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30.11.2022 | 04:45

Absturz und Auferstehung – Adidas, Credit Suisse Group, Desert Gold Ventures Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Mit stetig steigender Teuerung und anziehenden Zinsen kommen nicht alle Unternehmen und Staaten zurecht. Zuletzt mussten die Zentralbanken massiv im Anleihenmarkt eingreifen und langfristige Staatsanleihen kaufen, für die es keinerlei Käufer mehr gibt. Dies ist auch verständlich, denn bei steigenden Zinsen fallen die Bewertungen für langlaufende Anleihen am stärksten. Auch Finanzdienstleister haben ein Problem: Während Unternehmen mit viel Substanz aus dem Rohstoffsektor derzeit mit einem deutlichen Abschlag gehandelt werden, führt ein plötzlicher Führungswechsel im Edelmetallhandel zu Stirnrunzeln.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ADIDAS AG NA O.N. | DE000A1EWWW0 , CH0012138530 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084


 

Zerwürfnis mit Degussa Erben?

Mit einer Überraschung für die deutschsprachigen Edelmetall-Fans kam die Nachricht des Edelmetallhändlers Degussa über den Ticker. Das Unternehmen trennte sich mit sofortiger Wirkung von Markus Krall, dem Sprecher der Geschäftsleitung. Der Ökonom ist bekannt geworden durch diverse Bücher aber auch durch die Risikomodellierung der Assets von Banken. Durch starke Polarisierung erreichte er viele Menschen und daher kam die plötzliche Trennung für viele überraschend. Zu Hintergründen ist bisher nichts bekannt. Das Familienoberhaupt und Alt-Eigentümer August Baron von Finck war vor einem Jahr am 29.11.2021 im Alter von 91 Jahren verstorben. Erst zum 01. Oktober 2022 ist der älteste Sohn August François von Finck in den Verwaltungsrat der Goldhandelsfirma Degussa eingezogen und ggf. könnte der Entlassung ein Zerwürfnis mit dem Degussa-Erben vorangegangen sein.

Gold zum massiven Abschlag bei Desert Gold

Seit August 2020 sind für Goldinvestoren wahrlich schwere Zeiten angebrochen, denn der Goldkurs befindet sich seitdem, zumindest in der Weltwährung USD, in einer ausgeprägten Korrektur. In der Schwachwährung Euro hingegen notiert die Unze Gold mit 1.695 EUR und damit nur ca. 55 EUR unter dem August 2020 Hoch, das seinerzeit bei 1.749,43 EUR lag. Dennoch reagierten die Edelmetallaktien über und übertrieben mit teils drastischen Kursrückgängen. So markierte der kanadische Goldexplorer Desert Gold (ISIN: CA25039N4084 WKN: A14X09 Ticker: QXR2) in 2020 sein Hoch bei 0,228 EUR und wird jetzt nur noch mit 0,049 EUR je Aktie bzw. 8,14 Mio. EUR Marktkapitalisierung bewertet.

Doch die Kanadier haben auf ihren beiden Goldliegenschaften bereits mehr als 1 Mio. Unzen Gold gefunden und nachweisen können. Dass dort noch deutlich mehr Gold liegt, zeigen dabei nicht nur die letzten Bohrergebnisse. Auch die in der Nachbarschaft befindlichen Goldproduzenten Barrick Gold, B2Gold und AngloGold Ashanti bestärken dies. Diese drei Unternehmen wären zudem auch potentielle Übernahmekandidaten und normalerweise werden dabei je Bodenunze Gold zwischen 80 – 90 USD aufgerufen. Das würde eine Bewertung von 80 – 90 Mio. USD für Desert Gold entsprechen, aber aktuell interessieren sich die Anleger noch nicht für den Sektor. Für antizyklische Investoren ist daher jetzt wieder die Zeit gekommen, sich mit Aktien von potentiellen Übernahmekandidaten einzudecken, denn der Cashflow der Edelmetallproduzenten ist nach wie vor hoch und auch diese nutzen die aktuellen niedrigen Kurse, um sich den Zugriff auf neue Produktionsstätten zu sichern.

