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05.10.2020 | 05:45

Die Teile sind mehr wert als das Ganze – Hochtief AG, Osino Resources, Siemens Energy

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Bildquelle: pixabay.com

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ sagte Aristoteles, einer der größten Philosophen Griechenlands, der von 384 bis 322 vor Christus lebte. Dem kann grundsätzlich zugestimmt werden, doch die maßgebliche Ausnahme besteht heutzutage in der Bewertung an der Börse. Denn dort gilt „Die Teile sind mehr wert als das Ganze“. Als aktuelles Beispiel sei die Ausgliederung von Siemens Energy aus der Siemens AG genannt. Fokussierungen von Unternehmen auf bestimmte Branchen und Kernkompetenzen werden an der Börse regelmäßig höher bewertet, als ein zusammengefasster Konzern, wie es die Siemens AG gewesen ist. Auch Hochtief und der Goldexplorer Osino Resources sind stark fokussiert und profitieren im aktuellen Marktumfeld.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE000ENER6Y0


 

HOCHTIEF AG mit deutlichem Kurssprung

Nachdem der französische Konzern Vinci (WKN: 867475 ISIN: FR0000125486 Ticker: SQU) am Freitag (02.10.2020) ein Kaufangebot für die Industriebausparte Cobra des Hochtief-Großaktionärs Grupo ACS (Actividades de Construccion y Servicios) abgeben hat, schoss die Aktie von Hochtief AG (WKN: 607000 ISIN: DE0006070006 Ticker: HOT) gen Norden. Mit einem Tageskursgewinn von 14,3% ging die Aktie mit 72,35 Euro aus dem Handel. Der französische Bau- und Dienstleistungskonzern möchte die Geschäftsteile „Industrial Services“ der Grupo ACS (WKN: A0CBA2 ISIN: ES0167050915 Ticker: OCI1) für 5,2 Milliarden Euro erwerben. Die Sparte Industrial Services umfasst sowohl Ingenieuraktivitäten wie auch eine Projektplattform für erneuerbare Energien.
Zwar würde die Grupo ACS mit 6,3 Milliarden Umsatz ungefähr 16 Prozent des Gesamtjahresumsatzes verlieren, aber gleichzeitig könnte mit dem Verkauf die derzeitige Verschuldung von 13,7 Milliarden Euro um 38 Prozent reduziert werden. Damit schwindet die auf der Hochtief AG liegende Last, dass sich die Grupo ACS durch mögliche Aktienverkäufe von Hochtief AG Anteilen Liquidität beschaffen könnte.

Goldexplorer Osino Resources

Vom Goldboom der letzten Jahre konnte der in Namibia tätige Goldexplorer Osino Resources (TWKN: A2NB4J ISIN: CA68828L1004 Ticker: RSR1) zusammen mit den Anlegern profitieren. Über 700% ging es aufwärts und die Marktkapitalisierung beträgt ca. 90 Millionen Euro. Heye Daun managt den Goldexplorer und baut im Moment das nächste große Goldprojekt Namibias auf. Dass er und sein erfahrenes Team es draufhaben, wissen die langjährigen Goldbranchenkenner bereits. Das damalige Erfolgsprojekt mit AuryxGold, die Otjikoto Mine, wurde an B2Gold (WKN: A0M889 ISIN: CA11777Q2099 Ticker: 5BG) verkauft.
Zur geografischen Einordnung: die Otjikoto Mine befindet sich 80 Kilometer nordwestlich von der Osino Resources Liegenschaft an den Zwillingsbergen und die zweite Goldmine des Landes, Navachab, ist sogar nur 20 Kilometer entfernt.
Die bisherigen Bohrergebnisse des Goldexplorers legen eines zumindest schon einmal fest: Die Liegenschaft an den Zwillingsbergen könnte die dritte Goldmine Namibias werden. Was nicht feststeht, aber Osino Resources Existenzberechtigung ist, ist die Größe der Goldressourcen zu ermitteln und später meistbietend an einen der großen Goldproduzenten zu verkaufen.

