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12.08.2026 | 05:45

Der Cashflow zählt! - Evonik, RE Royalties, Wheaton Precious Metals

  • Evonik
  • RE Royalties
  • Wheaton Precious Metals
Bildquelle: Pixabay

Wer in diesem volatilen Marktumfeld nach Unternehmen sucht, die durch außergewöhnliche Margen und starke Cashflows überzeugen, der liest heute hier genau den richtigen Kommentar. Dieser Bericht analysiert drei profitable Player aus den Sektoren Rohstofffinanzierung, Erneuerbare Energien und Spezialchemie. Was diese Werte verbindet? Clevere, skalierbare Geschäftsmodelle, signifikante operative Verbesserungen im aktuellen Geschäftsjahr und spannende charttechnische Konstellationen. Erfahren Sie jetzt, welche dieser Aktien kurz vor einem entscheidenden Ausbruch stehen und warum sich ein genauerer Blick genau jetzt lohnt.

Lesezeit: ca. 6 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE000EVNK013 , CA75527Q1081 , CA9628791027


 

Wheaton-Precious-Metals-Aktie: Rechtfertigen Rekordmargen und Cashflow die nächste Rally?

Die Aktie von Wheaton Precious Metals (WKN: A2DRBP | ISIN: CA9628791027 | Ticker: WPM) liegt in diesem Jahr 2026 bereits rund 11 % und auf 52-Wochen-Sicht etwa 34 % im Plus. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 60 Mrd. USD. Seit Anfang August gewann die Aktie rund 18 %. Wheaton betreibt keine eigenen Minen, sondern finanziert Minengesellschaften im Voraus. Dafür erhält das Unternehmen langfristig einen vereinbarten Anteil der Metallproduktion zu vorher festgelegten Vertragspreisen. Dieses Streaming-Modell erklärt die außergewöhnlich hohen Margen.

Ende 2025 betrug die Bilanzsumme 9,13 Mrd. USD. Davon entfielen 1,20 Mrd. USD auf kurzfristige und 7,92 Mrd. USD auf langfristige Vermögenswerte. Den Aktiva standen lediglich 435 Mio. USD Verbindlichkeiten gegenüber: 155 Mio. USD kurzfristig und 281 Mio. USD langfristig. Das Eigenkapital lag daher bei hohen 8,69 Mrd. USD.

Bis Ende Juni 2026 wuchs die Bilanzsumme durch neue Streams auf 12,16 Mrd. USD. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen auf 12,03 Mrd. USD, während die kurzfristigen aufgrund der eingesetzten Barmittel auf 130 Mio. USD sanken. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbindlichkeiten auf 2,47 Mrd. USD, davon 279 Mio. USD kurzfristig und 2,19 Mrd. USD langfristig. Das Eigenkapital erreichte 9,69 Mrd. USD.

Der Umsatz sprang 2025 um 80 % auf 2,31 Mrd. USD. Die Bruttomarge erreichte rund 72 %, die operative Marge 68 % und die Nettomarge außergewöhnliche 64 %. Der Nettogewinn betrug 1,47 Mrd. USD. Im zweiten Quartal 2026 setzte sich die positive Entwicklung fort. Der Umsatz stieg um 85 % auf 929 Mio. USD. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 74 %, die operative Marge auf knapp 72 %. Unter dem Strich blieben 543 Mio. USD Gewinn, entsprechend einer Nettomarge von rund 58 %.

Auch der Cashflow wird immer stärker. 2025 erwirtschaftete Wheaton 1,90 Mrd. USD operativen Cashflow. Davon flossen in neue Streaming-Verträge 1,28 Mrd. USD, in Dividendenzahlungen 296 Mio. USD, so dass sich die Barmittel um 335 Mio. USD erhöhten. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich der operative Cashflow dann sogar noch einmal um 82 % auf 1,42 Mrd. USD; allein Q2 brachte 650 Mio. USD. Doch wegen der 4,3-Mrd.-USD-Antamina-Investition wurden 1,93 Mrd. USD an Krediten zur Finanzierung aufgenommen. Entsprechend sanken die Barmittel auf 100 Mio. USD ab.

Spannend für die Zukunft: Wheaton besitzt Streaming- und Royalty-Rechte an 57 Assets, darunter 22 produzierende Minen. Bis 2030 soll die Jahresproduktion um rund 50 % auf 1,2 Mio. Goldäquivalent-Unzen steigen und dieses Niveau bis 2035 halten.

