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01.12.2021 | 05:45

Die Inflation beginnt gerade erst – Evotec, Morphosys, Troilus Gold

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Bildquelle: pixabay.com

Während die Juristin und Notenbankchefin der EZB, Christine Lagarde behauptet, dass die Inflationskennzahlen nur vorrübergehend oberhalb der 2%-Marke liegen werden, nehmen ihr diese Aussage immer mehr Marktteilnehmer nicht mehr ab. 5,2% betrug die Teuerungsrate im November laut Statistischem Bundesamt allein in Deutschland. Das ist der höchste Anstieg innerhalb der letzten 30 Jahre. Damals betrug aber der Kapitalmarktzins aus heutiger Perspektive unglaubliche 8,75% p.a.. Ein Zinssatz, der heute den Todesstoß eines jeden europäischen 'Schuldenstaates' bedeuten würde. Daher sind Aktieninvestments mittlerweile alternativlos geworden und drei spannende Werte sollen heute einmal betrachtet werden.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , TROILUS GOLD CORP. NEW | CA8968871068 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003


 

Tagebaufähiges Gold bei Troilus Gold

Im letzten Interview mit dem CEO Justin Reid vom Explorationsunternehmen Troilus Gold (WKN: A2PYUV ISIN: CA78446Q1000 Ticker: B04Q) stellte dieser klar, dass in dem zu erwartenden Ressourcenupdate und in der Vormachbarkeitsstudie mehr Goldunzen dem abbaufähigen Golderzen hinzugefügt werden können, als der Markt erwartet. In der historischen Goldmine Troilus wurden bereits in der Vergangenheit über 2 Mio. Unzen Gold produziert und auf was sich der CEO Justin Reid bezog, war die Wertstudie über 8,1 Mio. Unzen Goldäquivalente. Diese setzen sich zu 15% aus Kupfer und zu 85% aus Gold zusammen und sollen nach Aussage von Reid noch höher sein, als bisher angenommen.

Derzeit läuft zudem weiterhin noch das Bohrprogramm, mit dessen Hilfe jeden Monat über 12.000 m an Bohrmaterial gewonnen werden soll und in der Auswertung die kommende Produktionsphase genauestens geplant werden kann. Was viele Investoren derzeit aber noch nicht sehen, ist der Wert der übernommenen Infrastruktur, der mit dem Kauf der Troilus Mine 2017 einher ging. Die dort getätigten Investitionen werden auf rund 245 Mio. EUR geschätzt. Geld, das sonst hätte bei Investoren teuer eingekauft werden müssen, gibt es zu den beträchtlichen Goldressourcen somit noch on top. Damit kommen antizyklische Investoren klar auf ihre Kosten, denn das Unternehmen wird derzeit nur mit einem Bruchteil, und zwar mit umgerechnet 106 Mio. EUR, bewertet.

Keine Reaktion - Evotec

Von der Sars-CoV-2 Variante Omikron ganz unbeeindruckt waren die Aktionäre von der Evotec SE (WKN: 566480 ISIN: DE0005664809 Ticker: EVT). Die Aktie notiert weiterhin nahe dem Allzeit-Hoch, welches im September dieses Jahres erreicht und seitdem in eine Seitwärtsbewegung übergegangen ist. Die Verschnaufpause ist gut, so können indikatorische Überhitzungserscheinungen abgebaut und neue Kraft gesammelt werden. Die Aktionäre scheinen jedenfalls überzeugt von Evotec zu sein, denn während der Gesamtmarkt bereits deutlich korrigiert hat, bleibt Evotec sehr stabil.

Unterstützend waren sicherlich die Kaufempfehlungen am Montag vom Analysehaus Jeffries und von der Bank of America. Auch die kanadische Investmentbank Royal Bank of Canada sieht das Kurspotential bei 50 EUR, was einem weiteren Anstieg von ca. 20% vom aktuellen Stand entsprechen würde. Als Wirkstoffforscher dürfte der Pharmadienstleister sicherlich von der neuen Angst vor Omikron profitieren, erhöht es doch den Druck auf die Pharmariesen, die Forschung zu intensivieren und damit für Umsatz bei Evotec zu sorgen.

Gefallener Engel Morphosys

Seitdem Morphosys (WKN: 663200 ISIN: DE0006632003 Ticker-Symbol: MOR) die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals in Höhe von 1,7 Mrd. USD gestemmt hatte, ging es nur noch abwärts für die Aktie. Im Tief am 23.11.21 wurden 31,41 EUR erreicht, was seit der Übernahmeankündigung bei ca. 72 EUR einem Kursverlust von gut 50% entspricht. Seit letzter Woche konnte sich die Aktie aber wieder leicht - und das gegen den allgemeinen Trend - fangen und notiert nun wieder bei 35,50 EUR je Anteilsschein. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,225 Mrd. EUR gibt es die Aktien von Constellation Pharmaceuticals mittlerweile gratis on top für Neuaktionäre und das scheint so langsam die ersten Investoren wieder zu interessieren.

Auch die Ergebnisse zum dritten Quartal 2021 waren besser, als Analysten erwartet hatten und auch die laufenden Studien brachten positive Zwischenergebnisse. Das scheint aber durch die Varianten von Omikron im Moment nur wenige Investoren zu interessieren, denn diese scheinen sehr verschreckt vor einem möglichen weiteren Lockdown in den Kernindustrieländern der EU zu sein. Solange diese Unsicherheit nicht aus dem Markt entwichen ist, sollten potenzielle Investoren, die bei Morphosys bereits an der Seitenlinie stehen, noch abwarten und die Füße stillhalten. Wenn der Gesamtmarkt aber wieder gen Norden dreht, könnte Morphosys zum Outperformer werden.


Fazit

Die Inflationsrate steigt zwar nicht so schnell wie manche Crashpropheten erwartet haben, aber sie steigt mittlerweile genauso beständig wie die Variantenvielfalt des Sars-CoV-2 Virus. Mutige Anleger greifen bereits jetzt bei den vorgestellten Aktien antizyklisch zu, während unentschlossene Marktteilnehmer noch ein paar Tage abwarten können, bis die Angst um Omikron bestätigt oder relativiert werden kann. Um sein Geld vor der Inflation zu schützen, dürfte das Warten an der Seitenlinie aber nicht allzu lange dauern, denn 5,2% Inflationsausgleich wird mit zinslosen Risiken wie Staatsanleihen kaum zu erwirtschaften sein.


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