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27.11.2020 | 05:45

Allzeithochs und noch viel mehr - wallstreet:online, Commerzbank, Tesla

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Bildquelle: pixabay.com

Ungläubig schauen die Börsianer auf immer weiter steigende Aktienkurse bei gleichzeitig verschlechternder westeuropäischer und nordamerikanischer Geschäftslage.
Während China nicht nur mit einer neuen Freihandelszone Impulse setzt, sondern auch mit dem ersten Mondflug seit 40 Jahren der Welt wieder einen übergeordneten wissenschaftlichen Fortschritt aufzeigt, verrennt sich die westliche Politik in immer mehr Beschränkungen, Kontrollen und befeuert damit eine geistige und gesellschaftliche Abwärtsspirale. Groß- wie auch Kleininvestoren flüchten aus einst sicheren Staatsanleihen und suchen den Schutz ihres Kapitals in nationalen und internationalen (Hidden-) Champions.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: DE000CBK1001 , US88160R1014 , DE000A2GS609


 

wallstreet:online – Von Allzeithoch zu Allzeithoch

Seit März 2020 ging es von 3,00 Euro je Aktie steil aufwärts. In dieser Woche (23.-27.11.20), erreichte die wallstreet:online Aktie das nächste Allzeithoch mit 14,40 Euro. Mit gestrigem Börsenschluss von 14,10 Euro notiert die Aktie knapp unter dem Allzeithoch.
Im Vergleich zu den Standardbanken erwirtschaftet wallstreet:online sein Geld nicht mit Kreditrisiken sondern als Finanz-Community Nr. 1 im deutschsprachigen Raum mit den Werbeeinblendungen auf den unternehmenseigenen Portalen.
Doch den Aktienkurs zur Explosion brachte der Einstieg in das Online-Broker Geschäft im letzten Quartal 2019. Mit dem Zielplan von 83.000 Depotkunden, die Aktien, ETFs, Fonds und Zertifikate kostengünstig abwickeln können, greift wallstreet:online mit voller Breitseite das Investment und Brokergeschäft der klassischen Hausbanken an. Und da die Kosten für An- und Verkauf deutlich unterhalb der Gebühren der Ing-Diba, Sparkasse, Commerzbank & Co. sind wächst dieses Segment immer schneller. Durch eine aggressive Marketingstrategie, dürfte sich diese Sparte in wenigen Jahren zu einem neuen margenträchtigen Standbein für wallstreet:online entwickeln. Das honoriert die Börse und scheucht die Aktie von Allzeithoch zu Allzeithoch.

Commerzbank – ruhiges Fahrwasser sieht anders aus

Der Firmenkundenchef der Commerzbank (WKN: CBK100 ISIN: DE000CBK1001 Ticker: CBK) Herr Roland Boekhout wird die Commerzbank sehr wahrscheinlich verlassen, da ein Dementi der Gerüchte seitens der Commerzbank bisher ausgeblieben ist. Gerade das Firmenkundengeschäft ist das Sorgenkind der Commerzbank.
Über 50 Prozent der Risikoaktiva bindet dieser Geschäftsbereich, steuert aber zum Betriebsergebnis deutlich weniger bei. Das ist auch nicht verwunderlich, denn durch den verordneten zweiten LockDown werden nach den Erwartungen der Crefo bis zu 800.000 Unternehmen insolvenzgefährdet sein. Entsprechend müssen alle Banken Risikovorsorge betreiben und die Ausfallgefahr von fast einem Viertel aller Unternehmen und damit von Krediten einkalkulieren. Klar, denn nicht alle Kredite sind zu 100 Prozent mit erstrangigen Krediten besichert.
Roland Boekhout wollte hart durchgreifen und die Firmenkundesparte auf Profitabilität trimmen. Das hätte aber zur Schließung von Auslandsniederlassungen und zur Entlassung von knapp 50 Prozent der Firmenkundenberater geführt. Auch wären langjährige Kundenbeziehungen geopfert worden, die in den letzten drei Jahren für die Commerzbank keinen Deckungsbeitrag erwirtschaftet hatten.
Das wäre zwar konsequent, aber dem Aufsichtsrat wahrscheinlich zu radikal. In den nächsten Tagen dürfte daher der Nachfolger für Herrn Boekhout präsentiert werden.
Ruhiges Fahrwasser sieht anders aus.

Hoch, Höher, Tesla – 780 Prozent ist erst der Anfang

Genau vor einem Jahr hat die Mehrheit der Aktionäre darauf gewettet, das Tesla das Jahr 2020 nicht mehr erlebt und insolvent wird. Verspätungsmeldungen, Produktionsengpässe und Eskapaden von Elon Musk waren eine nahezu sichere Bank für den Untergang mit gefühlter Eintrittswahrscheinlichkeit von 99 Prozent. Doch Ende November 2020 und damit 12 Monate später, steht die Aktie über 780 Prozent höher mit neuem Allzeithoch. 574 USD bzw. 477,50 Euro kostet aktuell eine einzige Aktie. Die Marktkapitalisierung beträgt 544 Milliarden USD für ein Unternehmen, das nach vielen Milliarden Anfangsinvestitionen und sehr hohen Verlusten erst nach 10 Jahren das Bilanzjahr 2020 mit einem Nettogewinn abschließen dürfte. Doch die Finanzmärkte schauen nicht auf die Milliardenverluste und Investitionen der Vergangenheit, sondern sehen die Margen und die Absatzchancen von autonomen Fahrzeugen von Tesla. Ja, nach Befragung von Marktkennern hat Tesla mit seinen Innovationen einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung vor deutschen Automobilherstellern von zwei bis drei Jahren. Vorwiegend der Vorsprung bei der Software zum autonomen Fahren treibt die deutschen Hersteller um.
Doch einem Elon Musk interessiert nicht was andere machen, sondern erschafft eigenen Welten und transformiert diese mit viel Kapital in das hier und jetzt. Solche Innovationstreiber und Freigeister braucht es jedoch auch Menschen, die sich begeistern lassen und in die Ideen der vielen Elon Musks dieser Welt investieren.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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