Menü

30.03.2026 | 05:45

Das strategische Rückgrat des Westens: Almonty Industries

  • Almonty Industries
Bildquelle: pixabay.com

Das weißglänzende Schwermetall Wolfram ist kein gewöhnlicher Rohstoff. Mit einem sehr hohen Schmelzpunkt von 3.422 °C, einer vergleichbaren Dichte wie das edle Metall Gold und einer außergewöhnlichen Härte ist es extrem wichtig für Panzerungen, Munition, Röntgengeräte, Halbleiter, Hochleistungswerkzeuge sowie für die Luft- und Raumfahrt und dort auch kaum ersetzbar. Wer daher den Zugang zum Rohstoff Wolfram kontrolliert, beherrscht einen der zentralen Hebel moderner Industrie- und Rüstungsproduktion. Genau das ist eine wesentliche Herausforderung der NATO-Staaten, denn China kontrolliert rund 80 % der globalen Wolfram-Produktion. Gemeinsam mit Russland und Nordkorea steigt dieser Anteil auf rund 95 %. Gleichzeitig haben die USA seit dem Jahr 2015 kein Wolfram mehr kommerziell gefördert und das weiß und nutzt auch China im Wirtschaftskrieg gegen die USA.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA0203987072


 

Abhängigkeit wird ausgenutzt

Die Auswirkungen der strukturellen Abhängigkeit wurden in den letzten Jahren immer deutlicher. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, werden die Vorräte des strategisch bedeutenden Metalls durch die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten in einem besorgniserregenden Tempo aufgezehrt. Rohstoffinsider berichten von einer Mangellage an Wolfram sondergleichen. Selbst der Rohstoffmangel an Lithium im Jahr 2021 ist nicht mit dem aktuellen Wolframmangel vergleichbar. Seinerzeit gab es genügend Lithiumminen in der Welt, die kurzfristig in Betrieb gehen und den Lithiummangel abstellen konnten.

Entsprechend reagierte der Markt mehr als deutlich. Am europäischen Haupthandelsplatz Rotterdam wurden in der letzten Woche durchschnittlich 2.950 USD je metrischer Tonne (mtu = 10 kg) bezahlt – das entspricht einem Anstieg von über 30 % innerhalb von nur zwei Handelswochen. Seit Jahresanfang 2026 beträgt der Anstieg sogar über 320 % und seit Anfang 2025 gerechnet sogar weit über 700 %! Grund dafür sind sinkende Erzgehalte in chinesischen Minen bei gleichzeitig steigender globaler Nachfrage aus Rüstung und den durchgesetzten Exportkontrollen der chinesischen Zentralregierung.

Vorausschauender Produktionsausbau

In diese Mangellage stößt nun Almonty Industries (WKN: A414Q8 | ISIN: CA0203987072 | Ticker-Symbol: ALI1) mit der signifikanten Ausweitung seiner Wolframproduktion. Das kanadische Unternehmen ist erst kürzlich zu einem der bedeutendsten westlichen Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas aufgestiegen. Erreicht wird dies derzeit durch den umfangreichsten Produktionssprung in der jüngsten Unternehmensgeschichte. Der weit vorausschauende CEO des Unternehmens Lewis Black kaufte vor über 10 Jahren die einst größte Wolframmine der Welt – die Sangdong-Mine in Südkorea. Diese musste in den 1990er-Jahren durch den subventionierten chinesischen Preiskampf geschlossen werden, weil die Produktion nicht mehr wettbewerbsfähig war. Almonty Industries reaktivierte in den letzten Jahren das Bergwerk und feierte Mitte März die Fertigstellung des Hochlaufs der ersten Produktionsphase. Die laufende Produktion geht bereits jetzt zu 50 % in die USA, wo das Material in Pennsylvania laut CEO Lewis Black weiterverarbeitet wird.

