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25.05.2026 | 05:45

Volle Auftragsbücher und charttechnischer Ausbruch - dynaCERT Inc., Hensoldt, Northern Data

  • Northern Data
  • Hensoldt
  • dynaCERT
Bildquelle: Pixabay

Am Montag wird in wesentlichen Finanzzentren wie den USA (Memorial Day) und Großbritannien (Spring Bank Holiday) nicht gehandelt. Daher ist mit einem deutlich reduzierten Handelsvolumen und geringerer Liquidität an den europäischen Märkten am Pfingstmontag zu rechnen. Fundamentale Unternehmens- oder Konjunkturdaten fallen am Montag daher eher kaum ins Gewicht, aber das Zwei-Phasen-Abkommen zwischen den USA und dem Iran könnte zu deutlich steigenden Kursen im DAX & Co. führen. Bei größeren Volumen sollten aber zwingend Limits gesetzt werden.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA26780A1084 , DE000HAG0005 , DE000A0SMU87


 

dynaCERT Inc.: Vietnam-Geschäft als Brückenkopf

Stetig steigende Treibstoffkosten und immer schärfere Emissionsgesetze zwingen die globale Logistikbranche zu zügigem Handeln. In diesem Marktumfeld positioniert sich der kanadische Cleantech-Spezialist dynaCERT Inc. (WKN: A1KBAV | ISIN: CA26780A1084 | Ticker: DMJ) zunehmend auf verschiedenen Märkten als relevanter Problemlöser. Mit einem planmäßigen Führungswechsel Ende März 2026 richtet sich das Unternehmen zudem stärker auf eine zügige operative Skalierung aus. Nach fast vierzehn Jahren an der Spitze übergab der siebzigjährige James Murray Payne das Amt des Chief Executive Officers (CEO) an den bisherigen Chief Operating Officer (COO) Kevin Unrath. Dieser kennt die internen Prozesse bereits und Payne bleibt als neuer Aufsichtsratsvorsitzender dem Unternehmen weiter eng verbunden.

Die wirtschaftliche Basis des Unternehmens bildet das patentierte HydraGEN-Verfahren. Diese Technologie leitet ein aus destilliertem Wasser gewonnenes Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch direkt in den Ansaugtrakt von Dieselmotoren. Das erhöht die Verbrennungseffizienz des Diesels je nach Motortyp signifikant. Die belastbare Datenlage belegt eine Kraftstoffersparnis von mehr als 5 % sowie eine deutliche Reduktion von Stickoxiden und Kohlenstoffdioxid. Neben den direkten operativen Einsparungen bietet die HydraGen-Technologie einen zweiten, hochmargigen wirtschaftlichen Hebel. Durch die softwaregestützte Erfassung der Emissionsreduktion ermöglicht dynaCERT die Generierung von handelbaren CO2-Zertifikaten. Dieses duale Ertragsmodell dürfte die Rentabilität für Flottenbetreiber angesichts globaler Klimavorgaben deutlich steigern, denn mit diesen teilt sich dynaCERT die Erträge.

Die Durchschlagskraft des neuen Managements lässt sich aktuell am Markteintritt in Vietnam ablesen. Die dortigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind ein ideales Anwendungsfeld für diese Technologie. Ein Markt von über dreieinhalb Millionen schweren Nutzfahrzeugen und Baumaschinen leidet seit dem Iran-Krieg unter explodierenden Betriebskosten. Da Vietnam etwa 60 % seines Rohöls aus dem Nahen Osten importieren muss, haben die geopolitischen Eskalationen der jüngsten Zeit den lokalen Dieselpreis um mehr als 40 % in die Höhe getrieben. Vietnamesische Transportunternehmen sind daher aus betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit zur Verbrauchsoptimierung gezwungen. Flankiert wird dieser Kostendruck von den Regulierungsplänen der Regierung in Hanoi, welche die nationale Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 umgesetzt haben will.

In den logistischen Zentren Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Hải Phòng beweisen erste Pilotanlagen bereits ihre Leistungsfähigkeit im regulären Flottenalltag. Um die Marktdurchdringung zügig zu forcieren, etabliert dynaCERT belastbare lokale Netzwerke und bildet diese bereits aus. Die wissenschaftliche Begleitung und Validierung unter asiatischen Klimabedingungen erfolgt über eine enge Kooperation mit der renommierten Technischen Universität HCMUT. Gleichzeitig öffnet die gezielte Zusammenarbeit mit einem führenden vietnamesischen Öl- und Gaskonzern den direkten Zugang zu industriellen Großabnehmern. Der vietnamesische Markt darf daher als strategischer Brückenkopf in einer stark wachsenden Volkswirtschaft gesehen werden, mit dem Ziel, die Technologie schrittweise im gesamten südostasiatischen Raum zu monetarisieren.

Volle Auftragsbücher: Rüstungsaktie Hensoldt klettert stark

Die Hensoldt AG (WKN: HAG000 | ISIN: DE000HAG0005 | Ticker: HAG) verzeichnete in der vergangenen Woche ein beeindruckendes Kursmomentum. Mit einem Anstieg von über 21 % innerhalb einer Woche wurde die Marktkapitalisierung auf 10,3 Milliarden EUR hochgetrieben. Auch wenn sich die Aktie seit Jahresanfang eher volatil seitwärts entwickelte, summieren sich die Kursgewinne auf bereits 23,7 %. Charttechnisch präsentiert sich somit ein stark bullisches Bild. Der Kurs liegt oberhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte und überwand den bisherigen Widerstandsbereich bei 81 bis 83 EUR. Mit einem Schlusskurs über 89 EUR rückt die psychologisch zentrale 100-EUR-Marke nun langsam wieder in den Fokus.

