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27.04.2026 | 05:45

Im Fokus der Anleger - flatexDEGIRO, Group Eleven Resources, Infineon

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Bildquelle: Pixabay

Der Deutsche Aktienindex (DAX) ging schwächer ins Wochenende, als dieser am Montag noch eröffnet hatte. An den US-Börsen trumpften S&P 500 und der NASDAQ auf und erreichten neue Höchststände, während der Dow-Jones-Index noch gut 2,6 % ansteigen müsste, um diese zu erreichen. Im DAX stand zuletzt die Aktie von SAP im Mittelpunkt, deren Quartalsgewinn deutlich stärker ausfiel als erwartet. Auch Intel beeindruckte die Anleger nach den zuletzt schwachen Quartalen. Was diese Woche beachtet werden sollte:

Lesezeit: ca. 6 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DE000FTG1111 , CA39944P1018 , DE0006231004


 

Group Eleven Resources – Rohstoffnachschub für Europa

Mit zwei rohstoffreichen Projektgebieten hat sich das Rohstoffunternehmen Group Eleven Resources (WKN: A2H9YB | ISIN: CA39944P1018 | Ticker-Symbol: 3GE) auf die Exploration in Irland konzentriert. Das als Grüne Insel bekannte Land beherbergt viele Rohstoffe im Boden, wenn gleich dies den wenigsten Rohstoffinvestoren bekannt ist. Dies machten sich die Kanadier zunutze, erwarben u. a. das 100 % unternehmenseigenen Projektgebiet PG West, entdeckten dort ein umfangreiches Zink-Blei-Vorkommen und tauften dieses Ballywire. Dieses ist im Süden Irlands nur knapp 20 km von der PallasGreen-Mine von Glencore gelegen, machte aber schon mehrfach mit seinen hochgradigen Ergebnissen auf sich aufmerksam.

So veröffentlichte das Unternehmen im Januar Bohrergebnisse für das Bohrloch 25-3552-51, das auf einer Strecke von 29,9 m sehr hohe 15,3 % Zink-& Bleianteile aufzeigte. Doch damit nicht genug, beinhaltete dieser Abschnitt beginnend in einer Tiefe von 338 m auch noch sensationelle 552 g/t Silber und 0,67 % Kupfer. Mitte April berichteten die Kanadier nun die Ergebnisse des Bohrlochs 25-3552-53. Diese zeigte in einem Abstand von ca. 40 m zum Bohrloch 51, dass die Vorkommen sich mindestens in dieser Breite erstrecken und sich noch ausweiten. In derselben Tiefe, aber mit einer Länge von 57,3 m betrugen die Zink- und Bleianteile noch 6,2 % und der Silberanteil lag bei 35 g/t. Was sich aber verschoben hat, ist die Tiefe des Kupfervorkommens mit Silberanteilen. Diese beginnt in dem neuen Bohrloch erst ab einer Tiefe von 582 m, ist 7,5 m lang und beinhaltet 22 g/t Silber und 0,79 % Kupfer.

Der CEO des Unternehmens, Herr Bart Jaworski, erklärte sich zum letzten Bohrergebnis wie folgt: „Die Ergebnisse stellen einen weiteren wichtigen Schritt für das Verständnis des Kupfer-Silbervorkommens bei Ballywire dar. Die bedeutenden kupfer- und silberhaltigen Verwerfungsstrukturen sind durch fünf Bohrlöcher bestätigt, die bis zu 350 m auseinanderlagen. Wir sind zunehmend davon überzeugt, dass sich dieses tiefere Kupfer-Silbervorkommen über die gesamte bisherige Entdeckung erstrecken könnte. Die Verlängerung der mineralisierten Streichlänge der Entdeckung konnte um 600 m auf 3,2 km erweitert werden und wir erwarten uns durch die noch laufenden Bohrungen entlang des 6 km langen Trends weitere Erkenntnisse zum Vorkommen. Mit einer soliden Finanzlage und unserer bislang ehrgeizigsten Bohrkampagne – die kürzlich durch unsere 12-Millionen-Dollar-Finanzierung gestützt wurde, könnte die Bohrungen von 20.000 m auf ca. 67.000–75.000 m erhöht werden.“

Infineon-Aktie - Mehrjahreshoch – starker Trend, solide Zahlen und KI-Fantasie

Die Aktie von Infineon Technologies AG (WKN: 623100 | ISIN: DE0006231004 | Ticker: IFX) konnte die letzte Woche mit einem Kurszuwachs von über 14 % abschließen. Damit hat die Aktie ein neues 26-Jahreshoch, welches zuletzt nach dem Platzen der Dotcom-Blase gesehen worden ist. Ein neues Allzeithoch ist es zwar nicht, weil die Spitzen aus Juni 2000 bei 77,57 EUR lagen. Trotzdem ist das charttechnisch ein starkes Signal, denn die Aktie bewegt sich sehr dynamisch in Richtung dieses Allzeithochs. Seit Jahresanfang liegt die Aktie inzwischen mit 44 % im Plus und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 70,5 Mrd. EUR gehört Infineon zu den TOP 10 der größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Die Aktie befindet sich seit April 2025 in einem intakten Aufwärtstrend. Besonders wichtig ist, dass sie nach einer langen Seitwärtsphase die alte Widerstandszone im Bereich von etwa 37 bis 40 EUR nach oben durchbrochen hat. Seit Anfang April 2026 hat sich die Bewegung dann beschleunigt.