Beeindruckendes Wachstum

Das Produktionswachstum des Unternehmens ist durch die Sangdong-Mine beeindruckend. Almonty Industries betreibt bereits in Portugal die deutlich kleinere Panasqueira-Mine. Diese ist eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Wolframbergwerke der Welt und wird ebenfalls weiter ausgebaut. Letztes Jahr erzielte das Unternehmen mit der Wolframproduktion einen Umsatz von 32,5 Mio. CAD. Laut der Analyse von Cantor Fitzgerald soll der Umsatz im Jahr 2026 durch den Hochlauf der Sangdong-Mine einen Sprung auf knapp 750 Mio. CAD machen. Für das EBITDA wird 488,1 Mio. CAD erwartet, was einer Marge von über 50 % entsprechen würde. Die Produktionsmenge steigt von 58.000 mtu um den Faktor 5 auf 267.537 mtu. Gleichzeitig sinken durch die Fertigstellung der Hochlaufphase 1 der Sangdong-Mine die All-in-Sustaining-Costs (AISC) von 345 USD auf 266 USD je mtu. Bei einem aktuellen Marktpreis von 2.950 USD je mtu entspricht das einer sehr auskömmlichen Gewinnmarge.

Cantor Fitzgerald rechnet für 2027 bereits mit einem Umsatz von 1,3 Mrd. CAD, einem EBITDA von 844,3 Mio. CAD und einem Nettogewinn von 832,4 Mio. CAD. Der Gewinn je Aktie würde dann bei 4 CAD liegen – was bei einem aktuellen Kurs von rund 20 CAD ein 5er-KGV für 2027 ergeben würde. Das Kursziel der Analysten liegt bei 25,80 USD bzw. 36,00 CAD und damit ergibt sich ein Anstiegspotenzial von über 50 %. Ab 2028 sieht Cantor die Jahresproduktion bei annähernd 800.000 mtu – ein Volumen, das Almonty Industries zum dominanten westlichen Wolfram-Versorger machen würde.

Ideal positioniert

Ein weiterer Pfeiler der Wachstumsstrategie ist das Gentung-Projekt in Montana, USA, das Almonty Industries Ende 2025 für 10 Mio. USD übernommen hat. Die Ressource wird auf rund 7,5 Millionen Tonnen Erz mit einem Wolframtrioxidgehalt von 0,315 % geschätzt und die Produktionsaufnahme soll sogar noch zum Ende des zweiten Halbjahres 2026 starten. Die Übernahme war dabei kein Zufall, sondern klares Kalkül von Unternehmenslenker Lewis Black. Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits im vergangenen Jahr entschieden, dass ab 2027 keine Rohstoffe in Rüstungsprodukten aus der chinesischen Lieferkette verwendet werden dürfen. Da die Produktionsstätten von Almonty Industries in Südkorea, Portugal und demnächst auch den USA liegen, ist das Unternehmen ideal für die US-amerikanische Nachfrage positioniert.

Weitere Wachstumsphantasie für Almonty Industries entsteht zukünftig zudem durch den geplanten Ausbau der Wertschöpfungskette mittels einer Nano-Wolframoxid-Anlage in Südkorea in der Nähe der Sangdong-Mine. Auch soll das ebenfalls in der Mine vorkommende Molybdän als wertvolles Nebenprodukt erschlossen, abgebaut und vermarktet werden. Seit Ende 2025 bis dato ist dieser Molybdänpreis immerhin um 25 % angestiegen.

Quelle: LSEG Refinitiv, logarithmischer Chart mit Trendkanal Almonty Industries

Fazit

Almonty Industries ist ein strategisch sehr gut positioniertes Unternehmen, mit weiterem Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren. Die enorme geopolitische und wirtschaftliche Relevanz von Wolfram gibt Almonty Industries als dem größten Produzenten des Westens eine Preissetzungsmacht und damit eine wahrscheinlich hohe Gewinnmarge über die kommenden Jahre. Trotz starken Kursanstiegs in den letzten beiden Jahren wird die Aktie seitens der Analysten als attraktiv bewertet angesehen.


