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08.08.2022 | 05:45

Wasserstoff profitiert von Energiekrise – First Hydrogen, Nel ASA, SFC Energy

  • First Hydrogen
  • nel asa
  • SFC Energy
Bildquelle: pixabay.com

Die Energiekrise in der Bundesrepublik nimmt immer skurrilere Ausmaße an. Statt das Kernproblem der mangelnden deutschen Erdgasversorgung, welches erst durch die (Selbst-) Sanktionierung von Russland eingetreten ist, zu lösen, wollen die vermeintlichen Vertreter des Volkes nicht über ihren eigenen Schatten springen. Stattdessen soll jeder Erdgas sparen und darf dafür aber noch den dreifachen oder gar vierfachen Preis im Monat bezahlen. Dadurch wird aber gleichzeitig die Wasserstoffproduktion und -anwendung wettbewerbsfähig und kommt schneller als erwartet in die grünen Zahlen. Ob diese drei Unternehmen davon profitieren?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , SFC ENERGY AG | DE0007568578


 

Wasserstoff in der Logistik mit FIRST HYDROGEN

Um die Klimaneutralität der Wirtschaft zu erreichen, ist auch ein Umbau der mit fossiler Energie betriebenen LKW-Branche nötig. Mit einem Batteriebetrieb kann dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten aber bisher nicht erreicht werden, da bei der Logistik die Ladezyklen für die Batterien zu ineffizient langen Standzeiten führt.
Daher entwickelte das Wasserstoffunternehmen First Hydrogen (WKN: A3C40W ISIN: CA32057N1042 Ticker: FIT) einen Lieferwagen mit Wasserstoffantrieb. Mit dem Brennstoffzellenhersteller Ballard Power Systems sind die ersten Nutzfahrzeuge auf MAN-Basis bereits umgebaut und befinden sich im Testbetrieb. Dieser startet bereits Ende Juli statt wie geplant erst im September 2022. Im vierten Quartal soll bereits die Straßentauglichkeit in Großbritannien erreicht werden.

Das Interesse an den Fahrzeugen steigt zunehmend stärker an. Zum Beispiel hat das britische Konsortium für Wasserstofffracht die Zusammenarbeit mit First Hydrogen verkündet. Dieser Zusammenschluss von Unternehmen gehören zum Beispiel die Unternehmen Anglo American, Hyundai und Toyota an. Das Ziel ist dabei die kommerzielle Einführung der Brennstoffzelle für die Logistikindustrie schneller voran zu treiben und den Aufbau der Infrastruktur wie Wasserstofftankstellen zu beschleunigen. Die Anwendung von den First Hydrogen Transportern geht dabei sehr weit und reicht von Expresslieferdiensten, Pannen- und Abschleppdiensten über Ambulanzfahrzeuge bis hin zu den Brief- und Paketzustelldiensten. Um die Entwicklung von First Hydrogen zu beschleunigen, wurde von Ballard Power der Senior Vice Presdident Rob Campbell geholt und ist seit Anfang August neuer CEO für den Energiebereich. Er soll Vertrieb und Marketing verbessern, das Produktlinienmanagement überwachen und die globale Geschäftsentwicklung beschleunigen. Der Aktienkurs zieht jedenfalls seit Anfang Juli an und konnte seitdem um 30% zulegen.

SFC Energy – gut gerüstet?

Gut nachgefragt war zuletzt auch das Interesse an den neuen Aktien der SFC Energy (WKN: 756857 ISIN: DE0007568578 Ticker-Symbol: F3C). Diese führte eine Kapitalerhöhung durch und konnte darüber den maximalen Bruttoemissionserlös von 56,4 Mio. Euro von bestehenden Aktionären und Institutionellen Investoren einwerben. Das Geld will das aus dem oberbayrischen Brunnthal stammende Unternehmen für Forschung, Investitionen und den Kapazitätsausbau nutzen. Der Auftragsbestand macht den Kapazitätsausbau nötig und kaum war die Kapitalerhöhung platziert kam auch schon die nächste gute Nachricht über den Ticker.

Die aus Singapur stammende Oneberry Technologies hat mehrere Aufträge in einem Volumen von 2 Mio. EUR an die SFC Energy vergeben. Diese könnten sogar noch in diesem Jahr umsatz- und dem ergebniswirksam werden. Damit vertieft sich die Zusammenarbeit mit Oneberry Technologies, die bereits 1.600 EFOY-Brennstoffzellen erhalten haben und zuletzt im Februar diesen Jahren weitere 150 EFOY-Brennstoffzellen für die Umweltüberwachungs- und Sicherheitsanwendungen bestellt hatten. CEO Ken Pereira von Oneberry Technologies stellte dabei eine sehr gute Referenz an SFC Energy aus in dem er sagte: „Wir haben uns für die EFOY Pro als Energiequelle entschieden, weil sie nicht nur zuverlässig ist, sondern auch viele weitere Vorteile wie eine hohe Effizienz und vor allem klimaneutrale Energieerzeugung bietet.“ Für den Analysten Dr. Karsten von Blumenthal von First Berlin Equity Research ist die Aktie der SFC Energy jedenfalls weiterhin ein „Buy“ mit dem Kursziel von 37 EUR je Aktien in den nächsten 12 Monaten.

