24.04.2026 | 05:45
Unsicherheit und Volatilität bleiben hoch - Heidelberger Druckmaschinen, Kobo Resources, M1 Kliniken
Die Volatilität an den Finanzmärkten bleibt hoch und der DAX kämpft derzeit mit der 200er-Tagesdurchschnittslinie, die derzeit bei ca. 24.110 Punkten verläuft. Ein Wochenschlusskurs darunter würde institutionelle Investoren zur Vorsicht mahnen, denn oft kündigt ein nachhaltiger Bruch dieser Linie weiteren Abgabedruck an. Dieser kann ohne weiteres jederzeit beginnen, denn die geopolitische Unsicherheit rund um den Iran-Krieg hält die Märkte weiter in Atem. Dennoch zeigten die letzten Wochen, dass viele Marktteilnehmer noch genügend Risikobereitschaft besitzen und die Kursrücksetzer für Zukäufe nutzten.
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
DE000A0STSQ8 , CA49990B1040 , DE0007314007
M1 Kliniken AG Aktie Kurssprung nach positiven Zahlen
Das deutsche Pharmaunternehmen M1 Kliniken AG (WKN: A0STSQ | ISIN: DE000A0STSQ8 | Ticker: M12) hat sich auf plastische Chirurgie und Schönheitsoperationen spezialisiert. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren ein signifikantes Wachstum hingelegt, das sich mehr als sehen lassen kann. Die Nachfrage nach Schönheits-OPs steigt weiterhin und das gibt der Firma aus Berlin starken Rückenwind. Am vergangenen Mittwoch hat das Unternehmen die vorläufigen Kennzahlen für 2025 veröffentlicht, und diese zeigen, dass allein im Beauty-Segment zum ersten Mal die Marke von 100 Mio. EUR Umsatz überschritten worden ist. Der Gesamtumsatz ist um 7 % von 339 Mio. EUR im Jahr 2024 auf 364 Mio. EUR im Jahr 2025 gestiegen. Vor nicht einmal zehn Jahren hatte die Firma im Jahr 2016 noch einen Umsatz von nur 35 Mio. EUR und konnte sich seitdem mehr als verzehnfachen.
M1 Kliniken ist mittlerweile mit rund 58 Kliniken in Europa sowie Australien vertreten. In Deutschland betreibt das Unternehmen 42 Kliniken, die restlichen Standorte sind auf andere Länder verteilt. Charttechnisch sieht es ebenfalls gut aus. Die Aktie ist jetzt über alle wichtigen Durchschnittspreise ausgebrochen und hat zudem die vorherigen Hochs aus April überschritten. Die finalen Zahlen für Dezember liegen zwar bisher nicht vor, aber man sieht bereits eine EBITDA-Marge von fast 11 %. Das sind rund 23 % mehr als noch in 2024 erzielt. Damit ist der Gesamtumsatz um 7 % gestiegen, während die Profitabilität im Verhältnis stärker wachsen konnte.
Auch der Ausblick des Managements für die Zukunft wirkt positiv. Bis 2029 will das Unternehmen den Umsatz im Beauty-Segment von aktuell 100 Mio. EUR auf 200 bis vielleicht sogar 300 Mio. EUR steigern. Daher bleibt die Aktie von M1 Kliniken ein spannender Titel, solange der Beauty-Boom weiter wächst wie bisher und die Konkurrenz ihre Chancen nicht nutzt.
Kobo Resources – Goldvorkommen wächst weiter
Das Goldprojekt Kossou des kanadischen Goldexplorers Kobo Resources (WKN: WKN: A3D70W | ISIN: CA49990B1040 | Ticker-Symbol: Q1Z) in der Elfenbeinküste entwickelt sich sehr stark. Die letzten Bohrergebnisse fielen nahezu durchweg positiv aus und bestätigen zum wiederholten Mal hohe Vorkommen an Goldvererzungen. Das im vergangenen Jahr gestartete und noch laufende Bohrprogramm umfasst insgesamt 15.000 m und aus diesen Bohrungen kommen aus dem analysierenden Labor regelmäßig Bohrergebnisse zurück.
So konnte das Unternehmen im Januar die Ergebnisse aus 15 Bohrlöchern von den Bohrungen KDD 122 bis 136 veröffentlichen und alle enthielten teils in mehreren Abschnitten hohen Goldgehalten. Teilweise begannen die Goldvorkommen direkt an der Bodenoberfläche und andere Vorkommen konnten in einer Tiefe von 393 m nachgewiesen werden.
