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18.01.2023 | 05:45

Analysteneinschätzung und Produktionssteigerung – Glencore, Kodiak Copper Aktie, Rio Tinto

  • Glencore
  • kodiak copper
  • Rio Tinto
Bildquelle: pixabay.com

Die Wirtschaft in Europa schrumpfte bisher weniger stark als erwartet und auch für 2023 erwarten Ökonomen keine scharfe Rezession, wie es die Börsen im Sommer 2022 noch eingepreist haben. Auch die Lockerungen in China gerade auch die Abkehr von der Null-Covid Strategie lassen einen Anstieg der Rohstoffnachfrage und des Produktionsangebotes erwarten und damit eine weitere Entspannung der Lieferkettenproblematik. Für Rohstoffunternehmen und deren Aktionäre ist das Balsam für die Seele, lässt es doch hohe und weiter steigende Preise auf den Rohstoffmärkten erwarten und damit die Gewinnaussichten verbessern.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , KODIAK COPPER CORP. | CA50012K1066 , RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757


 

Zukünftigen Kupferbedarf befriedigen - Kodiak Copper

Mit der Beendigung der Null-Covid-Politik in China zieht nicht nur die Mobilität der chinesischen Bevölkerung an, sondern auch die Wirtschaft fasst wieder Fuß und die Nachfrage nach Rohstoffen aller Art legt wieder zu. Auch die Preise für Kupfer legten in den letzten Wochen wieder deutlich zu. Kostete das Pfund Kupfer im Juli 2022 nur noch 3,11 USD, so werden aktuell mit 4,13 USD je Pfund fast 30 % höhere Preise gezahlt. Das befeuert nun auch wieder die Kupferproduzenten, aber es wandert auch wieder mehr Geld in die Kupferexplorer-Industrie. Darunter befindet sich auch das kanadische Unternehmen Kodiak Copper (WKN: A2P2J9 ISIN: CA50012K1066 Ticker-Symbol: 5DD1) aus British Columbia. Das von Claudia Tornquist geführte Unternehmen schaffte im Jahr 2020 den Durchbruch mit einem Kupfer-Goldfund mit sehr viel Größenpotential auf dem unternehmenseigenen Kupfer-Gold-Projekt MPD.

Durch den anschließenden Einstieg namhafter Investoren wie dem größten Kupferproduzenten Kanadas Teck Resources, wird Kodiak Copper durch starke Aktionäre unterstützt und gefördert. Allein im Jahr 2022 konnten 41 Bohrlöcher mit einer Bohrlänge von 26.103 m niedergebracht werden. Dabei konnte die kupferhaltige Gesteinszone auf 1.000 m Länge und 900 m Tiefe erweitert werden. Zusätzlich wurde eine parallel verlaufende weitere Kupferzone entdeckt, die mind. 400 m Länge und 500 m Tiefgang aufweist. Ebenfalls wurde eine hochgradige Gold-Silber-Zone entdeckt und mit dem Namen „Zone Beyer“ getauft (siehe Meldung vom 05 Dez. 2022). Die Zone Beyer wird im Jahr 2023 weiter erforscht werden und die Planungen für das nächste Bohrprogramm laufen auf Hochtouren. Beginnen wird das Bohrprogramm im ersten Quartal diesen Jahres. Die nächsten Laborauswertungen werden noch in diesem Januar erwartet und mit einem Kassenstand von ca. 7 Mio. CAD ist das Unternehmen gut finanziert.

Glencore – profitiert von China

Die britische Investmentbank Barclays stuft die Aktien von Glencore (WKN: A1JAGV ISIN: JE00B4T3BW64 Ticker-Symbol: 8GC) nach wie vor als „Overweight“ ein, sieht aber nur ein Kursziel von 600 Pence (6,78 EUR) nach zuvor 625 Pence. Die Öffnung des chinesischen Marktes nach den Covid-Restriktionen und die Erholung des Immobiliensektors dürften eine beschleunigte Rohstoffnachfrage begünstigen, schrieb Analyst Amos Fletcher in der letzten Woche herausgegebenen Branchenstudie. In Verbindung mit weiteren Maßnahmen zur Stärkung des Verbrauchervertrauens, einer Unterinvestition auf der Angebotsseite und der erwarteten Bodenbildung bei der Rohstoffnachfrage außerhalb Chinas, dürfte 2023 ein starkes Jahr für die Minen- und Stahlkonzerne werden.

