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04.09.2019 | 07:50

Ballard Power, MAN, dynaCERT Inc. – Wasserstoffaktien explodieren förmlich

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Bildquelle: pixabay.com

Heute im Fokus:
MAN Truck & Bus: Tochter der Traton SE, die zum Volkswagen Konzern gehört, ist auf dem europäischen Truck- und Bus Markt einer der großen Anbieter, der seine Verkäufe in den vergangenen Jahren beständig steigerte. Ballard Power Systems: das kanadische Unternehmen enttäuschte mit den Q.2 Zahlen, konnte aber mit neuen Auftragseingängen die Anleger milde stimmen.
dynaCERT Inc.: erhielt mit den Produkten der HydraGEN Gruppe Ende August 2019 die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vom Kraftfahrt-Bundesamt für über 560 verschiedene MAN-Fahrzeugtypen auf dem Europäischen Absatzmarkt.
Mehr dazu hier:

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: CA0585861085


 

Europäischer LKW & Bus Markt

Das europäische Marktvolumen für verkaufte LKW über 6t lag in 2018 bei 369.000 Stück. Davon wurden 61.000 Stück von MAN verkauft. Somit konnte das Unternehmen seinen Marktanteil um 5,5% zum Vorjahr auf 16,5% ausbauen.
Bei Bussen über 8t gab es 30.500 Neuzulassungen, wovon 4.400 Stück von MAN verkauft worden sind. Der Marktanteil stieg somit zum Vorjahr um 8,2% auf insgesamt 14,5% an.
Mit beiden Sparten zusammen erzielte MAN einen Umsatz von 10,815 Milliarden Euro und steigerte damit den Absatz um 7,8% zu 2017. Die interne Renditeanforderung von mind. 8% wurde aber deutlich verfehlt.

CO2 Reduktionsverordnung der EU für schwere Nutzfahrzeuge

Im vergangenen Jahr beschloss die EU die Reduktionsverpflichtung für Hersteller von Truck & Bussen. Diese beinhaltet, dass ab dem 01.01.2025 bei jedem neuen LKW die CO2-Emissionen um mind. 15% reduziert werden muss. Ab dem 01.01.2030 muss dieser Wert noch um weitere 15% gesenkt werden, so dass jeder neue LKW im Vergleich zu 2019 seinen CO2 Ausstoß um 30% gesenkt hat. Kommt es dennoch zu Emissionsüberschreitungen von 1g CO2/tkm je Fahrzeug, wird für den Zeitraum von 2025-2029 eine Strafe von 4.250 Euro und ab 2030 von 6.800 Euro fällig.

Umsätze von Ballard Power und dynaCERT

Die Umsätze im ersten Halbjahr 2019 gingen bei Ballard Power um 6,18 Mio. Euro auf 36,09 Mio. Euro zurück, was einen Rückgang von 14,6% zum Vorjahreszeitraum entspricht. Gleichzeitig stiegen die Verluste um 7,45 Mio. Euro auf 17,27 Mio. Euro, was einem überproportionalen Anstieg von 83,7% bedeutet. Dafür stiegen jedoch die Auftragseingänge auf ein Volumen von 42,5 Mio. Euro an, so dass durch Skaleneffekte die Verluste in Q.3 wieder reduziert werden könnten.
Der über die Jahre angelaufene Verlust der Firma beträgt ca. 1.094 Mio. Euro.

Bei dynaCERT kam es in Q.2 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte zu mittleren fünfstelligen Umsätzen durch Verkäufe von HydraGEN Produkten. Diese sind mit 41.490 Euro noch bescheiden, zeigen aber die beginnende Transition zum Produktionsunternehmen. Der Verlust in Q. 2 belief sich auf 4,82 Mio. Euro. Unterzeichnete Verträge zum Verkauf von 400 HydraGEN Produkten für schwere LKWs dürften in Q.3 einen geschätzten Umsatz von ca. 1,4 Mio. Euro ergeben. Damit würde so nach und nach das Potential der Technologie sichtbar werden. Der über die Jahre angelaufene Verlust der Firma beträgt im Vergleich zu Ballard Power "nur" ca. 38 Mio. Euro so daß auf Grund der geringeren Kapitalintensität, die Gewinnschwelle schneller erreicht werden kann.

