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02.06.2026 | 05:45

Deutliche Aufhellung und Kaufempfehlungen - Aixtron, HPQ Silicon, Infineon

  • Aixtron
  • HPQ Silicon
  • Infineon
Bildquelle: Pixabay

Die aktuelle Marktdynamik im Technologie- und Halbleitersektor wird maßgeblich durch Innovationen bei hochdichten Energiespeichern und den Ausbau der KI-Infrastruktur getrieben. Während neuartige Batterietechnologien messbare Leistungssteigerungen für Spezialanwendungen erzielen, durchlaufen Chipentwickler einen zyklischen und sehr dynamischen Wandel. Welche Unternehmen in diesem Bereich gerade gefragt sind, lesen Sie hier:

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA40444L1031 , DE000A0WMPJ6 , DE0006231004


 

HPQ Silicon auf dem Weg zur Serienfertigung

Das Unternehmen HPQ Silicon (WKN: A3DQZ3 | ISIN: CA40444L1031 | Ticker-Symbol: O08) hat sich auf hochdichte Energiespeicherlösungen fokussiert, um vom starken Trend der Elektrifizierung, Drohnen- & Industrieanwendungen sowie vom Wachstum von Rechenzentren zu profitieren. Dabei setzen die Kanadier auf siliziumbasierte Anodenmaterialien und positionieren sich als Lieferant für margenstärkere Nischenmärkte. Die neue GEN4-Technologie des Unternehmens zielt darauf ab, Energiedichte und Leistungskennzahlen zu verbessern, ohne bestehende Serienproduktionslinien neu aufbauen zu müssen.

Der letzte Durchbruch ist HPQ Silicon zusammen mit Novacium mit dem halbfesten Elektrolyt-8S-Drohnen-Akkupack gelungen. Dieser liefert bemerkenswerte 15.900 mAh und 395 Wh/kg an Leistungskennzahlen und wiegt ca. 1,16 kg. Diese Werte sind eine deutliche Verbesserung gegenüber herkömmlichen Batterien (23 % - 36 %) und verbessern die relevante Flugzeit und Nutzlast für Drohnensysteme. Unter der Marke HPQ Endura+ besitzt HPQ Silicon die ausschließlichen Vermarktungsrechte für ganz Nordamerika und beabsichtigt laut der Absichtserklärung vom 15. Mai 2026 zwischen dem Anteilsunternehmen Novacium (eine 36,8%ige Beteiligung von HPQ Silicon) und GH Technologies, auch nach Asien zu expandieren.

Die Pläne zielen auf GEN4-Zellen in gängigen Formfaktoren ab, denn mehr als 57 % der weltweiten Nachfrage nach zylindrischen Lithium-Ionenzellen stammen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Dafür wird nun eine Zertifizierungs- und Umsetzungsinitiative zwischen beiden Unternehmen gestartet, die eine spätere Kommerzialisierung ermöglichen soll. Diese Vereinbarung kann den Weg für erste Abnahmen aus Asien ebnen, vorausgesetzt, die Langzeitdaten zur Zyklenstabilität, zu Temperaturbedingungen und zu Sicherheitszertifizierungen liegen vor und überzeugen die dortigen Unternehmen.

Aixtron mit Ergebnisdelle, aber Kaufempfehlung

Aixtron (WKN: A0WMPJ | ISIN: DE000A0WMPJ6 | Ticker-Symbol: AIXA) lieferte im ersten Quartal 2026 ein zyklisches Bild ab. Der Umsatz fiel gegenüber dem Vorjahr um 47 % auf 59,4 Mio. EUR und damit bereits das dritte Quartal in Folge. Gleichzeitig sank die Bruttomarge auf 18 % (Vorjahr 30 %) und das Betriebsergebnis (EBIT) drehte auf minus 22,3 Mio. EUR. Operativ ist das eine deutliche Ergebnisdelle, wie sie im Halbleitersektor bei Kaufzurückhaltung der Kunden oft überproportional stark ausfällt. Stabil ist aber die Finanzseite des Konzerns. Der freie Cashflow stieg um 63 % auf 48,5 Mio. EUR an und damit auch die verfügbaren liquiden Mittel auf 272,7 Mio. EUR.

