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03.08.2021 | 05:45

7,75% reale Teuerung in der EU – Allianz, Baidu, Desert Gold Ventures

  • Allianz
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Bildquelle: pixabay.com

Der letztes Jahr noch überhitzte Goldsektor ist seit der vor 12 Monaten begonnenen Goldpreiskorrektur deutlich abgekühlt. Auch wenn der Goldpreis sich in den letzten vier Monaten wieder auf das Niveau von November 2020 erholen konnte und oberhalb der 1.800 USD Marke notiert, so haben die Edelmetallproduzenten und -explorer bisher diese Bewegung kaum mitgemacht. Teilweise notieren die Aktien bereits 40 bis 60% unter den Hochs von 2020 während der Goldpreis gerade einmal 12% unter dem 2020er Allzeithoch bei 1.808 USD notiert. Doch hat sich etwas an den fundamentalen Gelddruckorgien der Zentralbanken geändert? Wie hoch ist die reale Inflation wirklich?

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , BAIDU INC.A ADR DL-_00005 | US0567521085 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084


 

Teuerung und Inflation

Im Juni 2021 betrug die Geldmenge M3 in der EU alleine 14,95 Bio. EUR. Ein Jahr zuvor waren es noch mit 13,88 Bio. EUR und damit wurde die Geldmenge um über 1.070 Mrd. EUR inflationiert (aufgebläht). Schaut man sich die Geldmengenschöpfung M3 seit 2004 innerhalb der EU 28 Länder an, so stieg diese innerhalb der letzten 16 Jahre um 136,1% an. Gleichzeitig stieg die Realwirtschaft in Form des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im selben Zeitraum nur um 41,27%. Damit wuchs die Geldmenge M3 zum BIP um den Faktor 3,3. Auf jedes einzelne Jahr durchschnittlich heruntergebrochen ergibt das eine reale Teuerungsrate von 7,75% p.a.. Damit entspricht die reale Inflation bei den meisten Menschen auch der gefühlten Inflation, während die offizielle Teuerungsrate im selben Zeitraum mit durchschnittlich nur 1,66% p.a. angegeben worden ist.

Noch mehr Gold bei Desert Gold erwartet

Gerade die deutlichen Rücksetzer der Goldaktien zum Goldpreis, dürften strategische Investoren nutzen, um ihre Anteile in diesem Segment weiter auszubauen und sich vor dem stetigen Kaufkraftschwung zu schützen. Genau diesen Schutz bietet innerhalb des Goldsektors der kanadische Goldexplorer Desert Gold Ventures (ISIN: CA25039N4084 WKN: A14X09 Ticker: QXR2). Seit dem Hoch in 2020 ist die Aktie bis heute um ca. 57% zurückgekommen und stabilisierte sich in den letzten sechs Monaten in dem Bereich von 0,08 bis 0,12 EUR je Aktie. Obwohl der Explorer in Mali mit SMSZ und Djimbala zwei hervorragende Goldprojekte hat, die zudem geologisch und geographisch gesehen genau zwischen den Goldminen der Goldproduzenten B2Gold (ISIN: CA11777Q2099), Barrick Gold (ISIN: CA0679011084) und AngloGold Ashanti (ISIN: ZAE000043485) liegen, wird dieser Wert bisher kaum beachtet.

Dabei schreitet das 2021er Explorationsprogramm von Desert Gold Ventures auf dem SMSZ-Projekt immer weiter voran. Das über 20.000m umfassende Bohrprogramm sollte planmäßig bis Ende Juli 2021 abgeschlossen sein. Damit kann stetiger Newsflow in den kommenden Tagen und Wochen erwartet werden. Wenn dieses Bohrprogramm ähnliche Ergebnisse wie bei den Bohrungen der letzten Jahre erwarten lässt, dürfte die Aktie von Desert Gold Ventures wieder den Turbo einlegen. Bereits in der Vergangenheit konnten hochgradige Goldfunde mit Goldgehalten zwischen 0,5 bis 3,52 g/t Gold nachgewiesen werden. Wenn sich wie erwartet die Goldzone auch in die aktuellen Bohrgebiete fortsetzt, könnte sich das bereits nachgewiesene Gold noch einmal verdoppeln. Passiert das, wird die nächste Finanzierungsrunde mit hoher Wahrscheinlichkeit von den oben genannten Nachbarunternehmen begleitet, denn diese brauchen neues Gold im Boden, um ihre bereits bestehende Infrastruktur von Goldminen vor Ort langfristig auslasten zu können.