Marktausblick + Vergleich von Ballard Power und dynaCERT

Während sich der globale Automobilmarkt durch klimapolitische Ziele in den nächsten Jahren deutlich verändern wird, sind die Strategien der beiden kanadischen Firmen doch sehr unterschiedlich.
Ballard Power setzt auf die Brennstoffzelle als neue Antriebstechnik, deren Markt in den kommenden Jahren großes Potential besitzt und möchte als Vision die 0% Emission umsetzen. Das heißt aber auch, dass sich der Break Even des Geschäftsmodells noch weiter in die Zukunft verschieben könnte, sofern nicht mind. ein jährliches Auftragsvolumina von 100 Mio. Euro generiert wird. Hoffnung gibt jedoch die anlaufende Einführung der 8. Generation von Brennstoffzellen-Modulen. Diese sollte ab Q.3 mit steigenden Umsatzzahlen aufwarten und den Aktionären wieder Hoffnung geben. Der Wandel hin zu einer Wasserstoff-Gesellschaft steht jedoch erst am Anfang und viele entscheidende Marktakteure in Politik und Wirtschaft bespielen lieber noch das en vogue Thema e-Mobilität.

DynaCERT hingegen geht den Weg der Übergangstechnologie und spricht u.a. die bestehenden LKW- und Bus-Produzenten wie auch deren Abnehmer (Speditionen, Logistiker, Reiseunternehmen, …) direkt mit den heutigen Herausforderungen an. Das Ziel ist es dabei, die bereits weit verbreitete Dieseltechnologie durch Nachrüstungen effizienter in der Verbrennung zu machen. Allein durch den Einsatz der HydraGEN Produkte kann bei den getesteten MAN LKWs der Dieselverbrauch um 7 bis 9% reduziert werden und damit auch der CO2 – Ausstoß in gleicher Größenordnung. Damit wäre bereits 50% der ab 2025 geltenden EU-Verordnung erfüllt!
Welcher Hersteller käme da nicht auf die Idee, schnellst möglich eine Kooperation mit dynaCERT zu suchen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Marktanteile gewinnen zu können und damit profitabler zu werden?!
Da durch die erhöhte Verbrennungseffektivität gleichzeitige Stickoxide um 30% bis 90% und die Feinstaubproduktion um 70% bis 90% reduziert wird, dürften nicht nur die privaten Spediteure und Logistiker aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch der ÖPVN Öffentliche Personennahverkehr hellhörig werden, um die viel diskutierte Grenzbelastungen in den Städten zu reduzieren.

Chartvergleich der Wasserstoffunternehmen

Im 5 Jahresvergleich der beiden Wasserstoffunternehmen sieht man einen anfänglichen Gleichlauf bis Juli 2016 . Während der durch Neuigkeiten getriebenen Kurs bei dynaCERT in den Jahren 2016/17 explodierte, entwickelte sich auch Ballard Power etwas weniger Schwankungsintensiv gen Norden. Trotz des drastischen Auf und Ab der dynaCERT Aktie, steht nach 5 Jahren ein Kursgewinn von 182% im Depot der damaligen Anleger. Auch mit Ballard Power konnte ebenfalls einer guter Wertzuwachs von 52% erzielt werden. Um jedoch den Anstieg seit Ende 2018 zu rechtfertigen, müssen beide Unternehmen im zweiten Halbjahr Ihre Vertriebsaktivitäten deutlich steigern, damit die Kursphantasien auch mit realen Ergebnissen untermauert werden können.


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