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09.03.2026 | 05:45

Rohstoffrally und Allzeithochs - Almonty Industries, Occidental Petroleum, Petroleo Brasileiro, Petrobras

  • Almonty Industries
  • Occidental Petroleum
  • Patroleo Brasileiro
  • Petrobras
Bildquelle: pixabay.com

Die Auswirkungen des Angriffskriegs von Israel und der USA auf den Iran sind längst auch im Alltag in Deutschland angekommen. Spätestens an den Zapfsäulen der Tankstellen sind die ersten Preisschübe zu sehen. Doch nicht nur dort, auch an den Zinsmärkten bleibt der Irankrieg nicht ohne Folgen. So stieg der Zinssatz für 10-jährige deutsche Staatsanleihen seit Kriegsbeginn innerhalb einer Woche um 0,22 Prozentpunkte von 2,64 % auf 2,86 % an. Entsprechend verteuern sich auch Immobilienkredite, die meist mit einem Aufschlag von einem Prozentpunkt auf 10-jährige Staatsanleihen von den Banken angeboten werden. Doch auch die Preise für Rohstoffe ziehen weiter an und davon profitieren die folgenden Unternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: CA0203981034 , BRPETRACNPR6 , US6745991058


 

Almonty Industries: Wolframpreis stieg immer höher

Mehr als verdoppelt hat sich seit Jahresanfang 2026 der Preis für Wolfram. Kostete das extrem hitzebeständige Schwermetall in der letzten Dezemberwoche 2025 noch 900 USD je Unze, wurden in der letzten Februarwoche 2026 bereits 1.998 USD aufgerufen. Durch den Irankrieg stieg der Metallpreis um weitere 7,9 % auf nun bereits 2.195 USD an und ein Ende ist derzeit noch nicht in Sicht. Das liegt vor allem daran, dass dieses stahlverstärkende Legierungselement nicht nur für Hartmetallwerkzeug oder als Schweißelektrode unabdingbar ist, sondern - wegen der hohen Hitzeresistenz - auch für die Luft- und Raumfahrt als Komponente der Raketendüsen benötigt wird. Da China jedoch den Export von vielen Metallen (u.a. Wolfram) signifikant verringert hat, ist das global verfügbare Angebot ebenfalls stark eingeschränkt.

Am stärksten von dieser Sondersituation profitiert das Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker ALI). Dieses Unternehmen schwingt sich gerade zum größten Wolframproduzenten außerhalb Chinas, Russlands und Nordkoreas auf und das hat der Markt erst in den letzten beiden Jahren erkannt. Stieg die Aktie in 2024 um „nur“ 60 % an, so war der Anstieg in 2025 mit über 800 % gewaltig. Doch damit ist die Aufwärtsbewegung immer noch nicht vorbei, denn allein seit Jahresanfang 2026 stieg die Aktie noch einmal um über 111 % an. Zuletzt kostete ein Anteilsschein des Unternehmens 25,44 CAD bzw. 16,16 EUR.

Da Almonty Industries seit Mitte Dezember 2025 seine Minenproduktion in der größten Wolframmine außerhalb Chinas hochfährt, erwartet der CEO Lewis Black in 2026 eine Minenproduktion für das Gesamtjahr von ca. 640.000 t Wolframerz. Der zu erwartende Cashflow soll dann für die zweite Ausbaustufe der Sangdong-Mine verwendet werden, um die Abbaurate möglichst verdoppeln zu können. Doch nicht nur in Südkorea will das Unternehmen weiter investieren, auch das im letzten Jahr erworbene Gentung Browns Lake Projekt im US-Bundesstaat Montana soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 zur Produktionsreife geführt werden.

Petroleo Brasileiro auf Übergewichten

Das brasilianische Erdölunternehmen Petroleo Brasileiro (WKN: 899019 | ISIN: BRPETRACNPR6 | Ticker-Symbol: PJXB) konnte das Gesamtjahr 2025 besser abschließen, als die meisten Analysten erwartet hatte. Trotz eines herausfordernd niedrigen Ölpreises, der zwischen 55 USD bis 80 USD stark schwankte und zu durchschnittlich 69,1 USD je Barrel verkauft wurde, konnte der Ölriese seine operative Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellen. Der Umsatz im vierten Quartal 2025 stieg auf 23,61 Mrd. USD an und übertraf die Erwartungen um 6,26 %. Der Gewinn je Aktie konnte auf 0,5601 USD gesteigert werden, während die Analysten nur 0,5427 USD erwartet hatten.

Auf Grund der starken Ölpreisschwankungen beeindruckte die Analysten vor allem das hohe EBITDA von 42,5 Mrd. USD im Gesamtjahr, welches die Brasilianer erzielen konnten. Das war zwar ca. 5 % niedriger als 2024 mit 43,8 Mrd. USD, lag aber ebenfalls über den Erwartungen. Die positive Überraschung bei den Geschäftszahlen lieferte vor allem der 11 %ige Anstieg der Tagesproduktion von durchschnittlich 2,99 Mio. Barrel Öläquivalenten (BOE). Durch den starken Anstieg des Ölpreises im Zuge des Irankrieges, dürften die guten Kennzahlen aus 2025 in diesem Jahr wieder übertroffen werden. Morgan Stanley belässt die Aktie daher auf „Übergewichten“, erhöhte das Kursziel zuletzt aber von 17,50 USD auf 20,00 USD.

Occidental Petroleum stärkt Bilanz

Der Erdölkonzern Occidental Petroleum (WKN: 851921 | ISIN: US6745991058 | Ticker-Symbol: OPC) konnte - durch den Verkauf seiner OxyChem-Sparte an Berkshire Hathaway - seine Verschuldung seit Mitte Dezember 2025 um 5,8 Mrd. USD reduzieren. Damit beträgt die Schuldenlast nur noch 15 Mrd. USD mit Stand Januar 2026. Im Zuge der Schuldenreduktion und des reduzierten Zinsdienstes wurde beschlossen, dass die nächste Quartalsdividende zum 15. April 2026 um 8 % auf 0,26 USD angehoben wird. Damit hat die Unternehmensführung die Dividendenzahlung an die Aktionäre in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt.

Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen zudem durchschnittlich 1,481 Mio. BOE am Tag produzieren, wobei im abgelaufenen vierten Quartal 2025 nur ca. 59,22 USD je Barrel Umsatz erzielt werden konnte. Aufgrund der deutlichen Schuldenreduzierung aber auch wegen des ansteigenden Ölpreises, hat die Ratingagentur Fitch den Ausblick des Unternehmens zuletzt von BBB- auf BBB angehoben. Da Occidental Petroleum im Laufe des Jahres die Schulden weiter reduzieren und Anleihen zurückkaufen will, könnte eine weitere Anhebung des Ratings seitens Fitch im Laufe des Jahres die Folge sein.

Fazit

Nicht erst seit dem Irankrieg profitieren die Rohstoffproduzenten im Allgemeinen. Aber durch die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten, ziehen die Preise für Rohstoffe und vor allem für Erdöl deutlich an. Davon profitieren die vorgestellten Unternehmen aus dem Ölbereich direkt, während Almonty Industries durch den schwelenden Zollkrieg zwischen den USA und China profitiert.



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