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02.02.2026 | 05:45

Software, Chips, Tokenisierung – Infineon, Finexity, PayPal

  • Infineon
  • Finexity
  • PayPal
Bildquelle: pixabay.com

Der massive Shortangriff auf Gold und Silber bestimmte am vergangenen Freitag vor dem Wochen- und Monatsschluss die internationalen Börsen. Vorab hatte bereits der starke Anstieg der Edelmetalle viele überrascht und der Anfang 2025 noch 20 Mrd. USD kleine Nischeninvestmentmarkt von Silber verdreifachte sich trotz des signifikanten Kursrücksetzers vom Freitag. Doch im Vergleich zu Magnificent 7 Aktien wie Nvidia, die eine Marktkapitalisierung von 4.640 Mrd. USD aufweist, entspricht der aktuelle Silbermarkt nicht einmal 1,3 % dieser einzigen KI-Aktie.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE0006231004 , DE000A40ET88 , US70450Y1038


 

Infineon profitiert vom KI-Boom

Der Halbleitersektor ist dank des KI-Booms auf einem Höhenflug und das befeuert auch die Aktien des Sektors. So überzeugten zuletzt die Quartalsberichte von Texas Instruments und dem niederländischen Chipausrüster ASML die Investoren. Entsprechend beflügelte dies auch die Aktie des deutschen Halbleiterkonzerns Infineon Technologies AG (WKN: 623100 | ISIN: DE0006231004 | Ticker-Symbol: IFX). Dieses in Neubiberg bei München ansässige Unternehmen hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Mikrocontroller eine globale Spitzenposition mit einem globalen Marktanteil von über 21 % erarbeitet.

Der Halbleiterhersteller wird von der Schweizer Großbank UBS nach wie vor als „Kauf“ angesehen mit einem Kursziel von 44 EUR. Deren Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht die wachsenden Lagerbestände im Halbleitersektor als wichtigen prozyklischen Indikator für eine sich bessernde Auftragslage an. Gespannt blicken die Investoren daher auf die am 4. Februar zu veröffentlichenden Kennzahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26.

Finexity – Börsenplatz & Tokenisierung

Das Digitalisierungsunternehmen Finexity (WKN: A40ET8 | ISIN: DE000A40ET88 | Ticker-Symbol: FXT) aus Hamburg hat im vergangenen September den Sprung an die Börse gewagt. Mit einer damaligen Anfangsnotiz von 36 EUR konnte sich das Fintech Unternehmen mit nun 46 EUR bereits auf dem Parkett etablieren und auch die neuen Anleger und Investoren seit dem Börsengang überzeugen.

Das Unternehmen entwickelt am Standort Hamburg Software, die bekannte Finanzinstitute wie die Volks- und Raiffeisenbanken oder auch Sparkassen in Deutschland nutzen. Dadurch, dass Finexity seine Softwarelösungen auch als White-Label-Lösung anbietet, werden die Produkte auch von anderen Unternehmen im Banken- und Vermögensverwaltungsbereich genutzt. Auch wenn die Finexity-Software so auf den ersten Blick unerkannt bleibt, steigen die Umsätze des Unternehmens beständig an.

In den letzten Jahren hat sich Finexity zudem mehr und mehr zu einem Tokenisierungsunternehmen entwickelt, welches echte Sachwerte in die virtuelle Welt transferiert und damit einfacher handelbar macht. Vor allem dieses stark wachsende Segment der Tokenisierung von verschiedenen Assetklassen, die Finexity im Kundenauftrag umsetzt, trägt zum anziehenden Geschäftsvolumen bei. Dies können in Anteile aufgeteilte und tokenisierte Immobilien, Infrastrukturprojekte, Gemälde, Anleihen oder auch Wertpapiere sein. Über die selbst entwickelte DLT-TSS-Handelsplattform können die tokenisierten Assets ge- und verkauft werden.

Mit der Übernahme von 90,1 % der Anteile an der Effecta GmbH im vergangenen Jahr konnte eine gemeinsame Abwicklungsplattform als Börsenplatz zusammengelegt werden, auf die mehr als 50 Emittenten und Vermittler sowie mehr als 80.000 Anleger zugreifen und ihre Order abwickeln können. Bereits in 2025 wurden Transaktionen von mehr als 100 Mio. EUR über die Plattform abgewickelt. Der globale Markt von tokenisierten Vermögenswerten soll dabei in den nächsten Jahren stark ansteigen. In 2024 lag dieser bereits bei ca. 600 Mrd. USD, soll aber bis 2030 rasant auf fast 11.000 Mrd. USD ansteigen, was einem jährlichen Wachstum von 50 % entspricht. Ein spannendes Geschäftsfeld für die Hamburger und deren Aktionäre.

PayPal Holdings - Neue Neunjahrestiefs voraus?

Am 3. Februar 2026 will die PayPal Holdings (WKN: A14R7U | ISIN: US70450Y1038 | Ticker-Symbol: 2PP) ihre Kennzahlen zum abgelaufenen vierten Quartal 2025 veröffentlichen. Durch den signifikanten Kursverlust der letzten Quartale und die negativen Analystenkommentare der letzten Zeit ist die Lage bei den Aktionären des Unternehmens stark angespannt. Mit einem neuen Zweijahrestief am vergangenen Freitag bei 52,06 USD ist das letzte Tief von Oktober 2023 bei 50,25 USD nicht mehr weit. Sollte dieses unterschritten werden, würden sofort neue Neunjahrestiefs entstehen und ein nächster Halt wäre erst bei der Widerstandszone von 45,07 USD zu finden. Vom aktuellen Stand wäre das ein drohender Verlust von noch einmal knapp 15 %.

Positiv entwickelt sich aber das Geschäft von PayPal im Handel, bei dem junge Konsumenten zunehmend die Bezahlungen über Kryptowährungen vornehmen. Vier von zehn Händlern akzeptieren diese Bezahloption bereits und neun von zehn Händlern bestätigten die kundenseitige Nachfrage nach der Bezahlmöglichkeit mit Kryptowährungen. Unternehmen, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren, erzielen laut PayPal bereits 26 % der Umsätze daraus. Nach Ansicht von PayPal zeigt dies den Übergang der digitalen Assets vom bisherigen gelegentlichen Testeinsatz der Kunden hin zum Alltagsgebrauch innerhalb der jüngeren Konsumentenschicht. Da PayPal im vergangenen Juli in den USA das Krypto-Checkout-Tool für US-Händler eingeführt hat, kann sich das Unternehmen in diesem Markt bereits Marktanteile sichern. Auch wenn das kurzfristig nicht vor neuen Tiefs schützen dürfte, eröffnet sich ein mittelfristiger bis langfristiger Zukunfts- & Wachstumsmarkt für das Unternehmen.

Fazit

Digitale Assets finden immer stärker in der Investorenwelt Nachfrage, während in der Konsumentenwelt immer mehr die Kryptowährungen bei Bezahlvorgängen Anwendung finden. Wer auf den starken Wachstumsmarkt von über 50 % p. a. der Tokenisierung von Sachwerten setzen möchte, der ist bei Finexity Aktien gut aufgehoben. Wer dagegen mehr auf die Transformationen der Bezahlung via PayPal, u. a. mit Kryptowährungen, setzen möchte, der nutzt Kursrücksetzer bei der PayPal Aktie, um von der mittelfristig zu erwartenden Trendwende zu profitieren. Im Gegenzug profitiert Infineon von der enormen Nachfrage nach KI-Investitionen und dem daraus resultierenden Nachfrageschub nach Halbleitern.



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