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20.10.2020 | 05:45

Seltene Erden nicht nur im Apple SE - Apple, Defense Metals und AMS

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Bildquelle: pixabay.com

Hochtechnologie ist ohne Seltene Erden (Rare Earth) weder entwickel- noch produzierbar. Da es sich bei Seltenen Erden nicht um Erde, sondern um Metalle handelt, gäbe es ohne sie keine Smartphones, keine Elektroautos und auch viele andere technische Geräte nicht.
Einer der Hauptlieferanten für Seltene Erden ist nach wie vor China und genau das macht die militärische Führungsriege der USA und ihre NATO-Partner mehr als nervös.
Wer braucht Seltene Erden und wer sorgt für Nachschub in der Zukunft?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: US0378331005


 

Apple stellt neuen Rekord auf

Apple (WKN: 865985 ISIN: US0378331005 Ticker: APC) hat letzte Woche das mit Spannung erwartete iPhone 12 präsentiert. Dabei sollen die verschiedenen 5G-fähigen Mobiltelefone die iPhone-11-Familie als neue Kassenschlager ablösen. Das kostengünstige Einsteigermodell iPhone 12 mini löst das iPhone SE ab und die weiteren Modelle setzen das bisherige Namenskonzept fort und heißen iPhone 12, iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max. Die Apple Jünger fliegen jedenfalls auf die neue Produktlinie und bestellten in den ersten 24 Stunden der Vorbestellphase mehr als doppelt so viele iPhone-12-Modelle als im gleichen Zeitraum in der Vorbestellphase der iPhone-11-Geräte. Sicherlich ist dies auch Corona bedingt zu begründen, denn viele Fans vermieden das lange Ausharren vor den Apple Stores, um nicht in Konflikt mit den verordneten Coronamaßnahmen zu kommen.
Doch zurück zum eigentlichen Thema: Wie hoch der genaue Anteil an Seltenen Erden im jeweiligen Modell der 12er Reihe ist, ist aktuell noch nicht bekannt. Aber ca. 25% der verwendeten Metalle sollen bereits aus recycelten Anteilen älterer Handygenerationen bestehen. Trotz Recycling steigt der weltweite Verbrauch an seltenen Erden immer weiter an.

Defense Metals – Nordamerikanische Seltene Erden

Defense Metals (WKN: A2PBZ4 ISIN: CA2446331035 Ticker: 35D) hat sich zur Hauptaufgabe gemacht, Seltene Erden in Nordamerika zu finden. Dabei sind sie in der Nähe von der Stadt Prince Georg in British Columbia, Kanada fündig geworden. Die Kanadier sicherten sich die Anteile an dem rund 1.700 Hektar großen Wicheeda Seltene Erden Projekt. Bisher wurden dort bereits 4,89 Millionen Tonnen Mineralressourcen angezeigt, mit einem Anteil von 3,02% an Leichten Seltenen Erdmetallen. Insgesamt schätzt das Unternehmen die abgeleiteten Mineralressourcen auf 12,1 Millionen Tonnen und einen ausbeutbaren Anteil von 2,9% an Leichten Seltenen Erdmetallen. Defense Metals beabsichtigt nicht nur, dass das kanadische und das US-Militär unabhängig von China wird, sondern auch, dass die großen Konzerne ihre Hochtechnologie nicht mehr zwingend in China produzieren müssen und somit Arbeitsplätze zurück nach Nordamerika holen können. Um die Kontakte zum US-Militär zu verbessern, heuerte das Unternehmen erst Anfang Oktober 2020 mit Andrew Leland einen ehemaligen Luftverteidigungsoffizier der US-Armee als Berater an, der seit 2017 als Systemingenieur bei Rüstungskonzern Lockheed Martin tätig ist. Er soll die Verantwortung für die Anbahnung neuer Abnahmepartner übernehmen und voranbringen, damit das Wicheeda Projekt schnellst möglichst profitabel entwickelt werden kann.

Apple verbaut Halbleiter der AMS AG – Verdopplung voraus?

Nach der Übernahme der Osram Licht AG (WKN: LED400 ISIN: DE000LED4000 Ticker: OSR) durch die österreichische AMS AG (WKN: A118Z8 ISIN: AT0000A18XM4 Ticker: DQW1) und der Beendigung des Joint Ventures mit der Continental AG dürfte nun wieder mehr Fokus auf positive Meldungen bei der AMS AG gelegt werden.
Denn nach der Einführung der 5G-fähigen 12er Smartphone Reihe von Apple dürften sich auch die Kennzahlen der AMS AG wieder weiter verbessern. Die AMS AG ist einer der 200 Zulieferer des Apple Konzerns und liefert unter anderem optische Lösungen für 3D-Darstellungen und hochauflösende Displays. Alles Anwendungen die Seltene Erden voraussetzen. Da Apple über 75 Millionen 5G iPhones noch im laufenden Jahr 2020 ausliefern will, werden entsprechend auch die Zulieferer die Auftragsbücher für Q.1. & Q.2 2021 gefüllt haben. Die AMS AG hat jedenfalls für das dritte Quartal 2020 Umsätze von USD 564 Millionen mitgeteilt und damit das obere Ende der Prognosespanne von USD 530 – 570 Millionen) erreicht. Das gibt Hoffnung, dass die aufgekommenen Zweifel an der Tragfähigkeit der Übernahme der Osram Licht AG nun langsam vom Tisch gewischt werden können. Charttechnisch fehlt jedenfalls bei der AMS AG Aktie nur noch ein Wochenschlusskurs oberhalb der 24 Euro Marke. Der nächste kleinere Widerstandsbereich ist die 25,87 Euro - Marke, ehe dann der Kurs bis 39,63 Euro ununterbrochen steigen könnte. Die kommenden Tage werden daher entscheiden, ob eine Kursverdopplung voraus steht.


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