Durch die Antamina-Investition hat sich die Verschuldung deutlich erhöht, ist aber durch hohe Margen und Cashflows abgesichert. Entscheidend ist nun, ob Antamina die erwarteten zusätzlichen Silberlieferungen in Zukunft auch erbringen kann. An der Toronto Stock Exchange notiert WPM bei rund 186 CAD (114 EUR) über allen gleitenden Durchschnitten. Die 200-Tage-Linie liegt bei etwa 173 CAD. Der Chart wirkt bullisch, doch zwischen 196 und 209 CAD warten zwei hartnäckige Widerstandszonen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber macht den Weg für neue Allzeithochs frei.

RE Royalties: Skalierbares Royalty-Modell im US-Solarboom

Der weltweite Energiebedarf erlebt durch KI-Rechenzentren und die Elektrifizierung einen historischen Schub. Allein in den USA entfielen in 2025 laut der U.S. Energy Information Administration (EIA) rund 90 % der neuen Stromkapazitäten auf Solar-, Wind- und Speicherprojekte und sollen in diesem Jahr auf ca. 93 % ansteigen. In diesem Marktumfeld positioniert sich RE Royalties (WKN: A2PN0F | ISIN: CA75527Q1081 | Ticker-Symbol: Y2V) mit einem hochprofitablen Nischenmodell für die Energiewende. Die Kanadier transferierten das aus dem Bergbau bewährte Royalty-Prinzip erfolgreich auf erneuerbare Energien. Anstatt hohe Risiken als Anlagenbetreiber zu schultern, agiert die Gesellschaft als Kapitalgeber und erhält im Gegenzug langfristige Umsatzbeteiligungen.

Die Skalierbarkeit dieses Modells zeigt die erweiterte Kooperation mit dem amerikanischen Entwickler Solaris Energy. RE Royalties investierte soeben eine dritte Tranche von 1 Mio. USD in ein Portfolio, womit das Engagement auf 4,8 Mio. USD anwächst. Gleichzeitig avisiert eine neue Absichtserklärung den Ausbau der Finanzierungen auf ein Volumen von bis zu 67,5 Mio. USD. Diese Pipeline umfasst insgesamt 96 Solarprojekte in den Vereinigten Staaten mit einer Leistung von 190 Megawatt. Jedes Vorhaben garantiert dem Finanzierer planbare Rückflüsse über 25 Jahre sowie für die anschließend verbleibende Betriebsdauer der Projekte.

„Mit diesem zusätzlichen Kapital beschleunigen wir den Ausbau unseres wachsenden Portfolios und treiben Projekte von der Entwicklungsphase bis zum Bau effizienter voran. Die Investition von RE Royalties unterstützt die derzeit laufende Fremd- und Tax-Equity-Finanzierung für unser erstes Portfolio als unabhängiger Stromerzeuger (IPP), während ihr Engagement für unsere breitere Projektpipeline unsere langfristige Wachstumsstrategie weiter stärkt…“, sagte Nick Perugini, Chief Executive Officer von Solaris Energy.

Bislang investierte RE Royalties mehr als 83 Mio. CAD aus denen über die Jahre ein diversifiziertes Portfolio von nunmehr 135 Projekten entstand. Die Basisinvestments umfassen dabei Photovoltaik, Windkraft, Biogas, Wasserkraft und Batteriespeicher. Durch den Mix aus Lizenzkäufen und besicherten Brückenfinanzierungen erzielt das Kapital eine Durchschnittsrendite von rund 19 %. Die stetigen Cashflows werden hocheffizient reinvestiert und treiben das Wachstum organisch an. Charttechnisch notiert die Aktie bei 0,38 CAD derzeit am 50er-EMA und die 200-Tagelinie verläuft ansteigend bei ca. 0,34 CAD und sichert die Aktie nach unten ab. Ein prozyklisches Kaufsignal würde erst bei einem Kursschluss oberhalb der 0,45 CAD generiert werden.

Evonik-Aktie im Aufwind: Starker Cashflow – gelingt jetzt der Sprung über 18,25 EUR?

