10 % und den Spartengewinn um 44 % auf 923 Mio. EUR. Allerdings wuchsen die Aufträge nur um 9 % und damit schwächer als von Analysten erwartet. Genau dieser Punkt erklärt einen Teil des Kursrückgangs nach den Zahlen. Bei Mobility sank der Spartengewinn leicht um 2 %.
Das Management erhöhte dennoch die Prognose. Beim bereinigten Gewinn je Aktie werden nun 11,20 bis 11,50 EUR erwartet, zuvor waren es 10,70 bis 11,10 EUR. Für den Konzern bleiben 6 bis 8 % vergleichbares Umsatzwachstum das Ziel. UBS hob ihr Kursziel nach den Zahlen von 310 EUR auf 330 EUR an und bestätigte „Buy“. J.P. Morgan blieb bei „Overweight“ und 345 EUR. Charttechnisch bleibt das Bild positiv. Sämtliche wichtigen Durchschnittslinien liegen unter dem aktuellen Kurs; die 200-Tage-Linie verläuft bei etwa 249,30 EUR. Kurzfristig bildet der Bereich um 291,50 EUR den entscheidenden Widerstand. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde den Weg in Richtung 308,35 EUR und neuer Rekorde öffnen. Solange das nicht gelingt, ist eine Konsolidierung zwischen etwa 270 EUR und dem Rekordhoch wahrscheinlich.
Zusammenfassung
Die soliden Quartalszahlen und die angehobene Prognose stützen die Aktie der Deutschen Telekom. Ein frisches charttechnisches Kaufsignal signalisiert derzeit weitere Kursgewinne. Power Metallic Mines profitiert als finanzstarker Kupfer-Entwickler mit regelmäßig exzellenten Bohrergebnissen von der Neuausrichtung globaler Lieferketten und dem Engagement mehrerer Rohstoffmilliardäre. Dank starker Rechenzentrumsnachfrage lieferte Siemens operativ ein Rekordquartal und belohnte seine Investoren mit einer deutlichen Prognoseanhebung für das Gesamtjahr 2026.