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09.03.2022 | 05:45

Drohende Rezession in Deutschland - Bayer, Uniper, Ximen, Fancamp

  • Bayer
  • Uniper
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  • fancamp
Bildquelle: pixabay.com

Während die offizielle Inflationsrate in Deutschland immer höher steigt, haben die Spritpreise dauerhaft die Schallmauer von 2 EUR durchbrochen. Für viele Menschen ist das Leben hierzulande nicht mehr finanzierbar. Doch nennenswerte Entlastung von Seiten der Politik, wie z.B. Steuerfreiheit auf Grundnahrungsgüter wie Polen es vorgemacht hat, sind nicht zu erwarten. Eher das Gegenteil ist der Fall. Nicht nur die 100 Mrd. Rüstungs-Neuverschuldung treibt die Staatsverschuldung immer höher, sondern die Lasten, welche die Politik auf ganz Deutschland verteilen will, steigen mittlerweile ins Absurde. Außenministerin Baerbock bereitete die deutsche Bevölkerung bei Anne Will schon auf finale Sanktionen gegen Russland vor. Eine Rezession in Deutschland ist damit nicht mehr vermeidbar.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , UNIPER SE NA O.N. | DE000UNSE018 , XIMEN MINING | CA98420B2003 , FANCAMP EXPLORATION LTD | CA30710P1027


 

Ximen Mining kauft zu

Das kanadische Bergbauunternehmen Ximen Mining besitzt Beteiligungen an mehreren Edelmetallprojekten. Dabei handelt es sich um ein Silberprojekt namens Treasure Mountain sowie den beiden Goldprojekten Amelia und Brett. Da Ximen Mining sich in den nächsten Jahren beträchtlich vergrößern und ein Portfolio von mehreren Millionen Unzen Gold im Boden aufbauen will, kauft das Unternehmen sukzessive interessante Grundstücke und ehemalige Goldminen auf. Erst kürzlich erwarb die Gesellschaft die ehemalige Goldmine Kenville in der Nähe von Nelson in British Columbia. Dazu gehörten auch Oberflächen- und Untertageabbaurechte, Gebäude sowie die ganze Ausrüstung.

Aus alten Bohrprogrammen und der geologischen Struktur ist bekannt, dass sich bei der Kenville Goldmine noch Ausdehnungen von hochgradigen Aderstrukturen vorliegen, aber ob es auch noch weiteres Explorationspotential gibt. Derzeit wird dort der Bau eines Minencamps vorbereitet, und nach Fertigstellung und Bezug sollen dort Bohrungen vorgenommen werden. Ziel ist, die Mine wieder in den Betrieb zu nehmen. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wurde im Februar 2022 ein strategischer Investor an Bord geholt. New Gold Inc. beteiligte sich mit 9,9% an Ximen Mining und zahlte dafür einen Aufschlag zum Marktpreis. Derzeit notiert die Aktie bei 0,22 CAD und dürfte im Zuge des Gold- und Silberpreisanstiegs wieder zulegen. Das 2020er Hoch lag bei immerhin 0,80 CAD und das liefert genug Phantasie.

Voll abgeschrieben bei Uniper

Mit einer Milliardenabschreibung auf ein Darlehen für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, meldete sich der Energiekonzern Uniper in den Schlagzeilen. Das Darlehen umfasste eine Summe von 987 Mio. EUR inklusive bisher angelaufener Zinsen. Trotz der gewaltigen Summe bleibt das Unternehmen bei den bisherigen Jahreszielen. Dennoch verlor die Aktie seit Jahresanfang gut 60% der Marktkapitalisierung und notiert derzeit nur noch bei 17,80 EUR je Anteilsschein. Die Abschreibung wird in das laufende erste Quartal verbucht werden, soll aber keinen Einfluss auf den bereinigten Gewinn haben. Mit den jährlich anfallenden Zinsen von ca. 100 Mio. EUR auf das Darlehen rechnet das Unternehmen auch nicht mehr.