Fundamental war das Geschäftsjahr 2025, das bei Infineon Ende September 2025 abgeschlossen wurde, solide, aber nicht besser als 2024. Der Umsatz lag bei 14,66 Mrd. EUR und der Bruttogewinn erreichte rund 5,7 Mrd. EUR, was einer Bruttomarge von knapp 39 % entspricht. Der operative Gewinn lag bei rund 1,51 Mrd. EUR und nach Steuern und Abschreibungen blieben etwa 1,01 Mrd. EUR Gewinn übrig, was einer Nettomarge von rund 7 % gleichsteht. Dennoch lagen Umsatz, Gewinn und Profitabilität unter dem Vorjahresniveau. Was also treibt den Kurs so an?

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 von Oktober bis Dezember 2025, erreichte Infineon einen Umsatz von rund 3,6 Mrd. EUR und stellte für das zweite Quartal rund 3,8 Mrd. EUR abgerechneten Umsatz in Aussicht. Dieses Wachstum kommt am Markt gut an, signalisiert es nicht nur eine Stabilisierung der Umsätze, sondern deutet auch auf Wachstumsdynamik hin. Mit einem Eigenkapital von rund 17 Mrd. EUR und einem positiven operativen Cashflow von rund 3,2 Mrd. EUR erwirtschaftet das Unternehmen nachhaltige Erträge. Gleichzeitig investierte der Konzern kräftig weiter, um seine Chips sowie elektronischen Lösungen für Autos in Industrieanlagen und im Bereich erneuerbare Energien stetig zu verbessern. Ebenfalls profitiert das Unternehmen vom KI-Boom, denn moderne Rechenzentren, Server und Stromversorgungen benötigen immer effizientere Leistungshalbleiter.

flatexDEGIRO - 20 % Kurseinbruch – nur Gewinnmitnahmen oder steckt mehr dahinter?

Die Aktie von flatexDEGIRO (WKN: FTG111 | ISIN: DE000FTG1111 | Ticker: FTK) ist in der vergangenen Woche massiv unter Druck geraten. Innerhalb der letzten fünf Handelstage hat das Papier rund 21 % verloren. Damit ist die Aktie auch unter die wichtigen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 50 und 200 Tage gefallen. Charttechnisch sieht das alles andere als gut aus und es wirkt so, als ob der Markt begonnen hat, ein „bear“isches Szenario einzupreisen. Das passt aber eher nicht zur operativen Entwicklung, denn im ersten Quartal 2026 legte das Unternehmen Rekordzahlen vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 173,6 Mio. EUR, das EBITDA legte um 26 % zu und der Nettogewinn kletterte um 28 % auf 54 Mio. EUR. Gleichzeitig stieg die Zahl der abgewickelten Transaktionen auf 23 Mio. und lag damit ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert.

Auch das Gesamtjahr 2025 entwickelte sich gut und der Umsatz stieg auf fast 560 Mio. EUR nach gut 480 Mio. EUR im Vorjahr. Das EBITDA verbesserte sich deutlich und unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 160 Mio. EUR übrig. Die Nettomarge betrug damit knapp 28,6 %. Für einen Broker und Finanzdienstleister ist das ein starker Wert und zeigt, dass flatexDEGIRO ein hoch profitables Geschäft betreibt. Genau deshalb stellt sich nun die Frage, warum die Aktie so heftig abverkauft wird. Eine mögliche Erklärung sind klassische Gewinnmitnahmen. Man darf nicht vergessen, dass flatexDEGIRO schon in den Jahren 2023 und 2024 stark gestiegen war und 2025 dann noch einmal einen außergewöhnlich starken Lauf hingelegt hat (+150 %). Wenn eine Aktie über einen längeren Zeitraum so stark steigt, reichen selbst gute Zahlen irgendwann nicht mehr aus, um den Kurs weiter nach oben zu treiben.

Dazu kommt nun das schwache Chartbild. Wenn eine Aktie innerhalb weniger Tage so deutlich fällt und dabei mehrere wichtige Durchschnittslinien nach unten durchbricht, verschlechtert sich automatisch das charttechnische Bild.
Doch da die Kennzahlen nach wie vor auf Wachstum hindeuten und das erste Quartal 2026 dies auch bestätigte, sieht die Aktie flatexDEGIRO nicht nach einem Problemfall aus. Daher dürfte der jüngste Kursrutsch nur eine Mischung aus Gewinnmitnahmen und der daraus resultierenden charttechnischen Schwäche nach einer langen Rally sein. So schätzen das wahrscheinlich auch die Analysten der Deutschen Bank ein und sehen ein Kursziel von 43 EUR als realistisch an. Vom aktuellen Niveau um 30,42 EUR aus würde das ein Aufwärtspotenzial von 41 % bedeuten.

Zusammenfassung

Die Nachfrage nach Rohstoffen ist ungebrochen hoch, aber die Investitionen der letzten zehn Jahre waren zu gering, um den globalen Verbrauch in den nächsten Jahren decken zu können. Umso wichtiger werden die Funde von Explorationsunternehmen wie Group Eleven Resources und diese können der Übernahmekandidat von „morgen“ oder der Produzent von „übermorgen“ sein. Gut läuft es auch bei Infineon und die Aktionäre freuen sich über anziehende Kurse. Unter Druck ist die Aktie von flatexDEGIRO geraten, wo Gewinnmitnahmen zu deutlichen Kursrückgängen führten. Dies könnte sich in den nächsten Wochen ggf. zu einer interessanten Turn-Around-Story entwickeln.


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