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05.08.2020 | 05:45

Einbruch, Ausbruch, 45 Milliarden Verlust – Aurora Cannabis, EXMceuticals Inc., Bayer AG

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Bildquelle: pixabay.com

In den letzten 24 Monaten ging es sehr turbulent zu bei der Bayer AG genauso wie in der gesamten Cannabis Branche. Während bei der Bayer AG die Abwärtsfahrt durch die Übernahme von Monsanto selbst verschuldet war, erfolgte in der Cannabisbranche nach dem Übertreibungshype für viele Marktteilnehmer die Ernüchterung und damit einhergehend hohe Kursrückgänge. Viele Unternehmen der Branchen verloren 90% ihrer Marktkapitalisierung oder verschwanden komplett. Wer steht vor dem Turnaround und hat einen zweiten Blick verdient?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann


 

Aurora Cannabis – Nach Einbruch erfolgt Ausbruch

Nach dem Cannabis Hype bis März 2019 erfolgte der tiefe Fall für alle Cannabisaktien. Die meisten Unternehmen verloren mehr als 90 Prozent ihrer Marktkapitalisierung. So auch Aurora Cannabis (ISIN: CA05156X8843 WKN: A2P4EC Ticker: 21P1), die von 164 CAD je Aktie auf bis zu 7,50 CAD je Aktie eingebrochen sind. Doch dann erfolgte am 14. Mai 2020 die Kehrtwende und die Aktie brach aus. In der Spitze stieg die Aktie wieder auf 26,79 CAD.
Damit sollte charttechnisch die Trendwende eingeläutet sein, aber es fehlt noch ein Kursschluss über 16,20 CAD. Fundamental versucht das Unternehmen Kosten zu sparen und Produktionsstätten zu schließen, denn schließlich wollen die Anleger endlich einen nachhaltig positiven Mehrwert geliefert bekommen. Dazu beitragen sollen auch die Beteiligungen an CBD Produzenten Hemco und Reliva. Ob die Investoren wieder vertrauen in die Aktie finden können, muß sich erst noch in Zukunft zeigen.

EXMceuticals Inc. – Pharmazeutisches Cannabis

Das junge Cannabisunternehmen EXMceuticals Inc. (ISIN: CA30207T1049 WKN: A2PAW2 Ticker: 9OM1) hat sich auf den europäischen Wachstumsmarkt für pharmazeutische und nutrazeutische Cannabisprodukte fokussiert. Dabei hält EXMceuticals Inc. die Forschungs- und Entwicklungslizenzen am Standort in Portugal und unterhält vor Ort bereits ein Forschungslabor. Die nahe dem Forschungslabor gelegene Industriehalle soll nun zu einer Cannabisöl-Raffinerie umgebaut werden. Dabei sollen zukünftig bis zu 20.000 kg Cannabisöl in die wesentlichen Bestandteile CBD und THC aufgetrennt und anschließend durch Trocknungsprozesse als industriell nutzbares Pulver mit 99,99% Reinheitsgrad angeboten werden.
Für den Aufbau der industriellen Verarbeitung wird das Unternehmen in kürze Eigenkapital aufnehmen. Die Geschäftsführung und die Eigner des Unternehmens haben erst im Juli 2020 Finanzierungsrunden zu 0,20 CAD abgeschlossen. Aktuell wird die Aktie noch zu 0,29 CAD gehandelt. Wer langfristig vom wachsenden Cannabismarkt profitieren möchte, der sollte sich diesen Wert für bis zu 0,30 CAD (0,20 Euro) ins Depot legen.

Bayer AG - teure Visionen – 45 Milliarden Euro Verlust

Wenn US-amerikanische Investoren richtig Geld verdienen wollen, dann suchen sie sich gerne deutsche DAX-Unternehmen und verkaufen diesen Dax-Konzernen Unternehmen, von denen sie wissen, dass diese ihren Verkaufspreis eigentlich nicht wert sind. So geschehen bei (ISIN: DE0007100000 WKN: 710000 Ticker: DAI) Daimler mit Chrysler, (ISIN: DE0005557508 WKN: 555750 Ticker: DTE) Telekom mit Voicestream und nun auch (ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001 Ticker: BAYN) Bayer mit Monsanto.
Der Vorteil für die Verkäufer ist, dass sie zweimal Geld verdienen können. Zum einen an dem überteuerten Verkauf, zum anderen können sie durch die Insiderinformationen und dem Wissen des überteuerten Deals, die Aktien des Käufers shorten. Damit verdienen sie im Anschluss auch noch an den fallenden Kursen des Käufers.
Auch die Vorstände von Bayer wollten nicht aus der Geschichte lernen und blieben ihren persönlichen Visionen treu. Jedem klardenkenden Anleger war aber bereits vor der Übernahme von Monsanto bewusst, dass die Klagewelle bzgl. Glyphosat viele Milliarden US-Dollar allein in den USA kosten werden. Viele weitere Klagen sind zudem weltweit anhängig und deren Ausgang ist ungewiss. Daher verwundert es absolut nicht, dass der Kurs seit der Übernahme von Monsanto bereits um über 44 Prozent eingebrochen ist. Das entspricht einer Vernichtung von 45 Milliarden Marktkapitalisierung innerhalb von 26 Monaten.
Damit konnte nicht nur am Verkauf von Monsanto an die Bayer AG Geld verdient werden, sondern auch noch am Leerverkauf der Aktien des Käufers, in diesem Fall der Bayer AG.

Fazit

Der Turnaround bei Aurora Cannabis könnte mit dem ersten starken Anstieg im Mai 2020 erfolgt sein, aber die Bestätigung mit Börsenschlußkurs auf Wochenbasis über der 16,20 CAD je Aktie fehlt noch.
EXMceuticals Inc. dürfte die besten Karten für den sich gerade erst öffnenden europäischen Markt für pharmazeutische und nutrazeutische Cannabisprodukte haben, um sich nennenswerte Marktanteile zu sichern.
Über der Bayer AG schweben trotz Milliardenschwerer Vergleichsvereinbarungen immer noch weitere Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Ein nochmaliger Abverkauf unter die Märztiefs kann daher aktuell nicht ausgeschlossen werden. Mutige Langfristinvestoren greifen aber dann bei der Bayer Aktie zu, denn langfristig ist auch die Bayer Aktie als global Player im Depot durchaus interessant und schüttet derzeit 4,9% p.a. Dividende aus.

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Interessenskonflikt & Risikohinweis

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