Adidas – Frisches Kapital

Um die Liquidität für die nächsten Jahre zu sichern, konnte sich Adidas (WKN: A1EWWW ISIN: DE000A1EWWW0 Ticker-Symbol: ADS) in einer für das Unternehmen turbulenten Woche frisches Kapital beschaffen. Insgesamt hat das Unternehmen aus Herzogenaurach zwei Anleihen über insgesamt 1 Mrd. EUR platziert. Eine Anleihe hat eine Laufzeit über drei Jahre und wird im November 2025 fällig. Diese wird mit 3,0% p.a. verzinst. Die zweite Anleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird im November 2029 fällig. Diese hat einen Kupon von 3,125% p.a..

Die beiden Anleihen werden an der Luxemburger Wertpapierbörse (EURO MTF) mit einer Stückelung von jeweils 100.000 EUR gelistet. Der Andrang auf die Schuldscheine von Adidas war zudem sehr hoch und dreieinhalb Mal überzeichnet. Das Unternehmen will das Geld zum einen für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden und zum anderen das nötige Kapital für die Refinanzierung einer im September 2023 fälligen Wandelanleihe vorhalten.

Der Absturz der Credit Suisse Group

Auf den tiefsten Kursstand in der Geschichte der Credit Suisse Group (WKN: 876800 ISIN: CH0012138530 Ticker-Symbol: CSX) an der Börse ist die Aktie der in der Schweiz ansässigen internationalen Investmentbank gefallen. Noch einmal Fahrt aufgenommen hat der Absturz des Unternehmenswertes seit der letzten Woche. Da kündigte das Bankhaus bei einem Kurs von 3,55 CHF an, insgesamt 4 Mrd. CHF frisches Eigenkapital zu 2,52 CHF je Anteilsschein aufnehmen zu wollen. Davon hat die Saudi National Bank 1,76 Mrd. CHF bereits gezeichnet und hält zukünftig 9,9% der Credit Suisse Group. Doch der Abschlag von 29% zum letzten Aktienkurs zeigt auch, wie dringend das Unternehmen Kapital und Liquidität benötigt.

In den ersten Monaten 2022 wurden zudem mehr als 12,7 Mrd. CHF aus der Vermögensverwaltung abgezogen und durch die Kursverluste seit Jahresanfang ging das verwaltete Vermögen innerhalb eines Jahres bis zum 30.09.2022 von 1.623 Mrd. CHF auf 1.401 Mrd. CHF zurück. Durch die zurückgehende Ertragskraft und die ausgewiesenen Vorsteuerverluste von 342 Mio. CHF, ist auch das wichtige Kernkapital auf nur noch 12,6% zurückgegangen. Mit der eingeleiteten Kapitalerhöhung wird das Kernkapital wieder auf 14% erhöht. Dies wird jedoch nur von kurzfristiger Natur sein, denn auch für das vierte Quartal ist das Unternehmen pessimistisch und rechnet mit einem Verlust von 75 Mio. CHF. Auch der Ausblick für 2023 ist bescheiden, doch es sollen dann wieder Gewinne erzielt werden, sofern das wirtschaftliche Marktumfeld sich nicht weiter verschlechtert. Keine tollen Nachrichten und eine Ende der Abwärtsbewegung ist nicht in Sicht.


Das Auf und Ab an den Börsen bietet immer wieder Chancen, in Aktien ein- und auszusteigen. Wer dabei langfristig und antizyklisch vorgeht, kann nach einem übertriebenen Abverkauf eines Sektors meist antizyklisch die Gelegenheiten nutzen, um sich bei soliden Unternehmen einzukaufen und dann bei der nächsten Aufwärtsbewegung viel Geld zu verdienen.


Interessenskonflikt

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