Die Aktie des Spezialchemiekonzerns Evonik Industries (WKN: EVNK01 | ISIN: DE000EVNK013 | Ticker: EVK) notiert derzeit bei rund 17,90 EUR. Seit Jahresanfang beträgt das Plus stolze 35 %, auf 52-Wochen-Sicht sind es jedoch nur 7 %. Rückenwind gaben zuletzt robuste Q2-Zahlen und ein angehobener Jahresausblick. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Evonik den Umsatz um 11 % auf 3,89 Mrd. EUR, organisch sogar um 14 %. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 24 % auf 630 Mio. EUR und die EBITDA-Marge stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 14,5 auf 16,2 % an. Beim Gewinn zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Der Nettogewinn fiel um 30 % auf 84 Mio. EUR. Belastet wurde dieser durch Sondereffekte von 207 Mio. EUR, darunter der Ausstieg aus dem Polyestergeschäft, Wertminderungen bei Oxeno und Rechtskosten. Bereinigt sprang der Gewinn dagegen um 85 % auf 296 Mio. EUR. Operativ war das Quartal somit stärker, als das Nettoergebnis vermuten lässt.

Doch was macht Evonik genau? Der Konzern produziert und verkauft Spezialchemikalien an andere Hersteller. Dazu gehören Methionin für Tierfutter, Kieselsäure für Reifen und Zahnpasta, Zusatzstoffe für Lacke, Klebstoffe und Kunststoffe sowie Wirkstoffe und Transportsysteme für Medikamente. Das schafft Nischen mit attraktiven Margen, macht Evonik aber nicht unabhängig von Konjunktur und Energiepreisen.

Besonders positiv entwickelte sich der Cashflow. In Q2 betrug der operative Cashflow 229 Mio. EUR nach minus 35 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Investitions- und Finanzierungs-Cashflow lagen bei minus 161 beziehungsweise minus 270 Mio. EUR. Im ersten Halbjahr stieg der operative Cashflow auf 636 Mio. EUR, der freie Cashflow von minus 16 auf 232 Mio. EUR. Die Investitionen werden damit wieder aus dem laufenden Geschäft finanziert.
Zum Vergleich: 2025 sank der Umsatz um 7 % auf 14,07 Mrd. EUR. Das bereinigte EBITDA erreichte 1,87 Mrd. EUR bei einer Marge von 13,3 %. Die Bruttomarge lag bei 23,1 %, die Nettomarge mit 265 Mio. EUR Gewinn bei nur 1,9 %. Der operative Cashflow betrug 1,44 Mrd. EUR, der freie Cashflow 695 Mio. EUR.

Zum 30. Juni 2026 lag die Bilanzsumme bei 18,62 Mrd. EUR. Das Eigenkapital betrug 7,93 Mrd. EUR und machte 42,6 % aus, während langfristige Verbindlichkeiten bei 6,90 Mrd. EUR und kurzfristige Verbindlichkeiten bei 3,79 Mrd. EUR lagen. Für 2026 erwartet Evonik nun ein bereinigtes EBITDA von 2,0 bis 2,2 Mrd. EUR. Rückenwind liefern ein starkes Tierernährungsgeschäft und die Lieferprobleme asiatischer Wettbewerber. Dieser Sondervorteil könnte sich jedoch in den kommenden Quartalen wieder abschwächen.

Charttechnisch notiert die Aktie über allen wichtigen Durchschnitten und die 200-Tage-Linie verläuft bei 15,32 EUR. Entscheidend ist die Widerstandszone zwischen 18 und 18,50 EUR. Ein nachhaltiger Ausbruch über das Mai-Hoch bei 18,25 EUR könnte den Weg Richtung 20 EUR öffnen. Scheitert er, wären eine Konsolidierung mit Rücksetzer zur 200-Tagelinie wahrscheinlich.

Zusammenfassung

Wheaton Precious Metals (WPM) skaliert sein hochprofitables Streaming-Modell mit starkem Cashflow und zielt auf den Ausbruch über harte Widerstände Richtung neuer Allzeithochs.
RE Royalties finanziert renditestark Erneuerbare-Energien-Projekte ebenfalls wie WPM über ein Royalty-Modell und wächst profitabel im aktuellen US-Solarboom.
Evonik liefert ein robustes Umsatzwachstum plus starken Cashflow und testet aktuell den wichtigen charttechnischen Widerstand bei 18,25 EUR.



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