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04.09.2025 | 05:45

Staatsanleihen Krise - Flucht in die Rohstoffe! Almonty Industries, First Majestic Silver, Lynas Rare Earths

  • Almonty Industries
  • First Majestic Silver
  • Lynas Rare Earths
Bildquelle: pixabay.com

Die Niedrigzinsphase in der westlichen Welt ist mit den Corona-Lockdowns zu Ende gegangen. Zuvor fielen die Zinsen für Staatsanleihen seit den 1980er-Jahren beständig und die verschiedenen Staaten konnten sich zu immer niedrigeren Zinsen immer höher verschulden. Doch mit dem Trendwechsel zu steigenden Zinsen, steigen nun die Belastungen der Staatshaushalte durch wachsende Zinszahlungen an. Großbritannien könnte beim Internationalen Währungsfonds (IWF) für einen Bailout anfragen und auch der französische Wirtschaftsminister sieht eine wachsende Wahrscheinlichkeit, dass Frankreich ohne Reformen nicht um einen Bailout durch den IWF herumkommen könnte. Daher verwundert es nicht, dass Investoren den Staatsanleihenmarkt verlassen und lieber in Edelmetalle und andere Rohstoffe investieren, besteht hier bei physischem Besitz kein Ausfallrisiko.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA0203981034 , CA32076V1031 , AU000000LYC6


 

First Majestic Silver - noch mehr Silber

Der Silberpreis konnte sich mit dem Ausbruch über 40 USD in der letzten Woche oberhalb dieser psychologischen Marke etablieren. Der bisherige Widerstand wird daher zu einer wichtigen Unterstützungszone umgebaut. Durch den höheren Silberpreis werden vor allem die großen Silberproduzenten wie First Majestic Silver (WKN: A0LHKJ | ISIN: CA32076V1031 | Ticker-Symbol: FMV) profitieren. Dieser konnte bereits zum II. Quartal 2025 die Silber- und Goldproduktion - in Silberäquivalente umgerechnet - auf Jahressicht um 48 % auf 7,9 Mio. Unzen steigern. Im II. Quartal 2024 waren es nur 5,3 Mio. Unzen gewesen.

Auch der Umsatz stieg wegen der höheren Gold- und Silberpreise um 94 % von 136,2 Mio. USD auf 264,2 Mio. USD an. Da die Silberunze im letzten Quartal noch im Durchschnitt zu 34,92 USD verkauft wurde und der Silberpreis in den letzten zwei Monaten kontinuierlich gestiegen ist, werden sich auch im laufenden III. Quartal die Kennzahlen des Unternehmens weiter verbessern. Ebenfalls positive Nachrichten kamen zuletzt aus dem laufenden Bohrprogramm von First Majestic Silver. Mit 112.000 Bohrmetern bei der San Dimas Mine in Mexiko spart der Silberproduzent derzeit nicht an der Erweiterung seiner zukünftigen Ressourcen. So konnten bereits jetzt in diversen Bohrlöchern hohe Silbergehalte nachgewiesen werden. Herausgestochen ist die Erweiterung der sogenannten Sinaloa-Elie Vene, bei der in Bohrloch X-1, X5 und X17 nicht nur Silbergehalte zwischen 495 g/t bis 1.112 g/t gefunden werden konnten, sondern ebenfalls hochgradige Goldgehalte, die zwischen 7,66 g/t bis 15,93 g/t erreichten.

Erweitert werden konnten auch die Roberta Vene, die Santa Teresa Vene sowie die Coronado Vene. Hier lagen die Silbergehalte in sieben Bohrlöchern zwischen 120 g/t bis 689 g/t und die Goldgehalte zwischen 1,66 g/t bis 9,65 g/t.

CEO Keith Neumeyer kommentierte die Funde wie folgt: „Wir erzielen starke Ergebnisse aus zahlreichen Adern in den grubennahen Erweiterungen von San Dimas bei Elia, Sinaloa, Roberta und Santa Teresa und sind begeistert von den neuen hochgradigen Silber- und Goldabschnitten der Coronado-Ader im West Block. Die Erweiterungen der historisch abgebauten Gebiete sind mit modernen Methoden noch nicht untersucht worden, was auf das unerschlossene Potenzial des Bezirks hindeutet. Diese neuen Ergebnisse bestätigen unsere Ansicht, dass San Dimas über bedeutende Wachstumschancen verfügt und ein Eckpfeiler unserer langfristigen Wachstumsstrategie bleibt.“

