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26.07.2021 | 05:45

Automobilindustrie im Wandel – Volkswagen, Aston Martin Lagonda, Almonty Industries

  • Volkswagen
  • Aston Martin
  • Almonty Industries
Bildquelle: pixabay.com

Die international agierende Automobilindustrie hat mit dem Wandel vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität die größte Transformationsphase in ihrer Geschichte eingeleitet. Über ein Jahrhundert wurde beim Verbrenner optimiert was optimiert werden kann. Doch mit der E-Mobilität wird das Geschäfts- und Ertragsmodell auf den Kopf gestellt. Gerade Industrieländer wie Deutschland, mit hohem Anteil an Zuliefererbetrieben für die Automobilindustrie, müsste sich strukturell neu aufstellen, denn die bisherige Wertschöpfungskette und -tiefe fällt durch die Simplifizierung der E-Mobilität zu einem Verlust bei vielen Hunderttausend gut bezahlten Industrie-Arbeitsplätzen. Andererseits bieten solche Krisen auch viele Gelegenheiten, neue Geschäftsfelder zu entwickeln und Ideen mehr Raum für eine Umsetzung zu geben. Diese Transformationsphase wird nicht jedes Unternehmen überstehen, lässt aber den verbleibenden Marktteilnehmern mehr Potential für Wachstum.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , ASTON MARTIN LAG.GLB.HLDG | GB00BFXZC448


 

Aston Martin Lagonda– Erst 2025 kommt elektrischer Sportwagen

Nach dem Börsengang im Oktober 2018, hatten es die Aktionäre von Aston Martin Lagonda (WKN: A2N6DH ISIN: GB00BFXZC448 Ticker: A5S) bis Mai 2020 nicht leicht. 90% Kursverlust standen bei dem britischen Autobauer auf dem Kurszettel. Erst seitdem wurde aus dem möglichen Pleitekandidaten eine Turnaround-Story und seitdem ging es mit Aktienkurs wieder um 235 % aufwärts. Doch seit Februar 2021 tritt der Kurs auf der Stelle, konsolidiert die vorherige Bewegung mustergültig und notiert derzeit knapp oberhalb der 200er Tage-MA-Durchschnittslinie.

Der Umbau des Konzernes geht laut CEO Tobis Moers weiter voran. Bisher setzt das Unternehmen bis 2025 auf Verbrenner-Technologie und hybride Antriebstechnik bei seinen Luxuswagen. Ab 2025 soll aber der Vantage und heutige DB11 auch als reiner Stromer auf dem Markt kommen. Die Reichweite soll dabei über 600 km betragen. Insgesamt gibt das Unternehmen als Ziel aus, bis 2030 ca. 50% der Flotte als vollelektrische Wagen zu verkaufen. Bereits 2023 soll der 950 PS-Starke Supersportwagen Valhalla als Plug-in-Hybrid erhältlich sein und ab September 2021 soll der Hypersportwagen Valkyrie den Start der neuen Unternehmensausrichtung im Bereich der Hybridantriebstechnik im Konzern eingeläutet werden. Wenn es der Konzern schafft, seine Absatzzahlen von gut 6.000 Fahrzeugen auf über 10.000 zu steigern, steht einer weiteren deutlichen Aufwärtsbewegung nichts mehr im Wege.

Wolfram im Alltag

Innerhalb des in diesem Jahrzehnt laufenden Rohstoffzyklus haben die meisten Investoren hauptsächlich Gold, Silber, Kupfer und auch Erdöl im Fokus. Doch auch Kupfer erfreut sich bei immer mehr Anlegern wachsender Beliebtheit und konnte sich in den letzten 12 Monaten hervorragend entwickeln. Metalle wie Wolfram sind den wenigsten Investoren bekannt, obwohl Wolfram aus unserem Lebensalltag nicht weg zu denken ist. Der Vibrationsalarm eines jeden Mobiltelefons, der viele Menschen am Morgen vor dem Verschlafen rettet, beinhaltet einen Mikromotor aus Wolfram. Der Glühfaden einer Glühbirne besteht meistens aus Wolfram und erhellt am frühen Morgen die Räume der Menschen. Beschlagende Heckscheiben werden schnell wieder klar, wenn das mit Wolframfäden durchzogene Glas per Heckheizung die Feuchtigkeit verdunsten lässt.

