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11.07.2022 | 05:45

Rallye voraus? – BASF, Canagold Resources, Uniper, Tocvan Ventures Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Mit dem heutigen Wartungsbeginn der für Deutschland sehr wichtigen Erdgas-Pipeline Nord-Stream-I, steigt die Anspannung der Politik und Wirtschaft, dass mit dem regulären Wartungsende zum 21. Juli, die Gaspipeline nicht mehr wieder mit Erdgas befüllt werden könnte. Derweil kamen gestern gute Nachrichten aus Kanada, dass eine wichtige Nord-Stream-I Turbine zur Gasverdichtung durch Siemens Canada wieder ausgeführt werden darf. Damit wird laut Kremlsprecher Dimitri Peskow die Pipeline nach der Wartung wieder vollen Lieferungsumfang aufnehmen, merkte aber an, warum Kanada soviel Unsicherheit für die Deutsche Gasversorgung eingebracht hat. Die Finanzmärkte dürften das als Entspannungssignal werten und damit sehr positiv aufnehmen. Es könnte die Grundlage für einen signifikanten Kursanstieg in den nächsten Wochen gelegt worden sein.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , UNIPER SE NA O.N. | DE000UNSE018 , TOCVAN VENTURES C | CA88900N1050 , CA1368421014


 

Mehr als erwartet - Tocvan Ventures

Die kanadische Explorationsgesellschaft Tocvan Ventures (WKN: A2PE64 ISIN: CA88900N1050 Ticker-Symbol: TV3) konnte in letzter Zeit wieder mit guten Neuigkeiten aufwarten. Das Flaggschiffprojekt Pilar lieferte dabei in der Vergangenheit immer wieder gute Ergebnisse mit hohen Gold- und Silbergraden. Über 22.700m Bohrmeter wurden auf diesen in der mexikanischen Sonora Provinz und gleichnamigen Gold Gebiet niedergebracht. In der dortigen Region werden mehr als 1/3 der jährlichen weltweiten Goldproduktion gefördert und ist Nummer 1 in der weltweiten Silberproduktion. Tocvan Venture hat dort in 2021 bereits in unterschiedlichen Stärken von 29m bis 48m Dicken Goldgrade von 0,66 g/t bis 0,96 g/t nachweisen können.

Nun konnte das Unternehmen auch im zweiten Gebiet, auf dem sogenannte Picacho-Projekt, vielversprechende Zonen ausmachen. Tocvan Ventures analysierte per umfassenden Bodenproben einen weiteren Mineralisierungsverlauf und konnte nun die fünfte Zone ausfindig machen. Über lange 450m konnten an der Oberfläche verlaufende unterschiedliche Mineralisierungsgrade nachweisen. Dabei erwartete das Geologenteam nur Gold und Silberfunde, konnte aber zusätzlich Blei und Zink in ordentlichen Konzentrationen auffinden. In einer der höhergradigen Bodenproben konnten 7,2 g/t Gold, 36 g/t Silber und 4,4% Blei und in einer anderen Probe 4,5 g/t Gold, 197 g/t Silber, 4,8% Blei sowie 7,1% Zink nachgewiesen werden. Das sind spektakuläre Funde und gerade die Industriemetalle Zink und Blei überraschten positiv. Daher will CEO Brodie Sutherland bereits im kommenden Herbst ein Bohrgramm in diesem Gebiet nachschieben und konnte dafür vom britischen Investor Sorbie Bornholm 5,125 Mio. CAD einsammeln.

Uniper – Darf es etwas mehr sein?

Der Energiekonzern Uniper (WKN: UNSE01 ISIN: DE000UNSE018 Ticker-Symbol: UN01) ist durch die reduzierten Erdgasmengen aus Russland und den rasant gestiegenen Erdgaspreise in eine existentielle Krise gerutscht. Die durch Verträge vereinbarten Preise und Abgabemengen an seine Kunden haben ein tiefes Loch in die Kasse des Versorgers gerissen und wie ein schwarzes Loch werden zurzeit Monat für Monat ca. 900 Mio. EUR daraus abgesaugt. Daher beantragte der Konzern Staatshilfen. Um zumindest daskurzfristige Überleben für 12 Monate zu gewährleisten, wären ca. 11 Mrd. EUR notwendig. Das wäre im Bezug auf die abgestürzte Marktkapitalisierung von nur noch vier Mrd. EUR das ca. 2,75-fache an nötigen Darlehen.