Die Transformation von Almonty Industries und Südkorea

Wie die Korea Times am Dienstag, den 02.09.2025 berichtete, verwandelt das kanadische Unternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker-Symbol: ALI) Südkorea wieder in einen globalen Umschlagplatz für den wichtigen Rohstoff Wolfram. Mit seinem regionalen Tochterunternehmen Almonty Korea Tungsten Corp. (AKTC) beleben die Kanadier eine ganze Region in der Provinz Gangwon. Dort befindet sich die Wolframmine Sangdong, die durch massive Investitionen kurz vor dem Produktionsstart steht. Derzeit läuft noch die Vorproduktionsphase, ehe mit dem regulären Produktionsstart und dem Hochfahren der Mine im laufenden zweiten Halbjahr 2025 gerechnet wird.

Da China ca. 80 % des globalen Wolframangebotes kontrolliert und durch die Spannungen zwischen den USA und China die Chinesen den Export von diversen Metallen eingeschränkt oder verboten haben, ist auch der Preis für Wolfram seit Jahresanfang um mehr als 40 % auf zuletzt 500 USD/t angesprungen. Da Wolfram wegen seiner hohen Dichte in der Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Elektronik- und der Fertigungsindustrie unersetzlich ist, ist das Unternehmen in den letzten zwölf Monaten immer stärker in den Fokus der internationalen Investoren geraten. In diesem Zeitraum stieg die Aktie um 440 % und wurde zuletzt mit 3,62 EUR gehandelt.

Wie der CEO Lewis Black zuletzt mitteilte, wird nach Abschluss der Vorproduktionsphase und den Abschlussarbeiten an der Verarbeitungsanlage mit dem Transport des Erzes an die Oberfläche begonnen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll dann die zweite Bau- und Erweiterungsphase abgeschlossen werden. „Die zweite Bauphase hat die Genehmigung der lokalen Behörden erhalten und wird nächstes Jahr beginnen. Die Produktion aus der zweiten Bauphase soll noch in 2027 beginnen.“

Die Erweiterung umfasst eine Nano-Wolframoxid-Anlage, die Wolframkonzentrate in Wolframoxid umwandelt. Dies ist ein wichtiger und kritischer Zwischenschritt für die spätere Herstellung von hochreinen Wolframmetallen und den entsprechenden Produkten daraus. Wie Lewis Black aus Gesprächen mit dem Verteidigungsministerium erfahren hat, könnte die USA durch die Lieferung von Wolfram aus Südkorea in 2027 ein Importverbot für Wolfram aus China, Russland und Nord-Korea verhängen. Die bereits angespannte Versorgungssicherheit von Wolframlieferungen dürfte sich dann noch weiter verschärfen, wovon aber Almonty Industries durch noch höhere Verkaufspreise profitieren würde.

Lynas Rare Earths - massive Eigenkapitalerhöhung

Um seine Expansion zu finanzieren, hat der australische Seltene Erden Produzent Lynas Rare Earths (WKN: 871899 | ISIN: AU000000LYC6 | Ticker: LYI) eine signifikante Eigenkapitalerhöhung angekündigt. Diese umfasst 750 Mio. AUD (488 Mio. USD), die der Konzern mit einem Abschlag von 10 % auf den letzten Aktienkurs von 13,25 AUD einsammeln möchte. Nahe am 13 Jahreshoch der Aktie ist diese Maßnahme der Geschäftsführung verständlich, da die Verwässerung für die bestehenden Aktionäre nicht ganz so hoch ausfällt. Dennoch entspricht dies ca. 6 % der ausstehenden Aktien.

Der weltgrößte Produzent von Seltenen Erden außerhalb Chinas verkündete mit der Kapitalerhöhung auch bestehende Herausforderungen bei dem Aufbau einer Verarbeitungsanlage im Bundesstaat Texas. Es gibt laut Geschäftsführung erhebliche Unsicherheiten, ob und in welcher Form der Bau fortgesetzt wird. Das Projekt erhielt bereits 358 Mio. USD an Zuschüssen vom US-Verteidigungsministerium im Jahr 2023.

Fazit

Die Nachfrage nach Edelmetallen und wichtigen Industrie- & Rüstungsmetallen wie Wolfram und den Seltenen Erden ist ungebrochen hoch. Die Preise für diese Rohstoffe steigen von Hoch zu Hoch und alle drei vorgestellten Unternehmen sind Profiteure dieses länger anhaltenden Trends.



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