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20.05.2022 | 05:45

Bleibt Chipnachfrage hoch? – Advanced Micro Devices, AMD, BrainChip Holdings, NVIDIA Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Die Nachfrage nach Halbleiterprodukten bleibt trotz wirtschaftlichem Rückgang und Stagflationsszenario hoch. Die strukturellen Unterkapazitäten, die durch massive Investitionen in die Chipindustrie in Zukunft behoben werden sollen, stehen frühestens 2024 zur Verfügung. Doch dies setzt voraus, dass die neuen Kapazitäten auch noch mit dem Edelgas Neon versorgt werden können. Das steht längst zu Disposition, denn ca. 50% des für die Chipproduktion benötigten Neon stammt aus der Ukraine. Doch eine Produktion von Neon findet durch den Krieg dort in keinem nennenswerten Umfang mehr statt und die noch vorhandenen Vorräte dürften in Kürze aufgebraucht sein. Damit dürften zwar theoretisch neue Produktionsanlagen das Angebot ausweiten, durch fehlenden Zugang zum Edelgas Neon, wird diese Produktion aus heutiger Sicht aber nicht stattfinden können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ADVANCED MIC.DEV. DL-_01 | US0079031078 , BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040


 

BrainChip Holdings nimmt Fahrt auf

Die Forscher und Entwickler des Halbleiterunternehmens BrainChip Holdings (WKN: A14Z7W ISIN: AU000000BRN8 Ticker: 24Y) haben zum Jahresanfang den Durchbruch an der Börse geschafft. Das Unternehmen mit Niederlassungen in den USA, Indien und Frankreich sorgte mit der Mercedes Benz Kooperation beim EQXX für seinen eigenen Ritterschlag. Bei BrainChip handelt sich um den weltweit ersten kommerziellen Hersteller von neuromorpher Artificial Intelligence and Intellectual Property (AI-IP) mit einem extrem niedrigen Stromverbrauch. Dies bedeutet übersetzt, dass eine künstliche Intelligenz sich selbstständig weiter programmieren kann ohne Zutun von außen und bei vergleichsweise geringem Energiebedarf. Gerade der Energieverbrauch war bisher für das autonome Fahren in der E-Mobilität eine extreme Herausforderung, denn durch den ständigen Funkkontakt der Autochips zum Server des Konzernes, war ein permanenter Internetempfang nötig und dies belastete gerade den Energieverbrauch der Batterie sehr und damit die Reichweite.

BrainChip bietet aber nicht nur Mercedes Benz Unterstützung bei der Sensor- und Modellintegration auf Basis der Akida-Hardware, sondern ist in seinem Anwendungsspektrum nicht begrenzt. Ob komplexe Befehlskette oder Sprachsteuerung - visuelle Erfassungssystematiken können alle computergestützten Anwendungen von der Erfindung von BrainChip in einer individuellen Endanwendung Berücksichtigung finden. "Das Befähigungsprogramm mit Hilfe der künstlichen Intelligenz von BrainChip gewährleistet einen einfachen, einzigartigen Weg bei der Implementierung von Edge basiertem Programm, so dass unsere Kunden Barrieren überwinden und deren Markteinführungen beschleunigen können", sagte Sean Hehir, CEO von BrainChip.

AMD – Korrektur beendet?

Nach dem starken Hochlauf der Halbleiterindustrie bis Ende 2021 aufgrund eines bisher nicht beherrschbaren Nachfrageüberhangs an Halbleiterprodukten wie Chips, Relays, usw. kam der Sektor in Gänze im letzten halben Jahr zurück. Die Aktie von AMD verlor vom November 2021 Hoch bei 164,46 USD bis Ende letzter Woche knapp 50% und notierte im Tief bei 83,27 USD. Nach der seit einer Woche laufenden Erholung konnte die Aktie aber wieder auf 94 USD zulegen. Der Piper Sandler Analyst Harsh Kumar stufte die Aktie von AMD von „neutral“ auf „übergewichten“ und passte das Preisziel von 90 USD auf 140 USD an. Das ist ein pot. Anstieg von 45% zum jetzigen Stand.

„Unsere These war, dass sich die Umsätz bei AMD verlangsamen werden und die Übernahme von Xilinx keine wesentlichen Auswirkungen haben würde. Aber AMD meisterte diesen angenommenen Umsatzrückgang besser als erwartet und Xilinx hat sich als gut für das Unternehmen erwiesen. Außerdem ist die Aktie gefallen und wird jetzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nur noch ca. 20 gehandelt“.

NVIDIA – schöpft Kraft?

Wie AMD so hat auch die Aktie von NVIDIA bis letzte Woche ordentlich Federn lassen müssen. Um 55% ging es seit November 2021 in der Spitze abwärts. Damals stand die Aktie noch bei 346,57 USD und zurzeit werden noch 166,40 USD aufgerufen. Doch die Fundamentaldaten des Unternehmens und steigende Chipnachfrage sind nach wie vor gut und anhaltend. Doch die Zinsstraffung der FED macht sich in allen Bereichen bemerkbar und so werden die vorher weit davon gelaufenen Bewertungsansätze wieder zusammengestutzt. Auch die zunehmende Sorge der Anleger vor einer Verlangsamung des Konjunkturzyklus nach drei Jahren rasanten Zuwächsen in der Halbleiterindustrie sind belastend. Doch die technologischen Entwicklungen von Nvidia können sich nach wie vor sehen lassen.

Als Marktführer im Bereich der Grafikkarten und der beschleunigten Digitalisierung aller Branchen sind die Wachstumsaussichten von NVIDIA nach wie vor sehr gut. Mit 80% Marktanteil bei Grafikprozessoren für Rechenzentren ist das Unternehmen der dominante Player in diesem Segment. Doch AMD und Intel schlafen hier nicht und greifen den Fast-Monopolisten in diesem Segment stark an. Doch die weltweite Zunahme an Rechenzentren und die Dynamik der Digitalisierung in allen Bereichen der Wirtschaft und Regierung lässt genügend Platz für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren, denn alte Rechenzentren müssen stetig erneuert werden und neue werden stetig gebaut.


Das wirtschaftliche Umfeld der Weltwirtschaft verschlechtert sich seit mehreren Monaten und jedes Unternehmen muss daher effizienter mit seinem Kapitaleinsatz umgehen. Je effizienter und wirtschaftlicher, desto wettbewerbsfähiger das Unternehmen. Das zwingt die Unternehmen immer effizienter zu werden, um im Wettbewerb bestehen zu können. Daher wird der Trend zur Digitalisierung und dem Einsatz immer intelligenter werdender Software und Hardware weiter anhalten.


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