Es deutet sich aber beim Auftragseingang eine Trendwende an, denn dieser sprang im ersten Quartal auf 171,4 Mio. EUR (plus 30 %), wobei Optoelektronik knapp 70 % ausmachte. CEO Felix Grawert verweist hier explizit auf eine „außergewöhnlich starke Auftragsdynamik“ in der Optoelektronik, die auch über das Jahr 2026 hinausreiche. Dazu passt die Erwartung für das zweite Quartal 2026 von 110 Mio. EUR Umsatz und die angehobene Jahresprognose von 530 bis 590 Mio. EUR (Vorjahr 556,6 Mio. EUR). Für 2026 stellt Aixtron zudem eine Bruttomarge von rund 42 % und eine EBIT-Marge von rund 17 bis 20 % in Aussicht. Aus Sicht des schwachen Jahresstarts ambitioniert, aber schlüssig mit den Erwartungen der Geschäftsführung.

Analystenseitig bestätigt Jefferies ihr „Buy“ und begründet dies mit verbesserter Berechenbarkeit der Kundenaktivitäten nach Gesprächen im europäischen Halbleitersektor. Das Kursziel wurde von 35,00 € auf 55,30 € angehoben. Da die Aktie zuletzt bei knapp 55,40 EUR notierte, sind die Erwartungen von Jefferies bereits eingepreist und es ist kein „Sicherheitsabstand“ mehr vorhanden.

Infineon und die KI-Energieinfrastruktur

Infineon (WKN: 623100 | ISIN: DE0006231004 | Ticker-Symbol: IFX) positioniert sich immer stärker im KI-Infrastruktur-Ökosystem. Mit dem Einstieg in NVIDIAs MGX-Ökosystem und einer 800-Volt-Stromversorgungsarchitektur für künftige Racks soll eine effizientere Leistungsverteilung in den Rechenzentren erreicht werden. Mit wachsender Rechenleistung steigt die Stromdichte und damit steigt auch die Relevanz von Leistungshalbleitern (Silizium, SiC, GaN) an.

Gleichzeitig deutet die Analystenseite von Jefferies mit dem „Buy“-Votum auf eine Entspannung nach der Halbleiterflaute hin. Anfang Mai 2026 wurde das Kursziel bereits von 52 EUR auf 75 EUR erhöht und diese Woche noch einmal bestätigt. Da die Aktie aber bereits über 80 EUR notiert, ist das eigentliche Kursziel bereits überschritten.

Infineon lieferte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 robuste Kennzahlen. Der Konzernumsatz stieg um 6 % auf 3,812 Mrd. EUR, die Bruttomarge blieb mit 38,7 % stabil. Die Ergebnismarge verbesserte sich auf 17,1 % (Vorjahr 16,7 %) und das operative Ergebnis legte auf 458 Mio. EUR (Vorjahr 318 Mio. EUR) zu. Der freie Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten war mit minus 63 Mio. EUR zwar negativ, verbesserte sich jedoch gegenüber minus 237 Mio. EUR im Vorjahr deutlich.

Fazit

HPQ Silicon entwickelt GEN4 Siliziumanoden für Drohnenakkus und will im nächsten Schritt nach Asien expandieren. Aixtron meldete eine Umsatzdelle im ersten Quartal, sieht aber durch die sichtbare Auftragsdynamik eine deutliche Verbesserung im weiteren Jahresverlauf. Infineon treibt die KI-Infrastruktur mit NVIDIA MGX und 800 Volt voran, ist aber schon über das Kursziel von Jefferies hinausgeschossen und könnte in eine technische Korrektur übergehen.



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