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14.12.2021 | 05:45

Dunkelflaute und Preiserhöhungen – Almonty Industries, Gazprom Aktie, RWE AG

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  • Erdgas
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  • Wolfram
Bildquelle: pixabay.com

Die Sorge vor einer Dunkelflaute mitten im Winter triebt immer mehr Menschen um. Dabei ist unter der Dunkelflaute zu verstehen, dass durch zu wenig Wind weder die Windkraftanlagen noch durch zu wenig Sonne die Photovoltaikanlagen hinreichend Strom produzieren. Dieses oft in der dunklen Jahreszeit vorkommende Phänomen, wenn durch den Winter viel Strom und Wärme verbraucht wird, konnte in den vergangenen Jahren durch grundlastfähige Kraftwerke ausgeglichen werden. Doch zum Jahreswechsel 2021 auf 2022 werden drei der sechs verbleibenden Atomkraftwerke abgeschaltet, die bisher solche Stromschwankungen ausgleichen konnten.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129


 

Wenn das Licht ausgeht

Was bisher den deutschen Netzbetreibern den Angstschweiß auf die Stirn trieb, aber über ausländische Energielieferanten immer wieder abgefangen werden konnte, könnte in diesem Winter Realität werden. Ein Stromausfall, gerne auch als Blackout bezeichnet, der mind. acht Stunden, Tage oder gar Wochen dauern könnte. Durch die Energiewende und den Atomkraftausstieg gehen zum Jahreswechsel drei große Atomkraftwerke vom Netz. Bei den abzuschaltenden Kernkraftwerken handelt es sich um das von E.ON und Vattenfall betriebene Brokdorf, die von E.ON und den Stadtwerken Bielefeld betriebene Kraftwerke Grohnde und Grundhemmingen C von RWE und E.ON. Mit dem Abschalten verringern sich die grundlastfähigen Kraftwerke erheblich und müssten im Ernstfall von Kohle- und Gaskraftwerken aufgefangen werden oder durch Import von ausländischem Strom aus den Nachbarländern, sofern diese zum entsprechenden Zeitpunkt den Strom nicht selber benötigen.

RWE warnt vor Kraftwerksausfällen

Die RWE AG (WKN: 703712 ISIN: DE0007037129 Ticker: RWE) warnte über ihr Tochterunternehmen RWE Generation erst Anfang Dezember 2021 vor dem Ausfall von Gaskraftwerken. Die Pflichtmitteilung wurde dabei auf der europäischen Transparenz-Plattform EEX veröffentlicht. Das schrieb das Unternehmen: „Aufgrund des erhöhten Unterbrechungsrisikos in diesem Winter kann RWE die Verfügbarkeit nicht garantieren“. Laut der Meldung zufolge betrifft dies vier Gasturbinen an den Kraftwerksstandorten Weisweiler und Stockum an der Lippe (Gersteinwerk). Bisher ist die RWE das einzige deutsche Unternehmen, das so eine Warnmitteilung veröffentlichen ließ. Aber wie mehrere große Medienhäuser berichteten, sind die Gasspeicher der Versorger auf einen langen Winter nicht eingestellt und über den Sommer nicht aufgefüllt worden.

Gazprom und Nord Stream 2

Dazu kommen die politischen Streitigkeiten um Nord Stream 2, das Permanent durch Politiker jeglicher Couleur befeuert wird und somit noch kein russisches Gas zum Auffüllen der deutschen Läger durch die Pipeline befördert werden darf. Daher sind die Gasspeicher von Gazproms (WKN: 903276 ISIN: US3682872078 Ticker: GAZ) Tochterunternehmen Astora hier in Deutschland mit nur ca. 18% gefüllt, laut den Daten des Industrieverbandes Gas Infrastructure Europe. Die anderen deutschen Gasspeicher sind dagegen zu durchschnittlich zwei Drittel befüllt, aber reichen bei einem längeren und kälteren Winter nicht aus, um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Diese Knappheit zeigt sich auch an den stetig steigenden Erdgaspreisen. Mittlerweile haben sich die Kosten für eine Megawattstunde im Dezember auf übe 100 EUR am TTF Spotmarkt der EEX eingependelt. Ein Anstieg von mehr als 58% seit Ende Oktober. Kein Wunder, dass nun ein Stadtwerk nach dem anderen die Preise deutlich anziehen muss. Wenn der aufmerksame Beobachter bedenkt, dass noch im Sommer 2020 am Spotmarkt Preise von 3 EUR je Megawattstunde bezahlt werden musste, dürfte das Ende der Fahnenstange und Preiserhöhungen noch lange nicht erreicht sein. Auch Großkunden und Einzelhandelsketten müssen mit erheblichen Preissteigerungen für Strom und Gaskosten rechnen. Preissteigerungen von 300% bis 400% sind dabei eher der Standard und keine Seltenheit. Großabnehmer die bisher ihren Strom zu bevorzugten 5 Cent je kWh einkaufen konnten, müssen ab dem nächsten Jahr 20 Cent je kWh und mehr bezahlen - und das wiederum treibt die Kosten und damit die Inflation weiter nach oben.

E-Mobilität und Wolfram bei Almonty Industries

Doch die Engpässe beim Strom werden auch durch zunehmende E-Mobilität weiter zulegen, denn die Beladung der Akkumulatoren von E-Autos ist stromintensiv. Dabei kann das vielseitige Element und Technologiemetall Wolfram durchaus ein Gamechanger sein. Bisher wird Wolfram mit Glühdrähten in Glühbirnen auch zur Härtung von Spezialstahl in Verbindung gebracht. Aber Wolfram findet auch Anwendung in der Chipindustrie und auch der Einsatz in Batterien für E-Autos rückt langsam in den Fokus der Autobauer. Samsung und Toshiba verwendent bei der Batterienproduktion bereits Wolfram und liefert u.a. dieses rare Ausgangsmaterial des Wolframunternehmens Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Ticker: ALI).

Almonty betreibt bereits zwei produzierende Wolfram-Minen in Spanien und Portugal und will bis Ende 2022 die größte Wolframmine außerhalb Chinas in Südkorea in Betrieb nehmen. Die südkoreanische Sangdong Mine wird derzeit erschlossen und bald für ca. 30% der nicht-chinesischen Wolfram-Weltproduktion stehen. Ersetzen wird Wolfram in der Batterieproduktion das wichtige aber oftmals kritisch gewonnen Kobalt. Dadurch wird nicht nur die Hitze Beständigkeit der Batterien erhöht, sondern neben der Lade-Sicherheit auch die Lade-Leistung erhöht. Das wiederum verlängert die Reichweite. Damit wird die Nachfrage nach Wolfram weiter angefacht werden und die Preise des Metalls weiter ansteigen. Die Aktionäre von Almonty Industries wird das sicherlich freuen, auch wenn mit ersten operativen Cashflows von der Sangdong Mine erst in Q1 2023 zu rechnen ist.


Fazit

Für viele Marktteilnehmer ist dieses Jahrzehnt das Jahrzehnt der Rohstoffe. Nahezu alle rohstoffproduzierenden Unternehmen sind gefragter denn je und die anziehenden Preise lassen die Gewinne der Konzerne kräftig steigen. Ein Investment in diesem Segment wie Erdgas, Strom oder auch Wolfram ist nicht nur vielversprechend. Durch den Nachfrageüberhang und die Preissetzungsmacht werden Gewinne der Unternehmen noch weiter gesteigert werden können.


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