Auch der Analyst Liam Fitzpatrick von Deutsche Bank Research hob das Kursziel von Glencore von 560 auf 575 Pence (6,50 EUR) an. Die Einstufung wurde weiterhin auf „Buy“ belassen. Das erhöhte Kursziel wurde damit begründet, dass nach der jüngsten radikalen Wende in der chinesischen Covid-Politik für 2023 eine Wachstumsbeschleunigung von Chinas Volkswirtschaft zu erwarten sei. Zudem seien die extremeren Abwärtsszenarien für das westliche Wachstum in den vergangenen Monaten weniger wahrscheinlich geworden. Diese globale Wachstumsdynamik schaffe ein positiveres Umfeld für die Produzenten von Industrie- und Edelmetallen. Deshalb erhöhte er seine Schätzungen für den Sektor und erwartet nun einen wesentlich geringeren Rückgang der Preise und Erträge im Jahr 2023.

Rio Tinto – erhöht Kupfer-Produktionsplan

Rund läuft es derzeit auch wieder beim global agierenden Rohstoffproduzenten Rio Tinto (WKN: 852147 ISIN: GB0007188757 Ticker-Symbol: RIO1). Die Lieferungen von Eisenerz stiegen im vierten Quartal 2022 stärker an, als dies die Analysten erwarteten. Wie das Unternehmen am 17.01.2023 auf eine Pressekonferenz in London berichtete wurden 87,3 Mio. Tonnen Eisenerz aus der Region Pilbara in Western Australien exportiert und damit 4% mehr als im Vorjahresquartal. Auch die Prognose für die Kupferproduktion hob das Unternehmen an und liegt vor allem an der Übernahme des kanadischen Bergbauunternehmens Turquoise Hill Resources im abgelaufenen vierten Quartal 2022. Für 2023 erhöhter der Konzern seine bisherige Prognose für die Kupferproduktion auf 650.000 bis 710.000 Tonnen, nachdem im Jahr 2022 ca. 521.000 Tonnen Kupfer produziert worden sind. Die Prognose für Eisenerz wurde dagegen konstant belassen und soll sich im Korridor von 320.000 bis 335.000 Tonnen Produktion bewegen.

"Die Übernahme von Turquoise Hill Resources stärkt unser Kupferportfolio und zeigt, dass wir in der Lage sind, Kapital diszipliniert einzusetzen, um im Bereich der Materialien zu wachsen, die die Welt für die Energiewende braucht, und um langfristigen Wert für unsere Aktionäre zu schaffen.“ sagte Unternehmenschef Jakob Stausholm. Die erhöhte Produktion sehen auch mehrere Analysten positiv. So hob die Privatbank Berenberg das Kursziel von 4.000 auf 6.700 Pence (69,05 EUR) und auch die Crédit Suisse stufte Rio Tinto auf „Outperform“ und erhöhte das Kursziel von 5.400 auf 7.200 Pence (81,30 EUR).


Die Rohstoffunternehmen profitieren von stetig steigender Nachfrage gerade aus den westlich orientierten Industrieländern, die durch ihre Sanktionspolitik gegen Russland sich von einem wichtigen Rohstofflieferanten abgeschottet haben. Davon profitieren die vorgestellten Unternehmen Glencore, Rio Tinto und Kodiak Copper ganz besonders, da zum einen der aktuelle Bedarf an bestimmten Rohstoffen u. a. von Glencore und Rio Tinto geliefert werden kann. Zum anderen steht mit Kodiak Copper ein Unternehmen zur Verfügung, das die sich stetig verbrauchenden Rohstoffquellen zukünftig durch eine neue Mine teilweise ersetzen kann und dass in Kanada, welches allgemeinhin als relativ sicherer Destination angesehen wird.


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