Zudem will das Unternehmen keine neuen langfristigen Lieferverträge mehr mit Russland über Erdgas abschließen. Laufende Verträge werden aber eingehalten. Durch die Entscheidung der Bundesregierung zwei LNG Terminals bauen zu lassen, nimmt Uniper das Flüssiggas-Projekt in Wilhelmshaven wieder auf. Damit soll die Erdgasabhängigkeit Deutschlands von Russland reduziert werden. Sollte aber, wie Außenministerin Baerbock angesprochen hat, die Gasabnahme von russischen Erdgas verboten werden, dann wäre ein Zusammenbruch des deutschen Gassystems unvermeidlich. Doch so weit darf es nicht kommen, denn dann würde die Strom- und Wärmeversorgung Deutschlands in sich zusammenbrechen.

Rohstoffunternehmen Fancamp

Das wachsende kanadische Rohstoffunternehmen Fancamp, kauft Mineralgrundstücke zur Exploration und zukünftiger Erschließung. In den kanadischen Provinzregionen Quebec, Ontario und New Brunswick besitzt das Unternehmen bereits mehrere Grundstücke. Auf diesen wurden unter anderem bereits Chrom, seltene Erden, Gold, Zink und Titan nachgewiesen. Auf dem im nördlichen Ontario gelegenen Feuerring, besitzt Fancamp ein großes Grundstück, wo Chrom nachgewiesen worden ist. Dort sind auch viele anderen Unternehmen aktiv unter anderen auch der Rohstoffriese BHP.

Die angedeuteten Ressourcen auf den Grundstück betragen 85,9 Mio. Tonnen mit 34,5% Chrom-III-oxid. Das Grundstück in Quebec besitzt seltene Erden, die gerade für die erneuerbaren Energien und auch für die Hightech-Industrie extrem wichtig sind. Im Quebec-Labrador-Trog besteht bereits ein Eisenerzbetrieb und parallel soll in Nova Scotia die Zinkmine wieder in Betrieb genommen werden.

Engpässe kommen bei Bayer

Um 8,9% legte der Umsatz beim Bayer Konzern in 2021 zu und stieg auf 44,1 Mrd. EUR an. Doch durch steigende Vorproduktpreise, Marketingausgaben und Währungseffekte sankt der bereinigte Gewinn auf 11,2 Mrd. EUR und damit um 2,5%. Doch trotz der angespannten geopolitischen Weltwirtschaftslage, verspricht sich die Konzernführung für 2022 einen Umsatzanstieg auf 46 Mrd. EUR sowie ein Gewinnwachstum auf 12 Mrd. EUR. Doch diese positive Prognose klammert den Krieg in der Ukraine aus. Rund 2% des Konzernumsatzes macht Bayer mit Russland und versorgt das Land mit Medikamenten und landwirtschaftlichen Produkten.

Noch kann die Produktion des Unternehmens in der Ukraine für Mais-Saatgut aufrechterhalten werden. Wie lange das jedoch noch der Fall ist, hängt von dem weiteren Verlauf des Ukraine-Krieges ab. Finanzvorstand Wolfgang Nickel ist jedenfalls mit der bisherigen Kursentwicklung unzufrieden. Er sagte, „Der aktuelle Kurs spiegelt trotz der positiven Entwicklung seit Beginn des Jahres den wahren Wert des Unternehmens nicht annähernd wider.“ Die Analysten von der UBS pflichten dem indirekt bei und nennen ein Kursziel für die Bayer Aktie von 85 EUR. Dieses Ziel wäre aber auch auf einen Schlag erreichbar, doch dafür müsste der oberste Gerichtshof der USA noch über das Berufungsverfahren im Glyphosat-Prozess entscheiden.

Fazit

Die Lage an den Finantmärkten konnte sich nach erheblichen Kursverlusten der letzten beiden Wochen zum Wochenanfang wieder leicht stabilisieren. Ob damit der Ausverkauf zu Ende ist und nun wieder die Zeit des "Kauf die Rücksetzer" gekommen ist, vermag im Moment wohl niemand sagen. Was jedoch in unsichereren Zeit ansteigt, ist die Nachfragen nach Edelmetallen und das macht sich an steigenden Kursen des Rohstoffes genauso wie bei Rohstoffaktien bemerkbar.


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