Nel ASA vor den Kennzahlen

Gut vorwärts ging es seit Mitte Juni auch bei der Aktie von Nel ASA (WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Ticker-Symbol: D7G). In den letzten acht Wochen konnte die Aktie von 1,11 EUR auf nunmehr 1,65 EUR emporschnellen. Das ist ein Anstieg von über 48%. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aktien seit dem Allzeit-Hoch im Januar 2021 zwischenzeitlich 70% verloren hatte. Sollte die Aktie aber den deckelnden Kurs von 1,90 EUR je Anteilsschein in den kommenden Wochen per Wochenschluss heben, wäre mit Unterstützung des Gesamtmarktes sogar ein Anlaufen alter Hochs möglich.

Der Rhythmus an positiven Neuigkeiten bei Nel ASA muss dafür aber noch deutlich erhöht werden. Bisher gehen die Analysten in diesem Jahr von Umsatzerlösen von 110 Mio. EUR und für 2023 von 174 Mio. EUR aus. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 2,5 Mrd. EUR wird die Aktie aber mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 14,4 für 2023 bewertet. Dabei wird das norwegische Unternehmen auch in 2023 noch roten Zahlen schreiben. Positiv überraschen könnte das Unternehmen aber mit der Fortsetzung von neuen größeren Aufträgen. Daher sollten interessierte Anleger, die für den 11. August um 7 Uhr angekündigten Quartalskennzahlen studieren und der anschließenden Präsentation durch CFO Kjell Christian Björnson beiwohnen.


Die Investitionen der westlichen Staatengemeinschaft und westlichen Großunternehmen in den Wasserstoffsektor haben seit dem Ukrainekrieg wieder signifikant zugelegt. Das macht sich nun langsam auch an anziehenden Aktien aus dem Wasserstoffsegment bemerkbar. Ob sich daraus ein nächster Wasserstoffhype entwickelt muss sich erst noch zeigen, aber wie schnell ein Anstieg von 20-40% möglich ist, zeigen die letzten acht Wochen.


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Wenn die Bundesregierung die Energiekrise in Deutschland ernst nehmen und einfach praktikable Lösungen umsetzen würde, dann könnte diese innerhalb weniger Wochen gelöst werden. Dafür müssten aber Denkverbote und Parteirichtlinien über Bord geworfen werden. Politik an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung und der Wirtschaft ausgerichtet werden. Dafür müssten aber alle Anlagen der Energieerzeugung umgehend ans Netz gebracht und mit einer Angebotsausweitung Preise auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt werden. Dazu gehört auch das Vorantreiben von speicherfähigen Energien wie Wasserstoff, bei der sich etliche Unternehmen in der Vergangenheit einen Namen gemacht haben.

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Mit immer schärferen Sanktionen gegen Russland führte die EU-Kommission zusammen mit den EU-Staaten ein Teil-Embargo für russisches Öl ein. Dadurch werden nun sämtliche Importe von Erdöl und Destillaten boykottiert, die nicht via Pipeline transportiert werden. Von dem Embargo betroffen sind nun alle Transporte über Land per LKW, See per Tanker oder dem Transportflugzeug . Damit steigen die Kosten für den Endverbraucher mit Ansage immer schneller. Gleichzeitig sinken aber auch die Opportunitätskosten für Wasserstoff immer schneller und das könnte den nächsten Boom für den Sektor einleiten.

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Mit den immer schärferen Sanktionen gegen Russland und dem nahezu fanatischen Wunsch zur Entkopplung von fossilen Energieträgern, bereiten Medien und Politik die Bevölkerung auf massive Veränderungen der Wirtschaft und Gesellschaft vor. Doch jedem Beobachter dürfte klar sein, dass ein sofortiges Losreißen von russischen Rohstoffen nur möglich wäre, wenn eine große Depression der deutschen Wirtschaft in Kauf genommen werden würde. Dennoch wird es Gewinner in diesem Marktumfeld geben, denn die derzeitige Politik forciert den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dazu gehört auch Wasserstoff. Von der einst stiefmütterlichen Behandlung dieses Sektors erfolgt nun ein Umdenken der Entscheidungsträger. Immer mehr Geld und Fördermittel fließen nicht erst seit dem Ukraine Krieg in dieses Segment.

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