Interessenskonflikt

Gemäß § 85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Ita Joka S. A. sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Ita Joka S. A. (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Ita Joka S. A. ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Ita Joka S. A. für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Ita Joka S. A. bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf derfinanzinvestor.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Ita Joka S. A. und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Ita Joka S. A. und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Weitere Kommentare zum Thema:


Almonty Industries: Korrektur nach Rally

Almonty Industries: Korrektur nach Rally

Kommentar vom 21.05.2026 | 05:45

Das Element Wolfram ist eines der härtesten und schwersten Metalle der Erde und gilt als unverzichtbarer Rohstoff für Industrie, Rüstung und Hochtechnologie. Mit einem Schmelzpunkt von über 3.400 Grad Celsius ist kein anderes Metall widerstandsfähiger unter extremen Bedingungen. Rund 80 % der globalen Produktion stammen aus China. Das ist ein strukturelles Risiko, besonders für westliche Lieferketten, sodass Regierungen und Investoren bereits alarmiert sind. Das Hartmetall Wolfram ist daher in den letzten Quartalen zu einem strategischen Schlüsselrohstoff einer neuen geopolitischen Ära mutiert.

Zum Kommentar


Wolfram - ein Engpass, der die Welt verändert – Almonty Industries

Wolfram - ein Engpass, der die Welt verändert – Almonty Industries

Kommentar vom 11.05.2026 | 05:45

Nur wenige Rohstoffe stehen so unbemerkt im Zentrum der globalen Machtverschiebung wie das Schwermetall Wolfram. Während die Mehrheit der Qualitätsmedien und Anleger über KI-Chips, Rüstungsbudgets und Handelsstreitigkeiten berichten und diskutieren, dreht China systematisch den Rohstoffhahn zu. Peking kontrolliert rund 80 % der globalen Wolframproduktion und -verarbeitung. Diesen Hebel nutzt die dortige Regierung immer stärker als Druckmittel und geopolitische Waffe, besonders wenn Länder wie die USA unter Trump bestehende Handelsvereinbarungen immer wieder verändern wollen. So schränkt China die Vergabe von Exportlizenzen ein und setzt Dual-Use-Restriktionen um, die zur Unterbrechung bisheriger Lieferwege führen. Das hat sich sehr deutlich beim Wolframpreis ausgewirkt, der von unter 300 USD je MTU in 2023 auf heute über 3.200 USD je MTU explodiert ist. Japanische WF6-Hersteller warnen bereits, dass ihre Lagerbestände nur noch ca. drei Monate bis Mitte 2026 reichen. Dieses Unternehmen füllt jetzt die Lücke:

Zum Kommentar


Wolframpreis im Rekordlauf – dieser Produzent profitiert! Almonty Industries

Wolframpreis im Rekordlauf – dieser Produzent profitiert! Almonty Industries

Kommentar vom 28.04.2026 | 05:45

Die Börsen befinden sich seit Wochen in einem turbulenten, wenngleich auch widersprüchlichen Marktumfeld. Der Nasdaq 100 markierte zuletzt mit über 27.300 Punkten ein neues Allzeithoch. Gleichzeitig bestehen enorme geopolitische Unsicherheiten, die Staatsverschuldung explodiert und die internationalen Spannungen in der Zoll- und Handelspolitik sind nach wie vor ungelöst. In dieser Zeit kennt der Rohstoffpreis von Wolfram nur eine Richtung: aufwärts. Der gängige Referenzpreis für das Metall notierte letzten Freitag bei 3.320 USD je metrischer Tonne (mtu) auf einem historischen Höchststand, wobei 1 mtu gleichzusetzen ist mit 10 kg. Welches Produktionsunternehmen am meisten profitiert, lesen Sie hier:

Zum Kommentar