Dieses technische Momentum wird auch durch hervorragende Fundamentaldaten untermauert. Hensoldt steigerte 2025 den Umsatz um 9,6 % auf 2,455 Mrd. EUR und das bereinigte EBITDA auf 452 Mio. EUR. Besonders beeindruckend ist der Auftragseingang, der um über 62 % auf 4,710 Mrd. EUR stieg. Der Auftragsbestand summiert sich auf beachtliche 8,833 Mrd. EUR und sichert zukünftige Umsätze ab.

Im ersten Quartal 2026 beschleunigt sich das Wachstum zudem weiter. Der Umsatz klettert um 25,4 % auf 496 Mio. EUR und das bereinigte EBITDA steigt überproportional um 46,7 % auf 44 Mio. EUR. Der Auftragseingang explodiert um 111,5 % auf 1,483 Mrd. EUR. Mit einem Auftrags-zu-Umsatz-Verhältnis von 3x generierte das Unternehmen dreimal so viele Bestellungen, wie es im gleichen Zeitraum abarbeiten konnte, ein klares Signal für anhaltendes Umsatzwachstum.

KI-Infrastruktur-Offensive: Northern Data AG gelingt charttechnischer Ausbruch

Die Aktie der Northern Data AG (WKN: A0SMU8 | ISIN: DE000A0SMU87 | Ticker: NB2) gehörte in den letzten Wochen ebenfalls zu den auffälligeren Werten am deutschen Aktienmarkt. Das Papier legte allein letzte Woche um über 16 % zu und setzte damit die starke Bewegung seit Anfang April weiter fort. Seit dem 7. April kommt die Aktie inzwischen auf ein Plus von über 91 %. Für ein Unternehmen, das an der Börse aktuell mit rund 1,0 Mrd. EUR bewertet wird, ist das ein deutliches Signal, dass Anleger die jüngsten Entwicklungen wieder positiver einschätzen. Trotzdem sollte die letzte Bewegung nicht isoliert betrachtet werden, denn auf Sicht von 52 Wochen liegt die Aktie weiterhin rund 44 % im Minus. Doch durch den starken Anstieg der letzten Wochen könnte eine Trendwende eingeleitet worden sein.

Aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage klar verbessert. Die Aktie notiert über den wichtigen gleitenden Durchschnitten und bestätigt mit diesem technischen Signal das zunehmende Momentum. Fundamental stützt sich die neue Bewegung vor allem auf die jüngsten Quartalszahlen. Northern Data hatte am 13. Mai die Zahlen für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Der Umsatz lag bei 43 Mio. EUR, das bereinigte EBITDA bei rund 24 Mio. EUR. Damit zeigt das Unternehmen, dass der Umbau in Richtung KI-Infrastruktur erste sichtbare Ergebnisse liefert. Besonders entscheidend ist dabei der Bereich Taiga Cloud, der sich auf GPU-Rechenleistung konzentriert.

Ein zentraler Punkt ist die deutlich höhere Auslastung der GPUs. Diese stieg von 62 % im Dezember 2025 auf 85 % im März 2026. Das ist für Northern Data wichtig, weil die teure Hardware nur dann wirklich rentabel wird, wenn sie möglichst stark genutzt wird. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, weniger abhängig vom kurzfristigen Spot-Markt zu sein und stärker auf längerfristige Kundenverträge zu setzen. Das kann die Umsätze planbarer machen und die Schwankungen im Geschäft reduzieren. Der Geschäftsbericht 2025 zeigt allerdings auch, dass dieser Weg nicht ohne Belastungen war. Das Unternehmen musste sich restrukturieren und hat den Fokus weg vom Krypto-Mining hin zu High-Performance-Computing und KI-Rechenleistung verschoben. Dieser Umbau hat Kosten verursacht und das Ergebnis belastet. Gleichzeitig war er notwendig, wenn Northern Data künftig nicht mehr als reiner krypto-naher Infrastrukturwert wahrgenommen werden möchte.

Northern Data positioniert sich heute stärker als Anbieter von Rechenleistung für Unternehmen, die KI-Modelle trainieren oder betreiben wollen. Mit Taiga Cloud und Ardent Data Centers will das Unternehmen von der steigenden Nachfrage nach GPU-Kapazitäten profitieren. Der Ausblick für 2026 wurde bestätigt. Das Management erwartet einen Umsatz zwischen 130 und 150 Mio. EUR. Der Markt honoriert aktuell vor allem die optimierte Auslastung, den strategischen Fokus auf KI-Infrastruktur und das charttechnisch stärkere Bild. Entscheidend wird nun sein, ob Northern Data diese operative Verbesserung in den kommenden Quartalen bestätigen kann. Nur dann dürfte aus der kurzfristigen Kurserholung auch ein nachhaltiger Trend werden.

Fazit

dynaCERT skaliert seine emissionssenkende HydraGEN-Technologie strategisch im vietnamesischen Markt und will das Land als Brückenkopf für ganz Südostasien nutzen. Hensoldt überzeugt mit einem starken Aufwärtstrend, der durch massiv gestiegene Auftragseingänge und eine exzellente Auftragsquote fundamental untermauert wird. Northern Data verzeichnet eine charttechnische Erholung, angetrieben durch den strategischen Schwenk zur KI-Infrastruktur und eine deutlich verbesserte GPU-Auslastung.



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