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03.01.2023 | 05:45

Geplatzt Immobilien-Blase – jetzt kaufen? Alpina Holdings, Corestate Capital Holding, Vonovia Aktie

  • Alpina Holdings
  • Corestate Capital
  • vonovia
Bildquelle: pixabay.com

Die von 2014 bis 2022 durchgeführte Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den deutschen wie auch europäischen Immobilienmarkt heiß laufen lassen. Zudem wurde der europäische Anleihenmarkt und damit auch fast die ganze Versicherungs- und Pensionswirtschaft massivst gestört. Die jetzt viel zu spät anziehenden Zinsen haben daher nicht nur Auswirkungen auf die bereits gekippten Rentensysteme, sondern auch auf das Hauptanlageinvestment der Deutschen der Immobilie. Wie jetzt handeln?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Sven Ferber
ISIN: ALPINA HOLDINGS LIMITED | SGXE21011833 , CORESTATE CAPITAL HLDG | LU1296758029 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1


 

Corestate Capital – Die Rettung naht?

Totgesagte leben länger. Mit deutlichen und immer höheren Verlusten ging der Niedergang von der Corestate Capital Holding immer schneller vonstatten. Als Anfang Mai 2022 die Quartalszahlen zu Q.1 2022 vermeldet wurden, nahm der Kursrutsch bei der Aktie richtig an Fahrt auf. Die Verluste weiteten sich auf 7,6 Mio. EUR aus und auf eine Prognose für das Gesamtjahr wurde verzichtet. Die Aktie stürzte infolgedessen von 8,57 EUR bis Mitte Juli 2022 auf nur noch 1,02 EUR im Tief. Nach einer kurzfristigen Erholungsphase fiel dann die 1 EUR Marke mit Börseneröffnung am Montag, den 26. September 2022.

Seitdem kam die Aktie nicht mehr aus dem Pennystockbereich heraus und fiel bis zum 21. November 2022 auf nur noch 0,28 EUR je Anteilsschein. Im Anschluss übernahmen die Zocker und Daytrader das Zepter und die Aktie konnte zwischenzeitlich, unter hohem Volumina, auf 0,998 EUR emporschießen, um bis zum Jahresschluss auf 0,35 EUR im Tief zu fallen und bei 0,502 EUR das Jahr 2022 abzuschließen. Wie es im neuen Jahr 2023 weiter geht, steht noch in den Sternen, aber in der kurz vor Weihnachten stattgefundenen außerordentlichen Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Corestate durch Ausgabe von bis zu 200 Mio. Aktien durchzuführen, um damit bis zu 15 Mio. EUR einzusammeln. Zudem soll die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens durch einen Anleihen-zu-Eigenkapital-Tausch (Debt-to-Equity-Swap) wieder zukunftsfähig gemacht werden. Für die aktuellen Aktionäre heißt das aber eine signifikante Verwässerung und ist damit nichts für schwache Nerven.

Alpina Holdings – Attraktive Dividende

Interessanter als die Corestate Capital Holding scheint die Aktie Alpina Holdings aus Singapur zu sein. Innerhalb von 17 Jahren hat sich das Unternehmen einen Namen im dortigen Immobilien- und Baudienstleistungssegment gemacht. Der Immobilienmarkt in Singapur gilt als hochattraktiv, da der Stadtstaat zum einen geografisch stark begrenzt ist und zum anderen durch Zuzug und Wirtschaftswachstum sich stetig aufwärts entwickelt. Da Alpina Holdings neben dem Gebäudeaus- und umbau auch die Sparten mechanische und elektrische Ingenieurdienstleistungen und das Gebäudemanagement anbieten, profitiert das Unternehmen von der kompletten Wertschöpfungskette im Immobilienmarkt.

An der Börse von Singapur ist das Unternehmen noch sehr jung und erst vor 12 Monaten im Januar 2022 mit 184,34 Mio. Aktien und einem Börsenkurs von umgerechnet 0,20 EUR gestartet. Bei einem Umsatz von 52 Mio. SGD (36,4 Mio. EUR), einem Gewinn von 9,28 Mio. SGD (6,5 Mio. EUR) in 2021 und einem erwarteten Gewinn in 2022 von ca. 3 Mio. EUR wird das Unternehmen im Moment mit nur 19,5 Mio. EUR bewertet. Um die Aktie aber attraktiver zu machen, hat das Unternehmen beschlossen, 50% seines Gewinnes an die Aktionäre auszuschütten. Zum 09.09.2022 wurden bereits 0,004339 SGD bzw. umgerechnet 2,7 % Dividende ausgeschüttet. Bei 3 Mio. geplanten Gewinn für 2022 und einer 50%igen Ausschüttung von 1,5 Mio. EUR würde dies einer Dividendenrendite von 7,7 % p. a. entsprechend und wäre für viele Investoren gerade aus Europa sehr attraktiv. Da die Aktie in Deutschland erst seit Mitte Dezember 2022 handelbar und noch relativ unbekannt ist, sollten Käufe zwingend mit Limit erfolgen.

Vonovia – bauen lohnt nicht mehr

Der Vorstandschef des deutschen Immobilienunternehmen Vonovia (WKN: A1ML7J ISIN: DE000A1ML7J1 Ticker: VNA) Rolf Buch, erwartet trotz steigender Zinsen keinen Rückgang der Immobilienpreise. "Der Leerstand in den Städten ist niedrig. Ich habe selten erlebt, dass die Preise sinken, wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot", sagte Buch der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Natürlich werden wir die Wertsteigerungen der vergangenen Jahre so schnell nicht mehr sehen, aber die Werte werden weitestgehend stabil bleiben", ergänzte Buch. Dass der Kurs der Vonovia-Aktie im zu Ende gegangen Jahr 2022 so stark gefallen sei, liege an Investoren aus dem angelsächsischen Raum. Sie hätten mehr Angst vor einem Preisverfall, sagte Buch.

Bauvorhaben seien derzeit unattraktiv, weil die Baukosten, Zinsen und auch die Baustandards gestiegen seien. "Deshalb lohnt sich Bauen gerade nicht - weder Modernisierung noch Neubau." Er forderte die Bundesregierung auf, die Energiestandards nicht über den Effizienzhausstandard 55 der 2023 für Neubauten Pflicht wird, hinaus zu verschärfen. "Alles darüber hinaus ist sehr teuer und auch nicht mehr effektiv. Durch die Abverkäufe aus dem angelsächsischen Raum ist die Aktie in 2022 deutlich unter Druck geraten und hat sich mehr als halbiert und notiert derzeit bei nur noch 22 EUR je Anteilsschein. Sollte aber die Dividendenpolitik des Unternehmens gleichbleiben, lohnt nun aber wieder ein Blick auf die Aktie von Vonovia, denn die Dividendenrendite liegt bei derzeit 7,5 % p.a..


Der heiß gelaufene deutsche Immobilienmarkt hat in 2022 stark korrigiert, zumindest bei den börsennotierten Immobilienunternehmen. Während Corestate Capital nur noch für Zocker attraktiv sein dürfte, lohnt ein Blick auf die Vonovia Aktie, zumindest wenn ein Investor der Sichtweise des Vorstandschefs Buch folgt. Wer jedoch lieber seine Immobilieninvestments auch auf den asiatischen Bereich wie Singapur ausweiten möchte, der sollte sich mit der Alpina Holdings einmal genauer befassen.


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