Siemens Energy – Mega-Spin-Off

Die Abspaltung der Elektro- und Energietechniksparte aus dem Siemens Konzern führte am vergangenen Montag, den 28.09.2020 zur Erstnotiz von Siemens Energy (WKN: ENER6Y ISIN: DE000ENER6Y0 Ticker: ENR). Das Börsendebut am Frankfurter Parkett startete mit der Erstnotiz von 22 Euro je Aktie und hatte damit einen Börsenwert von rund 15 Milliarden Euro.
Über 91.000 Mitarbeiter hat der „neue“ Konzern und einen jährlichen Umsatz von etwa 29 Milliarden Euro. Der Vorstand der Siemens AG (WKN: 723610 ISIN: DE0007236101 Ticker: SIE) kommentierte den Mega-Spin-Off wie folgt: „Mit dem Listing der Siemens Energy schließen wir einen wesentlichen Meilenstein der strukturellen Neuausrichtung von Siemens erfolgreich ab. Mit drei leistungsfähigen, fokussierten und selbständigen Unternehmen sind wir hervorragend für die Zukunft aufgestellt. Die eigenständigen Börsennotierungen werden die Wertschaffungspotentiale der jeweiligen Geschäfte deutlich besser als im Konglomerat erschließen können. Auch damit schaffen wir Perspektiven für den nachhaltigen und langfristigen Ausbau der jeweiligen Geschäfte. Mit den Siemens Healthineers (WKN: SHL100 ISIN: DE000SHL1006 Ticker: SHL) haben wir bereits nach kurzer Zeit ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was dabei an Wertschaffung und transformatorischen Ausrichtungen möglich ist.“ Mit dem Börsengang von Siemens Energy ist die 2014 von Joe Kaeser verkündete „Vision 2020“ als Strategieplan für den Siemens-Konzern-Umbau nunmehr nahezu abgeschlossen.

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Die Omikron-Variante breitet sich immer rasanter in Deutschland aus und auch wenn diese Variante milder verläuft, reisst die Geschwindigkeit der Verbreitung riesige Löcher in die Personalplanungen der Unternehmen. Das Energieunternehmen E.on sieht die kritische Infrastruktur in dieser Zeit gefährdet und kaserniert hunderte Mitarbeiter an wichtigen Firmen-Standorten ein. Dies ist nicht neu und wurde durch E.on schon des Öfteren durchgeführt. Doch auch wenn die Aktienmärkte derzeit in Panikmodus übergehen, so zeigen andere Länder, dass nach dem starken Anstieg der Omikron-Fälle auch ein starker Abfall erfolgt und ein Großteil der Bevölkerung im Anschluss durchimmunisiert ist. Panik ist daher, wenn überhaupt, im Ukraine-Russland-Konflikt zu suchen, denn dieser wird durch ständiges 'Öl-ins-Feuer-Gießen' der USA und Großbritannien, etwa durch Waffenlieferungen an die Ukraine, angeheizt.

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Während die erste westliche Zentralbank mit der Bank of England (BoE) in der letzten Woche bereits die Leitzinsen von 0,1% auf 0,25% angehoben hat, wird die Federal Reserve Bank (FED) in den USA erst im kommenden Jahr ihre Zinsen anheben. Doch seitens der EZB kann es keine Zinserhöhungen geben, denn der größte Investor in Staatsanleihen der EURO-Staaten war die Zentralbank selber. Zudem würde mit jedem pot. Zinsschritt das Anleihen-Portfolio der EZB an Wert verlieren und internationale Investoren keine Zinspapiere der Euro-Staaten unterhalb der anziehenden Inflation akzeptieren. Daher könnte nun langsam die Zeit für die Goldbugs beginnen, denn als Inflationsabsicherung sind Edelmetalle beliebt.

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