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28.06.2021 | 05:45

Alarm beim Wasserstoff – BYD, Enapter AG, Nel ASA

  • Enapter
  • BYD
  • nel asa
Bildquelle: pixabay.com

Die Regierung Merkel steckt 9 Mrd. EUR in den Wasserstoffsektor - aber die strategische Ausrichtung stimmt nicht. Fachleute der Bundesregierung schlagen Alarm. Um die Industrie bei energischen Klimaschutzvorhaben zu unterstützen, ist klimafreundlich hergestellter Wasserstoff eine Schlüsselkomponente bei der Reduktion von CO2-Emissionen. Wenn EU-Mitgliedsstaaten von einem weiteren Förderprogramm profitieren wollen, dem 750 Mrd. EUR schweren EU Recovery Fund, müssen mindestens 37% der hiesigen Ausgaben in grüne Investitionsvorhaben fließen. Bisher erfüllen in der ganzen EU nur Finnland und Deutschland diese Kriterien, aber das Bundesfinanzministerium unter Olaf Scholz läuft laut Experten Gefahr, diese Kriterien nicht mehr einzuhalten. Offenbar werden zahlreiche Projekte aus dem Bundeshaushalt auf EU-Ebene umverlagert, um das riesige Haushaltsloch zu stopfen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: ENAPTER AG INH O.N. | DE000A255G02 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235


 

Zuschüsse und Fördermittel

Der deutsche Wasserstoff-Elektrolyseur Enapter AG (WKN: A255G0 ISIN: DE000A255G02 Ticker: H2O) entwickelt sich in den kommenden Jahren zu einem Produzenten von modularen und hocheffizienten Wasserstoffgeneratoren. Dabei ist die Elektrolyse per Anion-Exchange-Membrane (AEM) der Hauptschwerpunkt des Unternehmens. Im nordrhein-westfälischen Saerbeck, der sogenannten „NRW-Klimakommune“, findet bereits der Aufbau des großvolumigen Produktionsstandortes für die AEM-Elektrolyse statt. Die Umsetzung für den Aufbau des neuen Produktions- und Forschungsstandortes wird von der Firma Goldbeck durchgeführt und soll bis Ende 2022 fertiggestellt sein. Die Kapazität der Produktionsstätte soll ab 2023 bei anfänglich 280 MW im Jahr liegen und in den Folgejahren stetig ausgebaut werden.

Die Wertschöpfungskette wird bei der Enapter AG zu 100% auf Basis nachhaltiger Energien zurückzuführen sein. Das ist Markenkern und grüner Leitfaden im Unternehmen. Das kommt auch bei der Politik und den Fördergremien gut an und so erhielt das Unternehmen im Juni 2021 eine Förderung in Höhe von ca. 9,36 Mio. EUR. Damit soll die Produktionsentwicklung der geplanten Massenfertigung von Elektrolyseuren unterstützt werden. Von 2021 bis 2023 erhält die Enapter AG die ersten 7,3 Mio. EUR und den Rest in den Jahren 2024 und 2025. Für die Aktionäre sind solche Förderungen immer gut und verringern den in der Aufbauphase hohen Kapitalbedarf, der gegebenenfalls durch eine verwässernde Kapitalerhöhung ausgeglichen werden müsste.

Korrektur abgeschlossen?

Nach einem 52%-igen Absturz der BYD Aktie (WKN: A0M4W9 ISIN: CNE100000296 Ticker: BY6) von Ende Januar 2021 bis Anfang Mai 2021, dürfte die Korrekturphase nun vorbei sein. Ein knapp 74%-iger Anstieg der Aktie hat seit dem 11. Mai bis aktuell stattgefunden. Ein durchaus respektabler Kursanstieg in knapp anderthalb Monaten. Der starke Anstieg dürfte maßgeblich auf Nachrichten zum geplante Spin-Off der Halbleitersparte und auf die Zusammenarbeit mit Smartphone -Produzenten Xiaomi, welcher immerhin der weltweit drittgrößte Smartphone-Produzent ist, zurückzuführen sein.

Hauptaktionär des Unternehmens ist Gründer Wang Chian-fu mit 17,65% und auf Platz 2 kommt schon Waren Buffets Berkshire Hathaway mit 7,86% der Anteile. Damit gehört BYD mit 7,8% zu den Topp Holdings von Berkshire Hathaway und mit 13 Jahren gehört BYD schon recht lang ins Portfolio der Anlagegesellschaft.

Ist das die Trendwende?

Ähnlich wie BYD hat auch die norwegische Nel ASA (WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Ticker: D7G) stark korrigiert. 54% Wertverlust standen seit Ende Januar 2021 bis zum 14.05.2021 auf der Kursrutschliste. Doch seit gut einem Monat steigt das Kaufinteresse bei der Wasserstoffaktie. Diese konnte sich seitdem wieder um knapp 20% erholen. Aktuell steht noch der 50er Tages-EMA mit 1,91 EUR je Aktie im Weg, aber auch der Relative-Stärken-Index zieht an und hat bereits das Niveau vom März 2021 erreicht. Da stand die Aktie allerdings noch bei ca. 2,50 EUR, was vom aktuellen Stand aus betrachtet noch einem weiteren Anstieg von 33% entsprechen würde.

Auch auf der Marketingseite läuft es bei Nel ASA wieder rund. Erst kürzlich gab das Unternehmen bekannt, sich einer Wasserstoff-Initiative angeschlossen zu haben, welche die fossilfreie Stahlproduktion unterstützt. Hier soll sich das Unternehmen auf die Stahlproduktion in Schweden konzentrieren, um dort eine Wasserstoffinfrastruktur für die Logistik aufzubauen. Mit knapp 18 Mio. EUR unterstützt die schwedische Energieagentur diese Initiative. Durch die Umstellung auf grünen Wasserstoff könnte die CO2-Emission bei dem Stahlproduktionsprozess um etwa 50% gegenüber heutigem Ausstoß reduziert werden. Nel ASA wird das Projekt mit seiner Elektrolyseur-Ausrüstung beliefern und damit das Tor für einen riesigen Stahlproduktionsmarkt weit aufstoßen.


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