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02.10.2020 | 05:45

Standortschließung, Verlagerung und kalter Kapitalismus – Continental AG, Newlox Gold, Infineon

  • Continental AG
  • Infineon
  • Newlox Gold
Bildquelle: pixabay.com

Immer stärker rücken nach einer sieben monatigen Panikhysterie die Auswirkungen der wirtschaftlichen Rezession in den Vordergrund. Nach 9 Jahren Aufschwung der Weltwirtschaft bis Ende 2018/Anfang 2019 ist eine wirtschaftliche „Konsolidierungsphase“ von ca. drei Jahren durchaus normal und als Gesundungsprozess zu betrachten. Im Jahre 2022 wäre die Talsohle (ähnlich wie 2009) dann durchschritten und ein nächster wirtschaftlicher Expansionszyklus könnte starten. Doch die Abschwungphase des Wirtschaftszyklus wurde durch die Kombination von politischem Klimawandel, und der Erhöhung der „sozialistischen Planziele“ der EU zur CO2-Reduktion noch deutlich verstärkt.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Continental AG beschließt beschleunigten Umbau - Verständnis und Kritik

Durch den politisch verordneten LockDown, den damit verbundenen Absatzeinbruch der Automobilbranche und die Verschärfung des politischen Zieles zur Reduktion der CO2 Emissionen innerhalb des Wirtschaftsraumes der EU, ist die Automobil- und Zulieferindustrie gezwungen, den Umbau ihrer jeweiligen Unternehmen noch energischer voranzutreiben. Selbst in der Vergangenheit profitable Werke, wie das Reifenwerk der Continental AG in Aachen, fallen dem Rotstift zum Opfer. Denn der massive Absatzeinbruch führt entsprechend auch zu Überkapazitäten. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht es daher natürlich Sinn, statt mehrere Werke an verschiedenen Standorten nur teilweise auszulasten,
Standorte zu schließen, um die Produktion an den verbleibenden Standorten hoch zu halten. Für die betroffenen Mitarbeiter in Aachen ist dies hart, die Arbeitsplätze der verbleibenden Standorte werden dadurch aber langfristig sicherer. Hier vom „kalten Kapitalismus“ zu sprechen, ist dann eher als politische Profilierung eines möglichen Kanzlerkandidaten zu bewerten. Was sich die Continental AG und die Haupteigentümer der Schaeffler Familie aber vorwerfen lassen müssen, ist die miserable Kommunikationspolitik der leitenden Personen des Managements der Continental AG. Denn dadurch untergraben sie innerhalb der schweren Wirtschaftskrise das Zusammengehörigkeitsgefühl des Unternehmensverbundes und senken die Arbeitsmoral der Mitarbeiter.

Newlox Gold – Betriebsschließung, Verlagerung und Neuaufbau

Im Gegensatz zur Automobilbranche und der Zulieferindustrie profitiert Newlox Gold (WKN: A1XFBG ISIN: CA65151R1001 Ticker: NGO) vom Rückenwind der Edelmetallmärkte und derFlucht in sichere Assets.
Zwar war auch das kanadische Unternehmen vom LockDown betroffen, nutzte aber die Zeit der Zwangspause, um die Goldproduktionsstätten in Costa Rica zu optimieren. Dabei wurde die komplette Produktionsanlage demontiert, verlegt und an einem neuen Standort wieder aufgebaut. Dadurch konnte nicht nur der Standort näher an die Kleinbergwerke verlegt werden, sondern auch das zugehörige Labor sowie die Umweltschutzbestimmungen viel besser in die Ablaufprozesse einbezogen werden. Damit sinken nicht nur die Transportkosten zur und die Logistikkosten innerhalb der Produktionsanlage, sondern auch das zukünftige Produktionswachstum kann planerisch gleich mit berücksichtigt werden.
Der Ausbau des Werkes bei zukünftigem Wachstum ist somit bereits heute sichergestellt. Außerdem befindet sich der neue Standort außerhalb der örtlichen Gemeindegrenzen, so dass ein erneuter LockDown nicht zwangsläufig auch zur Werkschließung führen muss. In der kommenden Woche soll die Goldproduktion wieder aufgenommen werden. Ca. 80 Tonnen Goldgestein können am Tag verarbeitet werden und es werden ca. 650 – 700g Goldausbeute am Tag erwartet.

Infineon – E-Mobilität treibt Chipnachfrage

Die Digitalisierung und der Wandel hin zum autonomen Fahren mit Wasserstoff-Antrieb oder E-Mobilität verlangt immer mehr Datenaustausch und Datentransfer. Beständig nimmt der Bedarf an Chips und Microcontrollern zu und davon profitiert besonders der deutsche Halbleiterhersteller Infineon (WKN: 623100 ISIN: DE0006231004 Ticker: IFX). Fast 40 Prozent des gesamten Umsatzes erwirtschaftete Infineon im letzten Jahr im Automotive-Bereich. Während andere Zulieferer Werke schließen und Mitarbeiter entlassen müssen, ist der Münchener Konzern einer der Gewinner dieses forcierten Wandels. Immer mehr Aktionären wird dies bewusst und am gestrigen Donnerstag, den 01. Oktober 2020, konnte die Aktie von Infineon ein neues 19 Jahres Hoch ausbilden und das Hoch vom 02. August 2001 aus dem Markt nehmen. Wenn Infineon auch die Marke von 28,97 Euro erreicht, wäre auch die Kurslücke vom Juni 2001 geschlossen. Charttechnisch wäre dann als nächstes Ziel die 41,71 Euro abzuarbeiten, eh dann auf Sicht der nächsten drei Jahre neue Allzeithochs durchaus für möglich zu erachten sind.

Fazit

Mit der Forcierung der Agenda des „Great Reset“ in Verbindung mit den Plänen des radikalen Umbaus der Wirtschaft ist ein gesellschaftspolitischer Giftcocktail entstanden.
Einige wenige werden von dem Wandel enorm profitieren, während viele bisherigen Arbeitnehmer ihre Jobs verlieren werden, weil Automobilzulieferer den erforderlichen strukturellen Wandel nicht mehr finanzieren können und damit in die Insolvenz rutschen werden. Als Kapitalmarktanleger muss gerade in den kommenden Wochen und Monaten genauer geschaut werden, ob bestimmte Geschäftsmodelle in 2-3 Jahren noch funktionieren können oder ob sich ggf. von Aktienpositionen getrennt und umgeschichtet werden sollte.

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Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Durch die Salamitaktik der Politik und die permanente negative Berichterstattung sind viele Menschen in einem Panikmodus gefangen. Statt ihr Geld renditeorientiert und langfristig anzulegen, akzeptieren sie immer höher steigende monatliche Gebühren und Negativzinssätze. Statt in Firmen wie Impfstoffhersteller, Goldproduzenten oder Digitalisierungsspezialisten zu investieren, vertrauen sie lieber Politikern, deren bisherige Strategien von Lockdown 1, 2 und 3 schon nicht funktioniert haben und bis zum Ende der Grippesaison im März/April auch nicht funktionieren werden.

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