Almonty - Größte Wolframmine außerhalb Chinas

Die Anwendungsfelder für Wolfram sind vielseitig, doch das Hauptproblem der westlichen Industriekonzerne besteht darin, dass China über 80% des weltweiten Wolframs die Oberhand hat, denn diese werden in China produziert. Um die Abhängigkeit zu verringern, hat das kanadische Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Ticker: ALI) die größte Wolframmine außerhalb Chinas, die südkoreanische Sangdong Mine, gekauft und reaktiviert diese gerade. Bis 2022 soll die Reaktivierungsphase abgeschlossen sein und in Betrieb gehen. Mit geplantem Produktionsstart 2022 wird diese Mine für ca. 30% der nicht-chinesischen Wolfram-Weltproduktion stehen und für ca. 7-10% der Weltproduktion stehen. Mit der Abnahmegarantie des Wolframs für 15 Jahre über ein Volumen von 750 Millionen CAD durch die österreichische Planseegruppe, sind bereits jetzt für Almonty Industries jährliche Einnahmen von 50 Millionen CAD gesichert. Auch wenn sich die Aktie von Almonty Industries in den vergangenen 12 Monaten bereits verdoppelt hat und derzeit konsolidiert, ist diese Aktie langfristig ein klarer Kauf.

Volkswagen – Licht am Ende des Tunnels

Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen (WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Ticker: VOW3) hat, wie die anderen Wettbewerber auch, wegen fehlender Elektronik-Chips massive Einbußen bei den Autoverkäufen hinnehmen müssen. Doch auch wenn die Engpässe noch bis in das nächste Jahr 2022 andauern werden, soll sich die Situation zumindest in dem für Volkswagen wichtigsten Markt China noch im Laufe dieses Jahrs entspannen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Chip-Versorgung ab dem dritten Quartal schrittweise verbessern sollte und wir die Kundennachfrage wieder besser bedienen können“, so der China-Chef Stephan Wöllenstein.

Doch der akute Chipmangel der Automobilindustrie ist eine selbstverschuldete Krise. Im Corona-Jahr 2020 stornierte die Branche aufgrund der Nachfrage-Flaute große Elektronik-Aufträge. Auftragnehmer aus der Chipindustrie stellten daraufhin die Produktion um und belieferten andere Industriezweige. Als dann die Nachfrage aus dem Automobilsektor wieder anzog, waren die Produktionskapazitäten anderweitig vergeben, so dass nun seit ca. einem halben Jahr der Chipmangel immer akutere Züge annimmt. Trotz all der Probleme, sind die Aktien von Volkswagen stark gefragt, da im Vergleich zu einer Tesla-Aktie viel mehr Substanz und Know-How vorherrscht und die Aktie vergleichsweise deutlich günstiger gehandelt wird, als die Papiere von dem reinen E-Mobilitätsanbieter wie Tesla. Auch soll die operative Rendite bis 2025 von 7% bis 8% durch Optimierungsmaßnahmen auf 8% bis 9% ansteigen.


Fazit

Der Umbau der Automobilindustrie ist im vollen Gang und alle drei vorgestellten Unternehmen profitieren direkt als Produzent oder indirekt als Rohstofflieferant von steigender Kundennachfrage. Während VW und Aston Martin aber ausschließlich von der Automobilnachfrage abhängig sind, hat Almonty Industries durch den Rohstoff Wolfram noch viele andere Absatzkanäle und ist damit unabhängiger von Nachfrageschwankungen, wie es im Automobilsektor gerade im Corona-Jahr 2020 der Fall war.


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