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18.12.2019 | 04:50

Wirtschaftskrieg, Kostenführer und Globalisten vs. Gazprom, Saturn Oil & Gas und Royal Dutch Shell

  • Royal Dutch Shell
  • GAZPROM

Die Aktiengesellschaften von Gazprom (WKN: 852549), Saturn Oil & Gas (WKN: A2DJV8) und Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M) verbindet der Ölsektor jedoch mit unterschiedlicher Fokussierung. Während die Royal Dutch Shell weltweit agiert, fokussiert sich Gazprom auf die Produktion von Öl und Gas in Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken und den anschließen Transport zum Endkunden hauptsächlich innerhalb Europas und China.
Saturn Oil & Gas bohrt dagegen ausschließlich in Kanada und überläßt den Vertrieb des Erdöls den dafür spezialisierten Gesellschaften.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann


 

Gazprom – USA TRUMP‘fen mit Wirtschaftskrieg gegen Russland & Deutschland auf

Der Aktienkurs der in Russland beheimateten Aktiengesellschaft Gazprom notiert derzeit bei 7,19 Euro (18.12.2019). Der Umsatz bis zum dritten Quartal in 2019 betrug 81,873 Mrd. Euro und der Gewinn 15,904 Mrd. Euro. Das entspricht über alle Geschäftsbereiche hinweg einer Umsatzrentabilität von 19,42%. Die auf das Jahr umgerechnete Dividendenrendite liegt nach dem Kursfeuerwerk von 80% Anstieg seit April 2019 bei „nur“ noch 5,11% p.a., jedoch mit weiterem Anstiegspotential nach Fertigstellung von North Stream II. Doch nachdem sich eine mögliche Einigung im Wirtschaftsstreit zwischen China und USA abzeichnet, eröffnete Trump, in überraschender scheinheiliger Einigkeit mit dem Repräsentantenhaus der USA und dem US-Senat, die nächste Front. Nun hat sich das Weiße Haus das Projekt North Stream II als "Feind" ausgewählt mit der Begründung, "Die USA sorgen sich um die Energiesicherheit Europas und vor der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas“. Nun ist die USA bekannt für Ihre außenpolitische „Zurückhaltung“ gerade in Ländern, wo Sie für die US Wirtschaft Vorteile sieht. In diesem speziellen Fall wäre es den USA selbstverständlich lieber, chemisch gewonnenes teureres Frackinggas aus den USA über den Atlantik zu verschiffen und zu deutlich höheren Preisen als russisches Gas an die europäischen „Verbündeten“ zu verkaufen. Diese Drohkulisse der USA könnte kurzfristig ein Damoklesschwert für die Gazprom Aktie sein, wobei die eventuellen Kursrücksetzer für einen langfristigen Einstieg genutzt werden könnten.

Saturn Oil & Gas – Kostenführer und Antizykliker

Der Aktienkurs des jungen kanadischen Ölproduzenten Saturn Oil & Gas notiert derzeit bei 0,09 Euro (18.12.2019). Die Umsatzrentabilität lag bis Ende September 2019 bei 16,42%, was für die kanadische Ölbranche ein phantastischer Wert ist. Dieser kommt vor allem dadurch zu Stande, dass die Akteure von Saturn Oil & Gas ein eingespieltes Team sind und die niedrigsten Produktionskosten von ganz Kanada vorweisen. Diese liegen bei ca. 10,30 Euro je Barrel ÖL und zwar inkl. der Transportkosten zum Ölabnehmer! Bei einem WTI-Ölpreis von derzeit 54,60 Euro je Barrel bleibt eine entsprechend hohe Marge für Saturn Oil & Gas übrig. Dieser CashFlow dient dem Ausbau der täglich produzierten Ölmenge. Auffällig bei Saturn Oil & Gas in den letzten Wochen war die starke Präsenz bei deutschen Börsenmessen, wie dem Eigenkapitalforum in Frankfurt und der Münchner Kapitalmarktkonferenz, die sonst fast ausschließlich mit deutschen Aktiengesellschaften besetzt sind. Was plant der CEO John Jeffrey für 2020?

Royal Dutch Shell – Globalist mit breiter Diversifizierung

Der Aktienkurs der in DenHaag verwalteten Royal Dutch Shell Aktiengesellschaft notiert derzeit bei 26,9 Euro (18.12.2019). Der Umsatz bis zum dritten Quartal 2019 betrug 239,499 Mrd. Euro und der Gewinn lag bei 13,761 Mrd. Euro. Das entspricht über alle Geschäftsbereiche hinweg einer Umsatzrentabilität von 5,75%. Die auf das Gesamtjahr umgerechnete Dividende beträgt ca. 1,26 Euro, was einer Dividendenrendite von 4,48% p.a. entspricht und damit aktuell 0,63 Prozentpunkte unter der von Gazprom liegt. Dafür ist derzeit aber auch keine Sanktionspolitik gegen Royal Dutch Shell direkt oder indirekt verhängt worden im Vergleich zu Gazprom, so dass der ein oder andere Investor die Aktie von Royal Durch Shell aus Sicherheitsgründen bevorzugen dürfte.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar vom 16.10.2020 | 05:45

Die Angst ist zurück an den Aktienmärkten, doch vor was eigentlich? Dass Joe Biden als Präsident gewählt werden könnte? Dass es einen erneuten weltweiten LockDown geben wird? Dass die Zentralbanken die Kontrolle über die Anleihenmärkte verloren haben? Dass die Regierungen eine wirtschaftliche Depression zulassen?
Kurzfristig betrachtet haben alle Fragen ihre Berechtigungen und definitiv langfristige Auswirkungen. Daher ist es wichtig, für jedes Szenario eine Strategie zu haben, aber auch kurzfristige Schwankungen als Chance zu betrachten.

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Wenn Anleger Angst vor sinkenden Börsenkursen haben und Vermögensverwalter sowie Banken den nächsten Crash propagieren, dann sollte sich die aktuelle Marktphase genauer angeschaut und nicht überstürzt gehandelt werden. Klar, sollte es zu einem Crash kommen, dann sind zyklische Industrien, wie der Automobil- und der Chemiesektor eher betroffen, weil Konsumentscheidungen in die Zukunft verlagert werden, als die bei defensiven Werten der Fall ist. Dabei werden defensive Werte oftmals gleichgesetzt mit Unternehmen, die auch in Krisenzeiten relativ sichere Absatzmärkte haben, wie die Energieversorgung oder Nahrungsmittelkonzerne, denn: Gegessen wird immer.

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