Menü

02.07.2025 | 05:45

Der Durchmarsch von Almonty Industries

  • Almonty Industries
Bildquelle: pixabay.com

Das Hartmetall Wolfram wird von einigen Experten als Rohstoff der Zukunft bezeichnet. Der Aussage „der Zukunft“ würden aber wohl viele Marktkenner widersprechen, denn der Mangel an Wolfram ist bereits jetzt erdrückend und lässt die Preise für das rare Metall von einem Allzeithoch zum nächsten springen. Ursächlich für den starken Preisanstieg ist vor allem die stetig verschärfte Zollpolitik der USA gegen China. China konterte gezielt und sehr effizient mit dem Exportverbot oder mit Exportbeschränkungen von diversen strategisch wichtigen Metallen - darunter auch Wolfram. Und durch die Dominanz Chinas im Wolframoxid-Verarbeitungsmarkt von über 80 % sind die Auswirkungen gravierend. Die Industrie braucht Wolfram zur Härtung von Stahl, aber auch in wichtigen militärischen Anwendungen ist Wolfram unabdingbar.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: CA0203981034


 

Almonty Industries - Wie eine Rakete

Von der Knappheit von Wolfram profitierten in den letzten Monaten die Aktionäre des Wolframunternehmens Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker-Symbol: ALI). Der Kurs des Unternehmens hob förmlich wie eine Rakete ab und ein Ende des Steigfluges scheint nicht in Sicht zu sein. Das Gegenteil dürfte sogar der Fall sein, denn bisher ist die starke Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens vorwiegend in Deutschland zentriert. In der letzten Hauptversammlung wurde beschlossen, den Firmensitz des Unternehmens von Kanada in die USA zu verlagern und in Kürze wird das NASDAQ Listing erfolgen. Marktkenner gehen davon aus, dass dieses noch im Juli, spätestens jedoch im August 2025 erfolgen dürfte.

USA stark an Almonty Industries interessiert

Für Almonty Industries ist die Sitzverlegung von strategischer Natur, denn die Nachfrage aus der Rüstungsindustrie der USA, wie auch der Politik, ist sehr hoch. Sie zeigte sich zuletzt auch in einem vom Ausschuss des US-Kongresses verschickten Brief an die Geschäftsleitung von Almonty Industries. Dieser Brief des Ausschusses des US-Kongresses an den noch kanadischen Rohstoffproduzenten kann über diesen Link abgerufen werden.

Durch die Firmensitzverlegung und das kommende NASDAQ-Listing erschließt sich das Wolframunternehmen den Zugang zum kapitalstarken Finanzmarkt der USA. Dadurch steigt nicht nur die Nachfrage von US-Firmen nach Wolfram von Almonty Industries, sondern auch die bereits starke Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens dürfte noch einmal stark ansteigen.

1 Mrd. CAD-Bewertung geknackt

Durch die starke Nachfrage nach den Aktien von Almonty Industries hat das Unternehmen am vergangenen Mittwoch mit Überspringen der 3,45 CAD je Aktie die 1 Mrd. CAD-Bewertung geschafft. Keine vier Handelstage später kratzte die Aktie diesen Montag mit 3,44 USD bereits an der Milliardenschwelle, gerechnet in USD. Wenn in Kürze das NASDAQ Listing erfolgt, dürfte die Nachfrage nach den Unternehmensaktien noch einmal zulegen, denn dann dürfte die Aufnahme der Aktie in verschiedene Indizes erfolgen. CEO Lewis Black gab erst am Montag bekannt, dass das Unternehmen zukünftig im S&P/TSX Global Mining Index vertreten sein wird.

„Wir fühlen uns geehrt, in den S&P/TSX Global Mining Index aufgenommen zu werden“, sagte Lewis Black, President und Chief Executive Officer von Almonty Industries. "Diese Anerkennung unterstreicht die kontinuierliche Umsetzung unserer Strategie und die zunehmende Bedeutung von Almonty als führender Anbieter von Wolfram für den Verteidigungsbedarf der USA und ihrer Verbündeten. Wir freuen uns darauf, diese Dynamik zu nutzen, während wir unser Sangdong-Projekt weiter vorantreiben und versuchen, für meine Mitaktionäre einen nachhaltigen, langfristigen Wert zu schaffen."

