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10.08.2021 | 05:45

Turnaround im Anmarsch – Morphosys, Cardiol Therapeutics, Evotec

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Bildquelle: pixabay.com

In den letzten Monaten war die Entwicklung bei den Biotechnologie-Aktien sehr durchwachsen. Milliardenschwere Übernahmen in der Branche sind dabei schon üblich, aber nicht jede Übernahme wird vom Markt positiv aufgefasst. Die 7 Mrd. USD-Übernahme von GW Pharmaceuticals durch Jazz Pharma zum Jahresanfang wurde positiv bewertet, während die Constellation-Übernahme durch Morphosys für 1,7 Mrd. USD zum beschleunigten Abverkauf der Aktie von Morphosys führte. Wo liegen aktuell Chancen im Sektor und gibt es darunter Turnaround-Kandidaten?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003


 

Cardiol Therapeutics – Herzleiden verringern und heilen!

Das auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisierte Biotechnologieunternehmen aus Kanada, Cardiol Therapeutics (WKN: A2PA9E ISIN: CA14161Y2006 Ticker: CT9), kann mit seiner entzündungshemmenden Therapie Herzleiden verringern. Nicht erst seit den Corona-Impfungen und den zunehmenden Herzerkrankungen durch Myokarditis, gerade bei Geimpften unter 30 Jahren, sind Herzleiden ein Problem bei vielen Menschen. Gerade in der westlichen Welt sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Krankheits- und Todesursache. Wer in diesem Segment einen effektiven Wirkstoff findet, der spielt zukünftig in der Liga der Blockbuster oder wird von einem der Großen übernommen, so wie das bei GW Pharmaceuticals zum Jahresanfang der Fall war. Um die Aufmerksamkeit auch aus den USA zu erhöhen, hat Cardiol Therapeutics nun auch die Listung an der Nasdaq beantragt und gestern erhalten. Ab dem heutigen Mittwoch kann nun die Aktie auch über die Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden.

Die laufende Studie zu dem Blockbusterkandidaten CardiolRx von Cardiol Therapeutics wird derzeit noch an hospitalisierten Herz-Kreislauf-Patienten mit positiver COVID-19-Diagnose getestet. Diese Gruppe weist aufgrund ihrer Vorerkrankungen ein besonders hohes Sterblichkeitsrisiko auf und bisherige Ergebnisse lassen das Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Bereits in der Phase-I-Studie wurde die Sterblichkeit bei Herzinfarktpatienten deutlich gesenkt und es setzte sogar eine Regeneration der betroffenen Herzmuskulatur ein. Wenn sich das in der aktuellen Phase-II/III-Ergebnisstudie bestätigt, dürften die aktuellen Kurse von 2,02 EUR je Aktie ein Schnäppchen gewesen sein.

Evotec – Börsenwunder vor den Zahlen

Die Aktionäre der Evotec SE (WKN: 566480 ISIN: DE0005664809 Ticker: EVT) hatten in den letzten Jahren allen Grund zur Freude. Vom PennyStock in 2009 mit 0,54 EUR je Aktie bis auf aktuell 37,87 EUR innerhalb von 12 Jahren. Das sind Börsen-Wundergeschichten mit 6.912% Buchgewinn, die so unglaublich sind, dass sie von Sparbuchsparern mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Reich der Mythen verabschiedet oder gar als Schwurbler-Geschichte abgetan werden. Doch solche Kurszuwächse bei Einzelaktien gibt es immer wieder, aber nur, wenn so einem Unternehmen wie Evotec zwölf lange Jahre die Stange gehalten worden ist. Was den Kurs der Aktie nach wie vor antreibt, sind die regelmäßig positiven Nachrichten des Hamburger BioTech-Unternehmens.

Erst letzte Woche gab das Unternehmen die positiven Daten aus der Phase-IIb für den P2X3-Antagonisten bei Patienten mit chronischem Husten bekannt. Das Mittel ist seinerzeit aus der Multi-Target-Forschungs-Allianz zwischen Bayer und Evotec entstanden und Bayer meldete nun mit der eingesetzten Substanz gute Ergebnisse. Die Studie ergab, dass die stündliche Hustenhäufigkeit innerhalb von 24 Stunden nach einem 12-wöchigen Behandlungszeitraum signifikant zurück ging. Zudem war auch das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil des von Bayer Eliapixant genannten Mittels positiv. Durch die in 2012 abgeschlossene Vereinbarung mit Bayer, wird mit Start einer klinischen Phase-III-Studie eine nächste Meilensteinzahlung von Bayer an Evotec ausgelöst. Auch die geplante Zweitnotierung an der Nasdaq sollte sich langfristig positiv auf die Nachfrage nach der Aktie auszahlen. Kurzfristig wartet der Markt aber nun auf die Halbjahreszahlen, die am morgigen Mittwoch, den 11. August 2021 veröffentlicht werden sollen.

Morphosys – vor dem Turnaround?

Anders als Evotec, konnte die Aktie von Morphosys von Dezember 2002 bis Januar 2020 um über 9.258% ansteigen. Doch seitdem setzten massive Gewinnmitnahmen die Aktie unter Druck. In der Spitze ging es um über 70% für die Aktie herunter. Allein in den letzten zwei Monaten, nach der Übernahme von Constellation für 1,7 Mrd. USD, rauschten die Aktien um knapp 40% gen Süden. Doch im Bereich von 43 bis 44 EUR liegt bei der Aktie von Morphosys eine starke Unterstützungszone, die aktuell zum Wiedereinstieg in die Aktie lohnt, denn sie kann mit einem StopLoss von 39,50 EUR sehr gut abgesichert werden. Außerdem hat Morphosys mit ca. 1,1 Mrd. EUR Cash zum 30.06.2021 noch für die nächsten drei Jahre Kapital, um seine Produkte, wie das Blutkrebsmedikament Monjuvi (Tafasitamab), stärker zu vermarkten. Da auch die Medikamenten-Pipeline des Unternehmens weiterhin gut gefüllt ist und das Unternehmen mit nur noch 1,535 Mrd. EUR bewertet wird, besteht eine sehr gute Chance für den charttechnischen Turnaround. Schauen sie sich hier auch unter dem Fazit eine Videozusammenfassung zur Morphosys Aktie an, um einen Überblick zum Unternehmen, aber auch zum bisher harmonischen Verlauf der charttechnischen Korrekturphase zu erhalten.


Fazit

Die Aktie von Morphosys ist in den letzten Jahren viel zu stark abverkauft worden und der Markt scheint sämtliche Nachrichten des Unternehmens negativ auszulegen. Für Antizykliker ergibt sich daher die Chance für einen Einstieg, genauso wie beim kanadischen Herz-Kreislauf-Spezialisten Cardiol Therapeutics. Evotec ist bereits sehr gut gelaufen und bevor eine nächste Investitionsentscheidung getroffen wird, sollten die kommenden Quartalszahlen noch abgewartet werden.


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