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26.01.2022 | 05:45

Bundesregierung schockt deutschen Immobilienmarkt – Hamborner REIT, Hong Lai Huat, Vonovia Aktie

  • Hamborner REIT
  • Hong Lai Huat
  • vonovia
Bildquelle: pixabay.com

Dass die Immobilienmärkte in Deutschland heiß gelaufen sind, ist nicht neu und die Bundesbank mahnt schon lange vor der Blasenbildung in Ballungsgebieten wie München oder Berlin. Die Überbewertung liegt dabei mindestens bei 10 bis 30% und die mittelfristige Gefahr von steigenden Zinssätzen wird leichtfertig unterschätzt. Doch was jetzt die grün-rot-gelbe Bundesregierung und der Klimaschutzminister Robert Habeck beschlossen haben, ist ein Hammer-Schock! Das klimaneutrale Bauen nach dem Effizienzhaus 55 Standard (EH55) wurde von heute auf morgen ersatzlos gestoppt, weil zu viele Anträge vor dem Auslaufen eingetroffen sind. Solch willkürliche Spontan-Entscheidungen ist man in Zeiten von Corona nun seit zwei Jahren schon „fast gewohnt“, aber Unverlässlichkeit für die Bauwirtschaft hat eine erhebliche wirtschaftliche Dimension.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: HAMBORNER REIT AG O.N. | DE0006013006 , HONG LAI HUAT GROUP LIMITED | SG1EE1000009 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1


 

Hamborner REIT – Dividendenstark

Wie der Gesamtmarkt ist auch die Hamborner REIT AG (WKN: A3H233 ISIN: DE000A3H2333 Ticker: HABA) in den letzten Tagen unter Druck geraten. Von 10,31 EUR je Aktie ging es um 7% auf 9,64 EUR zurück. Das könnte für den ein oder anderen Immobilieninvestor nun wieder interessant werden, denn aktuell wartet der Markt auf die Bewertungsergebnisse des externen Gutachters Jones Lang LaSalle. Per Ende 2020 lag ein Net Asset Value (NAV) von 11,05 EUR vor und dies ist zu Ende 2021 um 9% auf 12,00 EUR bis 12,10 EUR angestiegen.

Ursprünglich hatte das Duisburger Immobilienunternehmen selbst etwas konservativer gerechnet und einen Anstieg von 4,5% bis 5,0% und damit ein NAV von 11,55 EUR bis 11,60 EUR in Aussicht gestellt. Doch endgültig ist dies noch nicht, während der Markt gespannt auf das Ergebnis des Gutachters wartet. Mit einer Dividendenrendite von derzeit 4,88% scheint die Aktie im Moment günstig bewertet zu sein, doch das gesellschaftspolitische Spannungsfeld mit außerplanmäßigen Gesetzesänderungen sollten Investoren dabei ebenfalls berücksichtigen.

Hong Lai Huat – Baufortschritte

Auf einem sehr stark wachsenden Immobilienmarkt ist das Immobilienunternehmen Hong Lai Huat Group (WKN: A2JL8Q ISIN: SG1EE1000009 Ticker: 0QO) aktiv. Das in Südost-Asien, im Stadt-Staat Singapur beheimatete Unternehmen gehört seit über 33 Jahren zu einem der größeren und bekanntesten Bauträger der Region. Viele prestigeträchtige Bauten für Immobiliengesellschaften, öffentliche Hand wie auch Gewerbe- und Industriegebäude in Singapur wurden von der Hong Lai Huat Group erfolgreich umgesetzt. Letzte Woche gab das Unternehmen nun ein Update zu den Baufortschritten am Projekt Royal Platinum bekannt.

Bei dem 28 Stockwerke umfassenden Mischnutzungsprojekt sind die Baumaßnahmen nach Angaben bereits im zehnten Stockwerk angelangt. Insgesamt wird das Objekt 851 Wohneinheiten und 50 Gewerbeeinheiten umfassen. Der Gesamtbruttoentwicklungswert von Royal Platinum beträgt 220 Mio. USD. Die Gewerbeeinheiten und hochpreisigen Penthouse-Wohnungen sind bereits zu 90% an einheimische und internationale Käufer veräußert worden.

Auch beim Mischnutzungsprojekt D’Seaview in Kambodscha meldet man Fortschritte. Das Land lockerte die Corona-Maßnahmen deutlich und das macht sich auch bei der Nachfrage bei dem 180 Mio. USD umfassenden zweiten Projekt bemerkbar. Doch auch zwei neue Projekte wurden bereits in der Hauptstadt Phnom Penh und der Provinz Sihanoukville an Land gezogen. Die bisherige Marktkapitalisierung von nur 32,269 Mio. EUR bei einem Aktienkurs von 0,06 EUR spiegeln das Potential des Unternehmens nicht im Ansatz wider.

Vonovia – Nachhaltigkeit + Dividendenerhöhung

Nachdem das deutsche Immobilienunternehmen Vonovia (WKN: A1ML7J ISIN: DE000A1ML7J1 Ticker: VNA) eine hervorragende Beurteilung im Nachhaltigkeitsranking der Ratingagentur Standard & Poor's Global erhalten hat, konnte sich die Aktie dennoch nicht dem Marktabverkauf entziehen. 3,5% ging es in den letzten Tagen abwärts. Durch den Rückgang auf 47,05 EUR ist die Dividendenrendite auf 3,58% p.a. angestiegen und wie der Konzern mitteilte, soll die Dividende auf der ordentlichen Hauptversammlung am 29. April 2022 erhöht werden. Der konkrete Erhöhungsvorschlag soll nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für 2021, nach dem 18. März. 2022 erfolgen.

Darüber hinaus gab das Unternehmen bekannt, dass nach dem Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen zwei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat einziehen werden. Dafür wurden Matthias Hünlein und Jürgen Fenk vorgeschlagen, die bisher zum Aufsichtsrat der Deutschen Wohnen gehörten. Die bisherigen Vonovia Aufsichtsratmitglieder Burkhard Drescher und Prof. Dr. Kaus Rauscher werden dafür ihre Mandate zum 29. April 2022 niederlegen.


Fazit

Die Einschläge auf dem heißgelaufenen deutschen Immobilienmarkt werden immer heftiger. Erst kündigt die BaFin an, das Banken ihre Risikopuffer bei Darlehen für Immobilien erhöhen müssen, dann streicht die Bundesregierung das laufende Förderprogramm von heute auf morgen und die Bundesbank sieht an mehreren Standorten eine signifikante Blasenentwicklung. Wer diesen überhitzten Markt meiden möchte, der findet im Ausland noch deutlich attraktivere Immobilienmärkte. Unternehmen wie Hong Lai Huat bieten sogar Zugang zu exotischen Märkten wie Kambodscha, in die sonst kaum jemand direkt investieren kann.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Der Deutsche Immobilienmarkt steht für ca. 50% des Vermögens aller Deutschen auch wenn der Anteil entsprechend nicht gleichmäßig verteilt ist. Ca. 52% der Deutschen besitzen Immobilieneigentum, während nur ca. 45% es auch selber bewohnen. Ob es nun Zeit ist noch Immobilien zu kaufen oder es besser ist diese ggf. zu verkaufen darauf gehehn wir mit Bezug auf verschiedene Daten und Quellen ein. Zum Schluß wie gehabt auch meine persönliche Einschätzung, wohlwissend das es immer Ausnahmen und Sonderfälle gibt.

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