Almonty Industries noch liquider

Da mit dem NASDAQ-Listing nicht nur die Handelbarkeit der Aktie weiter ansteigen, sondern die Aktie auch noch liquider wird, werden nach und nach immer mehr themenspezifische Fonds und ETFs die Aktie von Almonty Industries in ihr Produktportfolio aufnehmen.
Das könnten Fonds mit Fokus Rohstoffe sein, oder ETFs für strategische Metalle oder aber auch Anlagevehikel, die den Rüstungssektor und dessen Zulieferer abbilden. Daher dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis mit dem Erreichen der 3,46 USD Marke auch die Schallmauer der 1 Mrd. im USD durchbrochen werden wird.

Immer mehr Nachfrage

Die Nachfrage nach Wolfram ist sehr hoch und die letzten Abnahmeverträge mit teils exklusiver Lieferung für die US-Rüstungsindustrie geben die Stoßrichtung für weitere Kursanstiege vor. Zuletzt wurde eine Abnahmevereinbarung mit dem US-Rüstungsunternehmen Tungsten Parts Wyoming (TPW) über drei Jahre und über mind. 40 t Wolframoxid im Monat geschlossen. Aufhorchen ließ hier vor allem, dass eine Preisuntergrenze für die Wolframlieferungen von Almonty Industries vereinbart worden ist. Verarbeiten und aufbereiten wird das Wolframoxid der israelische Wolframverarbeiter Metal Tech (MT). Dies wurde im Kontext mit dem Rüstungsunternehmen Tungsten Parts Wyoming direkt mitvereinbart.

Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung

Die Analysten von GBC Research hatten zuletzt ihr Kursziel für Almonty Industries deutlich erhöht. Sie sehen die Aktie zum Veröffentlichungsszeitpunkt weiterhin als klaren „Kauf“ an. Die neuerlichen Abnahmeverträge mit TPW und dem Verarbeiter MT machten eine Anpassung ihres DCF-Modells nötig, denn dieser Vertrag verändert die Umsatzerwartungen deutlich. Lag das Kursziel in der letzten Analyse noch bei 4,20 CAD (2,69 EUR), so wurde es zuletzt auf 5,50 CAD (3,52 EUR) angehoben. Da bei der letzten Besprechnung der Aktie der Aktienkurs noch bei einem Kursniveau von 3,10 CAD (2,00 EUR) lag, wäre die Kurszielerhöhung auf 5,50 CAD ein prozentualler Anstieg von über 77 % gewesen.

Einige Analysten hielten das für zu optimistisch, doch mehrere Kursschübe später notiert die Aktie bereits bei 4,48 CAD und hat mit dem Kursanstieg um 44,5 % bereits mehr als die Hälfte dieses prognostizierten Kursanstieges erreicht. Ob der Kursanstieg jedoch unvermittelt weiter fortgesetzt wird oder kurzfristig Gewinnmitnahmen neuen Investoren die Chance geben, bei der Aktie noch einmal günstiger einzusteigen, das kann derzeit nicht seriös gesagt werden. Wahrscheinlich hätte auch kaum einer erwartet, dass sich die Aktie nach dem 200 % Anstieg im ersten Quartal ab Mai 2025 noch einmal verdoppelt.

Interview zwischen GBC Research Analyst Matthias Greifenberger mit Lyndsay Malchuk von Stockhouse Publishing über Almonty Industries.

Video: Überblick zu Almonty Industries

Ein gute kurze Zusammenfassung zu Almonty Industries und dem Wolframmarkt sowie den Abhängigkeiten von China findet sich in diesem bereits über 800.000 Mal geklickten Video von Stockhouse: Youtube

Fazit

Die Aktie von Almonty Industries ist in den letzten 20 Monaten beständig und teils deutlich angestiegen. Das Interesse an Wolfram ist von Unternehmen aus den USA wie auch der EU sehr hoch, denn sie müssen den fehlenden Rohstoff aus China durch andere Quellen ersetzen. Im nennenswerten Umfang kann das nur Almonty Industries, die noch in diesem Quartal die erste Produktion aus der Sangdong Mine aus Südkorea erwarten.

