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20.06.2022 | 05:45

Blick über den Abgrund – dynaCERT, Nio, Plug Power Aktie

  • DynaCERT
  • Nio
  • Plug Power
Bildquelle: pixabay.com

Wegen Wärmeversorgungproblematik und massiven Steigerungen der Energiepreise durch die einseitige Sanktionspolitik der Westeuropäischen Staaten, werden die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie immer interessanter. Etliche Politiker bezeichnen diese sogar entsprechend politisch aufgeladen als Friedenstechnologie. Unternehmen aus dem Sektor zeigen auch nach dem Hype der letzten Jahre schon wieder Stabilisierungstendenzen. Es könnte sogar, nach den erheblichen Verlusten der letzten beiden Jahre, wieder ein neuer Bullenmarkt in diesem Segment eröffnet werden, da die Staaten nun zig Milliarden EUR, GBP und USD in diesen Bereich investieren und großzügig subventionieren.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020


 

dynaCERT Papiere im Panikmodus

Die kanadische dynaCERT Inc. (WKN: A1KBAV ISIN: CA26780A1084 Ticker: DMJ) produziert und vertreibt eine Wasserstofftechnologie zur Reduktion von CO2-Emissionen, die in dieselbetriebenen Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommt. Als Übergangtechnologie soll sie den Dieselverbrauch durch Zugabe von Wasserstoff reduzieren und damit auch die Schadstoffemission im gleichen Maße verringern. Um die von dynaCERT genannten HydraGEN-Produkte zu verkaufen, konnte der Händler Simply Green gewonnen werden. Der Händler ist auf die Erdgas- und Erdölindustrie Kanadas spezialisiert und soll den diversen Unternehmen der Energie- und Transportindustrie den Zugang zu kraftstoffreduzierenden Nachrüstprodukten ermöglichen.

Dennoch ist der Kurs von dynaCERT weiter unter Druck gekommen, denn die erst im Mai 2022 in den Vorstand berufene Frau Rebecca Hudson und Herr W. Clark Kent sind am 13. Juni 2022 schon wieder von ihrem Posten zurückgetreten. Eine Begründung von dynaCERT für diesen Schritt gab es bisher nicht. Die Aktie verlor daraufhin 40% ihrer Aktiennotiz und selbst die Meldung das sieben Gerätetypen der HydraGEN-Technologie an Bergbauunternehmen ausgeliefert werden, konnte den Kursverfall nicht verhindern. Da der Wasserstoffsektor seit über einem Jahr schon sehr schwach ist hat auch die dynaCERT Aktie nun von der Spitze über 90% der Marktkapitalisierung verloren. Damit notiert die Aktie wieder auf dem Niveau 2016, bevor der Wasserstoffhype begonnen hat. Da für Investoren nur noch Absatz und Gewinn zählen, braucht das Unternehmen zwingend mehr Verkäufe seiner Produkte, um den Turnaround zu schaffen.

Plug Power stabilisiert sich

Bei Plug Power (WKN: A1JA81 ISIN: US72919P2020 Ticker: PLUN) ging es innerhalb der letzten fünf Wochen ebenfalls turbulent zu. Vom 12. Mai Tief bei 12,24 EUR ging es bis 30. Mai um 51% aufwärts auf bis zu 18,48 EUR. Im Anschluss konnte sich auch Plug Power dem allgemeinen Ausverkauf nicht widersetzen und rauscht wieder auf 13,31 EUR bis vergangenen Donnerstag hinunter. Am Freitag konnte die Aktie wieder fester bei 14,49 EUR schließen.

Unterstützung erhält die Aktie von positiven Nachrichten. In Südkorea soll die dortige Beteiligung SK Plug Hyverse eine PEM-Wasserelektrolyse-Pilotanlage mit einer Leistung von einem Megawatt errichten. Auftraggeber ist in diesem Fall die staatlich kontrollierte Korea Gas Corporation. Zusammen mit einer Windkraftanlage soll hier grüner Wasserstoff produziert werden. Südkorea will diesen Sektor bis 2040 erheblich ausbauen und das Wirtschaftsvolumina soll bis zu 40 Mrd. USD betragen.

