27.02.2026 | 05:45
Weiter starkes Wachstum voraus - Almonty Industries, Salesforce, Deutsche Telekom
In den letzten Tagen stand die Reise von Bundeskanzler Merz nach China im Vordergrund der Berichterstattungen deutscher Medien. Doch die Entscheidung des US-Supreme Courts zur Aufhebung der durch US-Präsident Donald Trump per Erlass eingeführten Zölle sowie seine „Trotzreaktion“ mit neuen Sonderzöllen gegen China poppte diese Woche wieder hoch. Das chinesische Handelsministerium warnte vor Vergeltungsmaßnahmen, sollte die USA diese neuen Zölle einführen. Entsprechend reagierten die Rohstoffmärkte und vor allem die Seltenen Erden wieder mit deutlichen Preisaufschlägen. Wer davon profitiert und was es sonst Neues gibt:
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA0203981034 , DE0005557508 , US79466L3024
Almonty Industries: Immer höher hinaus
Die Aktie von Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker ALI) war in den letzten zwei Jahren einer der Highflyer an der deutschen, der kanadischen und mittlerweile auch der US-amerikanischen Börse. In diesem Jahr wird das Unternehmen zum größten Wolframproduzenten außerhalb Chinas, Russlands und Nordkoreas aufsteigen, denn Almonty Industries fährt seine Wolframmine Sangdong in Südkorea seit Mitte Dezember 2025 hoch. Wie wichtig die neue Produktion ist, zeigt der Wolframpreis mehr als deutlich.
Seit dem Zollkonflikt zwischen China und den USA ist der Preis für Wolfram förmlich explodiert. Kostete die Tonne des Industriemetalls in 2024 noch 500 USD, so verdoppelte sich der Preis bis Ende 2025 auf über 1.000 USD. Doch wer dachte, der neue Gleichgewichtspreis sei damit erreicht, der irrte gewaltig. Seit Jahresanfang bis letzten Freitag, den 20. Februar 2026, stieg der Preis unaufhaltsam weiter auf zuletzt mehr als 1.750 USD je Tonne. Gespannt werden die Marktteilnehmer daher am heutigen Freitag auf die neuen Daten aus Rotterdam schauen, denn es ist davon auszugehen, dass die Preise auch diese Woche weiter angestiegen sind.
Das dürfte daran liegen, dass US-Präsident Trump über das Wochenende wieder an der Zollschraube gedreht hat und damit die mühsamen Verhandlungen zwischen China und den USA in 2025 zu Nichte gemacht hat. China hat bereits diesen Montag mit Gegenmaßnahmen gedroht, was die Preise für Seltene Erden im Laufe der Woche wieder ansteigen ließ. Es ist daher davon auszugehen, dass auch der Preis für Wolfram weiter angezogen hat und sich dies wiederum positiv für die bereits signifikanten Margen bei Almonty Industries auswirken sollte.
Da der Analyst Peter Thilo Hasler von Sphene Capital zur Berechnung des Kursziels von 20,10 CAD mit einem „Spottpreis“ von Wolfram von 1.250 USD/t kalkuliert hat, sich der Wolframpreis aber bereits 40 % oberhalb des angenommenen Preisniveaus befindet, dürfte dieses Kursziel als aktueller Perspektive als sehr konservativ eingeschätzt werden.
Deutsche Telekom erhöht Dividende
Die Deutsche Telekom (WKN: 555750 | ISIN: DE0005557508 | Ticker-Symbol: DTE) setzt ihren Wachstumskurs unverändert fort und will auch dieses Jahr das Vorjahr übertreffen. Mit Vorlage der Jahreszahlen für 2025 konnte der Telekommunikationskonzern aus Bonn den Investoren mitteilen, dass der Umsatz um 2,9 % auf 119,1 Mrd. EUR gesteigert werden konnte. Das bereinigte EBITDA stieg sogar um ca. sieben Prozent auf 47,4 Mrd. EUR und überraschte die Analysten positiv, die im Schnitt mit 900 Mio. EUR weniger gerechnet hatten. Leicht unter den Erwartungen, aber um 200 Mio. EUR über dem Ergebnis vom vorangegangenen Jahr, lag der freie Cashflow mit 19,8 Mrd. EUR. Hier hatten sich die Marktteilnehmer mit erwarteten 20,1 Mrd. EUR etwas mehr erhofft. Unterm Strich fiel der Gewinn wegen des konsequenten Ausbaus des Glasfasernetzes mit 9,6 Mrd. EUR aber geringer aus als im Vorjahr mit 11,2 Mrd. EUR.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Herr Tim Höttges, kommentierte die Kennzahlen zum abgelaufenen Quartal und Geschäftsjahr wie folgt: „Wir haben unsere Netzführerschaft ausgebaut, verbessern unser Geschäft in allen Bereichen durch den konsequenten Einsatz künstlicher Intelligenz und setzen so unseren Erfolgskurs fort. Wir liefern weiterhin verlässliches und nachhaltiges Wachstum.“ Die Dividende soll entsprechend angepasst und von 0,90 EUR auf 1,00 EUR je Anteilsschein erhöht werden. Die Investoren nutzten derweil die Bestätigung der guten Kennzahlen, um die ersten Gewinne des 30 % Kursanstiegs der letzten vier Wochen mitzunehmen und das drückte den Kurs am gestrigen Handelstag auf 33,02 EUR.
Salesforce meldet sich wieder zurück
Die letzten zwölf Monate waren für die Aktionäre des US-Softwareriesen Salesforce (WKN: A0B87V | ISIN: US79466L3024 | Ticker-Symbol: FOO) voller Unsicherheiten und von Kursrückgängen mit über 50 % geprägt. Kostete die Aktie im Januar 2025 noch 367 USD, waren es am Montag dieser Woche nur noch 174,57 USD. Doch im Vorfeld der Quartalskennzahlen positionierten sich die ersten Anleger bei der Aktie und setzten auf eine positive Überraschung. Entsprechend zog die Notierung an und die Aktie stieg auf zuletzt 192 USD.
Die Wette der Aufkäufer der letzten Tage ging auf, denn der Umsatz des in Kalifornien ansässigen Softwareanbieters legte im vierten Quartal zweistellig zu. Im Vergleich zum vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz im vierten Quartal 2026 um zwölf Prozent auf 11,20 Mrd. USD an. Davon blieben netto 1,943 Mrd. USD übrig, nachdem im Vorjahresquartal das Nettoergebnis bei 1,708 Mrd. USD lag. Das entspricht einem Anstieg von 13,76 %. Der Vorstandsvorsitzende Marc Benioff sagte dazu: „Wir haben ein phänomenales Quartal zum Abschluss eines Rekordgeschäftsjahres 2026 hingelegt.“ Daran sollen die Aktionäre direkt durch eine Dividendenerhöhung von 6 % auf 0,44 USD je Aktie beteiligt werden. Indirekt soll der Aktienkurs über ein 50 Mrd. USD schweres Aktienrückkaufprogramm gestützt werden, denn aus Sicht der Geschäftsführung ist die Aktie derzeit deutlich unterbewertet.
Fazit
Während Salesforce durch das Aktienrückkaufprogramm nun möglicherweise eine Trendwende hinlegen könnte, laufen die Aktien von der Deutschen Telekom bereits seit ca. vier Wochen wieder deutlich gen Norden. Noch stärker sieht die Aktie von Almonty Industries aus, denn durch den signifikanten Anstieg des Wolframpreises dürften die Gewinne in 2026 höher ausfallen, als die meisten Marktteilnehmer dies derzeit im bereits deutlich gestiegenen Aktienkurs berücksichtigen.