Quelle: Jahreschart von Almonty Industries aus LSEG Data & Analytics

Interessenskonflikt

Gemäß § 85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Ita Joka S. A. sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Ita Joka S. A. (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Ita Joka S. A. ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Ita Joka S. A. für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Ita Joka S. A. bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf derfinanzinvestor.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Ita Joka S. A. und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Ita Joka S. A. und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Weitere Kommentare zum Thema:


Almonty Industries: Wolfram - Zwischen Rüstungsboom und Chip-Krise

Almonty Industries: Wolfram - Zwischen Rüstungsboom und Chip-Krise

Kommentar vom 14.04.2026 | 05:45

Die Welt ist mit dem Krieg im Iran weiter aus dem Gleichgewicht geraten und die geopolitische Landkarte verschiebt sich immer schneller und stärker. Diese Machtverschiebungen machen sich auch bei den Rohstoffpreisen bemerkbar und lassen Industriemetalle wie Wolfram in den Mittelpunkt ganzer Wertschöpfungsketten geraten. Aufgrund seiner extremen Dichte, seiner Härte und seines außergewöhnlich hohen Schmelzpunktes ist es für panzerbrechende Munition, Raketenteile und hochpräzise Waffensysteme unersetzlich. Gleichzeitig ist es ein unverzichtbares Prozessmaterial in der modernen Chipfertigung von z.B. 200-lagigen 3D-NAND-Speicherchips (200+ Layer Chips), die vorwiegend in Rechenzentren und KI-Anwendungen eingesetzt werden.

Zum Kommentar


Das strategische Rückgrat des Westens: Almonty Industries

Das strategische Rückgrat des Westens: Almonty Industries

Kommentar vom 30.03.2026 | 05:45

Das weißglänzende Schwermetall Wolfram ist kein gewöhnlicher Rohstoff. Mit einem sehr hohen Schmelzpunkt von 3.422 °C, einer vergleichbaren Dichte wie das edle Metall Gold und einer außergewöhnlichen Härte ist es extrem wichtig für Panzerungen, Munition, Röntgengeräte, Halbleiter, Hochleistungswerkzeuge sowie für die Luft- und Raumfahrt und dort auch kaum ersetzbar. Wer daher den Zugang zum Rohstoff Wolfram kontrolliert, beherrscht einen der zentralen Hebel moderner Industrie- und Rüstungsproduktion. Genau das ist eine wesentliche Herausforderung der NATO-Staaten, denn China kontrolliert rund 80 % der globalen Wolfram-Produktion. Gemeinsam mit Russland und Nordkorea steigt dieser Anteil auf rund 95 %. Gleichzeitig haben die USA seit dem Jahr 2015 kein Wolfram mehr kommerziell gefördert und das weiß und nutzt auch China im Wirtschaftskrieg gegen die USA.

Zum Kommentar


Kleiner Explorer, großer Hebel auf Antimon - Antimony Resources: Auf den Spuren von Almonty Industries?

Kleiner Explorer, großer Hebel auf Antimon - Antimony Resources: Auf den Spuren von Almonty Industries?

Kommentar vom 27.03.2026 | 05:45

Wie schnell der Krieg gegen den Iran auch in Europa und Deutschland angekommen ist, kann nicht nur an den Zapfsäulen der Tankstellen, sondern auch seit dieser Woche bei der Versorgung der Industrie und Krankenhäuser mit Heliumgas gesehen werden. Doch die Versorgung mit Rohstoffen ist für jede entwickelte Nation wichtig und der Ausfall selbst vermeintlich unbekannter Metalle wie Antimon hätte gravierende Folgen. Noch wenig beachtet, besitzt Antimon wie Helium eine hohe wirtschaftliche wie auch geopolitische Relevanz. So wird Antimon zur Härtung von Bleiplatten in Energiespeichern benötigt, aber auch in der Rüstungsindustrie ist es ein zentraler Munitionsbestandteil. Ebenso wird Antimon in der Halbleiterindustrie und als optoelektronisches Bauelement genauso in Form von Antimontrioxid als Flammschutzmittel eingesetzt. Welches Unternehmen profitiert direkt?

Zum Kommentar