Der finnische Mehrheitseigner Fortum bringt daher eine Zerschlagung von Uniper ins Spiel, um die für Deutschland systemkritischen Geschäftsbereiche zu bündeln und unter Kontrolle des Staates zu bringen. Damit wären auch die nötigen Darlehen durch die Bonität des Staates abgesichert. Sollte dies in den kommenden Tagen umgesetzt werden, wäre es nach den 10 Mrd. an Gazprom Germania das zweite Energieunternehmen, das mit Steuermilliarden gerettet werden muss. Andererseits dürfte die in Kanada gewartete, aber zurückgehaltene Turbine der Nord-Stream-1 Pipeline nun für Entspannung sorgen. Diese darf wieder ausgeführt werden und damit wären nach den Wartungsarbeiten wieder 100% Durchfluss möglich und die Lage am Erdgasmarkt würden sich damit entspannen. Kurzfristig könnte das die Aktie von Uniper beflügeln, wäre aber hochspekulativ darauf zu setzen.

Turbulente Wochen bei Canagold Resources

Ende Juni konnte Canagold Resources (WKN: A2QJQ8 ISIN: CA1368421014 Ticker-Symbol: CANA) zwei höchstgradige Bohrergebnisse aus dem 54 Bohrungen umfassenden Programm auf dem New Polaris Projekt in British Columbia (Kanada). In dem einem Bohrloch konnte über 25,1m insgesamt 13,6 g/t Gold und im zweiten Bohrloch über 6,6m insgesamt 34,4 g/t Gold nachgewiesen werden. CEO Scott Eldridge fasst dies wie folgt zusammen: „Wir sehen weiterhin sichtbares Gold in ausgewählten Abschnitten, einschließlich des höchsten einzelnen Goldprobenergebnisses von 646 Gramm pro Tonne Gold, das jemals in dem Konzessionsgebiet erzielt wurde. Die heutige Abschnittslänge von insgesamt 25,1 Metern stellt auch den längsten mineralisierten Abschnitt dar, der jemals auf dem Projekt erbohrt wurde“.

Turbulenter geht’s aber unter den Aktionären zu. Hier scheint Vikram Sodhi und die Firma SunVally die eigenen Interessen, vor denen der anderen Aktionäre stellen zu wollen. Es geht um den ungünstigen Verkauf von Assets wie New Polaris die diese Gesellschaft lieber selber kontrollieren will, und zwar zu einem Zeitpunkt, die auf Grund des niedrigen Aktienkurses von Canagold und dem Goldpreis nur dem pot. Käufer nutzen aber die bestehenden Altaktionäre benachteiligen würde. Dagegen sträubt sich unter anderen Gründer und Chairman von Canagold Res. Bradford Cooke, den viele Edelmetallinvestoren von Endeavour Silver her kennen dürften. Daher sollten die Aktionäre genau überlegen, wie sie mit ihrem Stimmrecht bis zum 15. Juli umgehen.

BASF – Steht Turnaround bevor?

Von einem möglichen Erdgasboykott wäre auch die BASF SE (WKN: BASF11 ISIN: DE000BASF111 Ticker-Symbol: BAS) als größter Erdgasverbrauchen Deutschlands massiv betroffen. Am weltweit größten zusammenhängenden Industriestandort Ludwigshafen würden beim Zusammenbruch der Erdgasversorgung die Lichter ausgehen und damit den wirtschaftlichen Infarkt der deutschen Industrie gleichkommen. Doch die Botschaft aus Kanada hat Signalcharakter und sollten bei den auf 43 EUR abgestürzten Aktienkurs eine Trendwende einläuten.

Die Experten von Goldman Sachs sehen zwar die dunklen Wolken am Horizont, Analystin Georgina Fraser bleibt aber optimistisch. Zwar sehen sie die Aktien auf neutralem Niveau, hoben aber die Prognose von 57 EUR auf 59 EUR an. Der Marktkonsens des EBIT liegt derzeit bei 2,2 Mrd. EUR im zweiten Quartal und daher wird gespannt auf den im Laufe des Monats zu veröffentlichen Quartalsberichtes gewartet.


Die Nachrichten aus Kanada sowie die Bestätigung des Kremls die Lieferverträge wie gehabt erfüllen zu wollen, geben den Markt die nötige Hoffnung darauf zumindest bis zum 22 Juli zu setzen. Sollte dann auch tatsächlich die Erdgaslieferungen erfolgen, könnten die zu erwartenden Aufwärtsbewegung zu einer Rallye an den Börsen zumindest über dem Sommer einläuten.


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