NIO Korrektur Trendwende?

Von Januar 2021 bis Mai 2022 verlor die Aktie von NIO (WKN: A2N4PB ISIN: US62914V1061 Ticker: N3IA) knapp 80% ihrer Marktkapitalisierung. Doch seit dem Tief vom 12.Mai 2022 bei 11,40 EUR konnte sich die Aktie in den letzten sechs Wochen deutlich erholen. Mittlerweil werden 19,68 EUR je Aktie aufgerufen. Das Umsatzvolumina bei den Käufen und Verkäufen legt seit vier Wochen zu und die letzte Wochenschlusskerze lieferte ein erstes Kaufsignal. Am Mittwoch stellte Nio kursunterstützend den neuen Geländewagen ES7 vor. Der sportliche SUV soll damit den Wettbewerber Tesla und dessen Model X und Model Y in Bedrängnis bringen. Je nach Batteriegröße schafft der ES7 insgesamt 485km, 620km oder 930km und soll knapp 70.000 USD in der Grundvariante kosten. Auch die Hinderniserkenntnissoftware von Nio soll Objekte bereits in 687m Entfernung erkennen, während Tesla erst ab 229m Hindernisse erkennen kann.

Der Analyst Tim Hsiao vom Margan Stanley sieht die Entwicklung ebenfalls positiv: „Selbst wenn die neuen Modelle kurzfristig noch keinen positiven Cashflow generieren, sind wir der Meinung, dass die erweiterte Modellbandbreite in allen Segmenten (Limousine, SUV, Crossover) und die attraktive Preisgestaltung den adressierbaren Markt von NIO ansprechen und die Wettbewerbsposition sowie die Wachstumsaussichten bis 2023 verbessern werden. Dies ist auch entscheidend für NIOs Finanzierungsfähigkeit und Verhandlungsmacht in der Lieferkette.“


Die Anwendungsfelder für Erneuerbare Energien werden immer breiter und nach 80-90% Kursverlust der einst gehypten Branchen deuten erste Signale auf einen Trendwechsel hin. Die Nio Aktie scheint diesen schon vollzogen zu haben und auch Plug Power ist auf einem guten Weg. Angeschlagen ist derzeit aber noch die Aktie von dynaCERT, die erst durch nennenswerte Verkäufe einen Trendwechsel einleiten könnte.


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Kommentar vom 31.03.2022 | 05:45

Seit zwei Quartalen schrumpft die deutsche Wirtschaft bereits und schlittert damit in eine Rezession. Die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ mussten ihre Wachstumsprognose bereits drastisch reduzieren. Im November 2021 sagten sie noch ein BIP-Wachstum für die Bundesrepublik von 4,6% voraus und reduzierten dieses nun auf nur noch 1,8%. Die durch Lockdowns verursachten Lieferengpässe und steigende Energiepreise belasten die Unternehmen zusehends und der Ukrainekrieg verschärft die angespannte Lage. Die Inflation steigt immer weiter und selbst der Sachverständigenrat rechnet mit einer 6,1%igen Teuerung in 2022. Ein so hoher Kaufkraftverlust kann in der Regel am besten über langfristiges Investieren an der Börse ausgeglichen werden.

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Die Europäische Union und auch die Regierung von Deutschland wollen die Energiewende bis 2030 soweit wie möglich vorangetrieben haben. Ob diese unter ökonomischen Gesichtspunkten so schnell umgesetzt werden kann, rückt dabei leider oftmals in den Hintergrund. Gerade durch den eskalierenden Ukrainekonflikt, droht ein wesentlicher Ankerpunkt der übergangstechnologischen Nutzung mit russischem Erdgas aus Nord Stream II wegzufallen. Dieses ist aber zwingend notwendig, da die Verabschiedung von Kohle- und Atomstrom längst beschlossen worden ist. Dennoch wird der Energieträger Wasserstoff einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität spielen. Der dabei erforderliche wirtschaftliche Umbau ist bereits im vollen Gange. Unternehmen, die sich auf diesem neuen Markt der Energiewende erfolgreich durchsetzen können, haben gigantisches Wachstumspotential.

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