Am 31.03.2026 wurden dann die Ergebnisse von sechs weiteren Bohrlöchern veröffentlicht und umfassen die Bohrungen KDD0-143; 146; 147; 148, 149 und 151. 4 der Bohrungen wurden in der „Road Cut Zone“, eine in der „Jagger Zone“ und eine in der „Kadie Zone“ niedergebracht. Hervorgehoben hat das Unternehmen besonders das Bohrloch KDD0151 in der Road Cut Zone, denn diese zeigte Goldvorkommen in fünf unterschiedlichen Tiefen. Besonders hoch mit 5,06 g/t Gold und 7 m Länge begann einer der Abschnitte ab einer Tiefe von 32 m. Aber auch die anderen Bohrlöcher waren mit interessanten Goldvorkommen bestückt und kann in den Neuigkeiten des Unternehmens vom 31.03.2026 nachgelesen werden.
Der CEO von Kobo Resources, Edouard Gosselin, kommentiert die Ergebnisse wie folgt: „Wir sind äußerst zufrieden mit den Ergebnissen dieser Bohrkampagne in allen drei Zonen, insbesondere entlang der Hauptscherkante der Road Cut Zone, wo die Bohrung KDD0151 einen Abschnitt von 7,0 m mit 5,06 g/t Gold erbrachte. Der Bereich der geologischen Verwerfungszone liefert weiterhin vielversprechende Goldabschnitte, und wir sehen gutes Potenzial, dieses System entlang des Streichens nach Norden und Süden weiter auszudehnen. Auch die Kadie-Zone hat in allen drei Bohrlöchern eine starke Goldmineralisierung erbracht, und die Ergebnisse bestätigen, dass die in Schürfgräben und oberflächennahen Bohrlöchern durchschnittenen Gehalte bis in tiefere Lagen fortbestehen.“
Atrium Research empfiehlt die Kobo Resources Aktie als "Buy" und gibt ein Kursziel von 0,60 CAD aus. Von aktuell 0,29 CAD (0,17 EUR) wäre ein Anstieg auf 0,60 CAD etwas mehr als eine Verdopplung und daher könnte dies eine attraktive Kaufgelegenheit sein.
Heidelberger Druckmaschinen AG – Die Bären sind wieder da
Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen (WKN: 731400 | ISIN: DE0007314007 | Ticker: HDD) ist seit Anfang dieser Woche wieder deutlich abverkauft worden, nachdem sie Mitte April noch einen starken Kurssprung von über 40 % hingelegt hat. Vom Hoch am 15. April ist die Aktie inzwischen wieder um 20 % gefallen. Das zeigt einmal mehr, wie volatil diese Aktie ist und wie sensibel sie reagiert. Heidelberger Druckmaschinen ist vor allem bekannt für Druckmaschinen sowie Lösungen für den Verpackungs- und Etikettendruck. Das Geschäftsjahr läuft von April bis März, sodass die Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 noch nicht veröffentlicht sind.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2024/2025 erzielten die Heidelberger einen Gesamtumsatz von 2,2 Mrd. EUR und daraus konnte ein EBIT von 61 Mio. EUR erzielt werden. Davon blieben nach Steuer aber lediglich 5 Mio. EUR übrig. Positiv war aber der operative Cashflow, der bei 113 Mio. EUR im positiven Bereich lag.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 mit Stichtag 31. Dezember 2025, wird das Bild etwas kritischer. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum leicht von 1,5 Mrd. EUR auf 1,6 Mrd. EUR zu dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Was aber negativ auffällt ist, dass der operative Cashflow in diesem Zeitraum negativ war.
Der Cash-Bestand fiel in diesem Zeitraum von 171 Mio. EUR auf nur noch 109 Mio. EUR bis Ende Dezember zurück. Daher reagiert der Markt auch sehr sensibel, nachdem der Vorstand unter Führung von Jürgen Otto die Ergebnisprognose letzte Woche nach unten korrigierte.
Fazit
Die Aktie von Kobo Resources dürfte für Nachzügler der Edelmetallrallye ein interessanter Kaufkandidat sein, um vom weiteren Anstieg des Goldpreises über diesen Goldexplorer überproportional profitieren zu können. Angespannt ist nach der Reduzierung der Ergebnisprognose die Lage bei Heidelberger Druckmaschinen und Investoren sollte daher die Ergebnisse des Gesamtgeschäftsjahres und den Ausblick abwarten. Interessanter dürfte dagegen die Lage bei M1 Kliniken aussehen, die vom Beauty-Boom bisher weiterhin stark profitiert.