Allianz in die Mangel genommen

Der deutsche Vorzeigekonzern aus München, die Allianz SE (WKN: 840400 ISIN: DE0008404005 Ticker: ALV) steht nicht erst seit Sonntagabend unter Druck. Da lief neben der Mitteilung über die Untersuchung durch die Wertpapieraufsichtsbehörde SEC nun auch die Neuigkeit über den Ticker, dass auch das US-Justizministerium eine Prüfung bzgl. der Structured Alpha Fonds eingeleitet hat. Der Vorstand des Allianz Konzerns sieht ein erhebliches Risiko, das die mit dem Fonds verbundenen Angelegenheiten deutliche Auswirkungen auf die künftigen Finanzergebnisse des Versicherungskonzerns haben könnte. Im Moment ist noch nicht abschätzbar, wie lange die Gerichtsverfahren dauern und wie hoch die möglichen Zahlungen sein werden, aber mit den erweiterten Ermittlungen gegen die Allianz wird nun der nächste deutsche Konzern von der US-amerikanischen Justiz in die Mangel genommen. Laut unbestätigten Berichten sollen bei US-Gerichten bereits Forderungen von ca. 6 Mrd. USD vorliegen.

Die Investoren der Allianz bekamen jedenfalls kalte Füße und verkauften sehr stark Aktien des Unternehmens. In der Spitze ging es zum freitäglichen Schlusskurs um 9,55% gen Süden und das Tief wurde bei bisher 189,90 EUR markiert. Zwar konnte sich der Kurs im weiteren Verlauf des gestrigen Börsentages wieder erholen. Sollte die Kurslücke zwischen 205,30 und 210,00 EUR jedoch nicht zeitnah geschlossen werden, droht ein deutlicher Ausverkauf in den kommenden Monaten und Jahren. Erinnerungen an den Bayer Konzern werden wach, der in der Spitze in wenigen Jahren über 70% der Marktkapitalisierung verloren hatte. Übertragen auf die Allianz, würde das einem zukünftigen Kurs von unter 60 EUR je Aktie in wenigen Jahren bedeuten, was sich 2015 auch bei dem Bayer Aktien keiner vorstellen konnte.

Korrektur bei Baidu noch nicht vorbei

Das chinesische Technologieunternehmen Baidu (WKN: A0F5DE ISIN: US0567521085 Ticker: B1C) rannte von März 2020 bis Februar 2021 auf neue Allzeithochs und markierte am 22. Feburar 2021 das bisherige Rekordhoch bei 289 EUR. Ein Anstieg von über 277% innerhalb eines Jahres konnten die Aktionäre verbuchen. Doch dann schlug die chinesische Regulierungsbehörde bei immer mehr Unternehmen zu und die internationalen Investoren bekamen Angst, denn kaum ein chinesischer Großkonzern wurde ausgelassen. Die Angst vor einem Wissenstransfer gigantischer Datenmengen aus den Armen chinesischer Unternehmen hin zu US-amerikanischen Geheimdiensten, versetzte das kommunistische Regime in Aufregung und rief die Regulierungsbehörde auf den Plan. Innerhalb dieser andauernden Unsicherheitsphase meiden viele Investoren chinesische Aktien, was kurzfristig auch sinnvoll ist.

Wer jedoch langfristig am chinesischen Wachstumsmarkt teilhaben will, der sollte die anhaltende Unsicherheit nutzen, um gezielt sein Engagement bei der dominierenden Supermacht der kommenden Jahrzehnte Positionen aufzubauen. Baidu ist die größte Suchmaschine Chinas und wie CEO und Mitbegründer Robin Lie vergangenen Donnerstag mitteilte, wird die künstliche Intelligenz in Verbindung mit der intelligenten Wirtschaft die zentrale Antriebskraft kommender wirtschaftlicher Entwicklungen sein. Anwendungen werden immer schneller und führen zu explosionsartigem Wachstum von Daten in der Industrie. Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz können diese ausgewertet und Muster gefunden werden, die ein Mensch wahrscheinlich niemals sehen würde. Daher investiert Baidu Milliarden in Bereich KI, Big Data und Cloudcomputing, um seinen Wissensvorsprung weiter auszubauen. Bis Ende 2024 sollen von Baidu Robotertaxis in 30 Millionenstädte Chinas selbstständig fahren. Anleger sollten daher die Unsicherheit nutzen, um langfristig Positionen aufzubauen.


Fazit

Während die Allianz Aktie durch Druck aus den USA und scheinbar häufiger vorkommenden Naturkatastrophen in den kommenden Jahren immer weniger Gewinn ausweisen dürfte und daher eher aus dem Depot der Anleger fliegen sollte, sollten die Kursrücksetzer bei Desert Gold und Baidu genutzt werden, um Positionen aufzubauen. Gold und Goldaktien als „Fluchtwährung“ gehören in jedes Depot und China als dominierende Wirtschaftsmacht der kommenden Jahrzehnte sollte ebenfalls im Depot nun langsam höher gewichtet werden.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Die hohe Inflation ist nicht nur in den EU-Staaten ein Thema, sondern die USA steht mit einer 7,9%igen Kaufkraftabwertung genauso miserabel da. Doch in anderen Ländern finden deswegen längst Aufstände, wie z.B. in Sri Lanka (ehemals Ceylon) statt, weil dort die spärlichen Einnahmen nicht einmal mehr das tägliche Überleben sichern kann. Eine für Westeuropa unvorstellbare Situation, genauso unvorstellbar wie ein Krieg auf diesem Kontinent. Jeder sollte daher sein Depot entsprechend anpassen und auch große Marktplayer kritisch hinterfragen.

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